Wieviel Gülle braucht das Land? Dettmer informiert in Schwagstorf über Düngeverordnung

Von Burkhard Dräger

Informierten über die Herausforderungen der anstehenden Frühjahrsbestellung: Gerd Dettmer (von links), Firmenchef der Dettmer Agrar-Service GmbH, Christopher Mönter von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Christoph Kalthegener von der Firma Syngenta Agro GmbH. Foto: Burkhard DrägerInformierten über die Herausforderungen der anstehenden Frühjahrsbestellung: Gerd Dettmer (von links), Firmenchef der Dettmer Agrar-Service GmbH, Christopher Mönter von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Christoph Kalthegener von der Firma Syngenta Agro GmbH. Foto: Burkhard Dräger

bdr Schwagstorf. Zu einem Informationsabend über die neue Düngeverordnung hatte die Dettmer Agrar-Service GmbH Kunden und Interessierte in den Saal Reinermann in Schwagstorf eingeladen.

„Im Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten, und deren Auswirkungen gehören sicherlich zu den Themen, die die Landwirte mit am meisten beschäftigen“, meinte Gerd Dettmer eingangs. Dann stellte er die beiden Gastredner zu diesen komplizierten und umfangreichen Themen vor: Christoph Kalthegener von der Firma Syngenta, der die aktuellen Themen für den Start in die Frühjahrssaison behandelte und Pflanzenschutzstrategien für Getreide und Mais vorstellte, sowie Christopher Mönter von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der der Frage „Was muss ich bei der Düngeberechnung beachten?“ nachging. Christoph Kalthegener stellte anhand einer Dia-Schau mit Tabellen und Berechnungen die Wirkungsweise der verschiedenen Produkte der Firma Syngenta vor. Dabei erklärte er, in welcher Konsistenz, welcher Menge und zu welcher Zeit die Herbizide aufgebracht werden sollten. Seine Ausführungen basierten besonders auf der Wirksamkeit bei Getreide und Mais.

Am Anfang steht die Bedarfsermittlung

Christopher Mönter von der Landwirtschaftkammer Niedersachsen befasste sich eingehend mit der neuen Düngeverordnung. Seinen Aussagen zufolge muss zuerst eine Düngebedarfsermittlung durchgeführt werden, und der ermittelte Bedarf darf dann nicht überschritten werden, wobei der Stickstoffdüngebedarf im Falle von Ackerland als standortbezogene Obergrenze zu ermitteln ist. Zu berücksichtigen ist weiterhin, wie viel stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel, die verschiedensten Arten von Gülle in jeweiliger Konsistenz, auf welche Böden (Sand, Lehm, Marsch- oder Tonböden) ausgebracht werden können. Auf nichtaufnahmefähige Böden (überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt) darf keine Gülle ausgebracht werden. Außerdem muss in der neuen Gülleverordnung der Mindestabstand zu oberirdischen Gewässern mindestens vier Meter betragen, bei starker Hangneigung sogar fünf Meter. Besondere Beachtung müssen auch die Sperrfristen für die Ausbringung von Gülle finden, die meist vom 1. November bis zum 31. Januar gehen. Zum Abschluss erklärte Mönter die verschiedenen Ausbringungstechniken mit Schwerpunkt der effizienten Gülleausbringung durch Gülleansäuerung.

Neue Technik aus Dänemark importiert

Um hier den ständig höheren Anforderungen gerecht zu werden, hat die Dettmer Agrar-Service GmbH als Lohnunternehmen in eine neue Gülletechnik investiert. Und so stellte Firmenchef Gerd Dettmer in seinem Vortrag Verfahrenstechnik, Kostenvorteile und den Mehrwert von Ansäuern der Gülle im Vergleich zu moderner Gülletechnik vor. Deutschlandweit nutzen erst drei Unternehmen die neue Technik zur Ansäuerung von Gülle, die aus Dänemark importiert wurde und dort schon seit längerer Zeit zum Einsatz kommt. Durch die Ansäuerung der Gülle durch Schwefelsäure werden Ammoniakemissionen reduziert, das bedeutet, dass neben der effizienteren Stickstoffausnutzung parallel am Klima- und Umweltschutz gearbeitet wird. Außerdem ist bei diesem Verfahren die Geruchsbelastung für Anwohner geringer und eine Steigerung der Erträge sowie eine Einsparung von Mineraldünger möglich. Gerd Dettmer gab dann noch Tipps für die kommende Frühjahrsbestellung und erläuterte entsprechende Dienstleistungen der Dettmer Agrar-Service GmbH, die mit modernsten Geräten für Bodenbearbeitung, Düngung, Bestellung, Pflanzenschutz, Getreide-, Kartoffel- oder Maisernte ausgestattet sei – also eine Komplettbewirtschaftung anbiete.