Regionale Vernetzung geplant Pflegetisch gegründet in Bersenbrück

Ein „Pflegetisch“ soll die Akteure in der Pflege vernetzen in der Samtgemeinde Bersenbrück. Zur Auftaktveranstaltung im Medienforum Bersenbrück kamen über 40 Teilnehmer. Foto: IFOKEin „Pflegetisch“ soll die Akteure in der Pflege vernetzen in der Samtgemeinde Bersenbrück. Zur Auftaktveranstaltung im Medienforum Bersenbrück kamen über 40 Teilnehmer. Foto: IFOK

Bersenbrück. Die Samtgemeinde Bersenbrück nimmt teil an einem Bundesprojekt zur Stärkung der regionalen Vernetzung im Pflegebereich. In der Samtgemeinde ist dazu ein „Pflegetisch“ gegründet worden.

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert diese Netzwerkbildung, teilt die Samtgemeinde in einer Presseerklärung dazu mit. Gestartet ist der Pflegetisch mit einer Auftaktveranstaltung im Medienforum Bersenbrück, moderiert von Cordula Nowotny und Elisabeth Kamrad von der IFOK GmbH.

An der konstituierenden Sitzung nahmen über 40 Akteure teil, Vertreter der Altenheime in sieben Mitgliedsgemeinden, von Pflegediensten, Arztpraxen, Apotheken, der Berufsbildenden Schulen Bersenbrück und nicht zuletzt der Samtgemeindeverwaltung.

Gute Prognose

In seiner Begrüßung lobte Bürgermeister Horst Baier das Vorhaben, die Vernetzung unter allen Pflegeakteuren auszubauen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Was die Entwicklung der Bevölkerungszahl und die Wirtschaft betreffe, stellte er für die Samtgemeinde eine gute Prognose. Jedoch sei ein starker Zuwachs der Zahl der über 80-jährigen zu verzeichnen, auf den es sich mit genügend Einrichtungen, gestärkten Familien und funktionierenden Netzwerken einzustellen gelte.

Gabriele Linster, Initiatorin des Pflegetischs und Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück, lud die Teilnehmer ein, „ihre Meinungen, Gedanken und Sorgen einzubringen, denn nur so können wir als Kommune gut arbeiten.“ Sie verwies auf die Ergebnisse einer Befragung von über 70-Jährigen in der Samtgemeinde, die sich vor allem Unterstützung bezüglich der Hauswirtschaft und Mobilität und eine verbesserte Beratung wünschen. Aus diesem Grund sollen vermehrt Anlaufpunkte geschaffen werden.

Versorgungslücken

In einer Vorstellungsrunde äußerten die Teilnehmer am Pflegetisch unter anderem den Wunsch nach mehr Austausch, „kurzen Wegen“ und mehr Strukturierung, beispielsweise des Ehrenamts. Sie wurden gebeten, die aktuelle Pflegeversorgung und Vernetzung in der Samtgemeinde einzuschätzen. Hier wurden unterschiedliche Wahrnehmungen und Wissensstände der Akteure deutlich. Trotz größtenteils guter Bewertungen benannte sie auch Probleme, sprachen unter anderem von Versorgungslücken in der Kurzzeitpflege und von einem Personalmangel in der ambulanten Pflege. Zudem äußerten die Teilnehmenden den Wunsch nach einer Infrastruktur für die Vernetzung und Zusammenarbeit aller Pflegeakteure. Wichtig sei die Einbeziehung einer breiten Akteurslandschaft „von den Kirchen über Schulen hin zu den Ärzten“.

Mit großer Zustimmung plant Linster nun ein zweites Treffen, bei dem die nähere Ausgestaltung des Pflegetisches und die Konkretisierung der Themenbereiche auf der Tagesordnung stehen sollen. Ferner ist an die Bildung von Arbeitsgruppen gedacht, die sich Themen widmen sollen wie der Imagepflege der Pflege, die Gewinnung von Personal und Nachwuchs, mehr Transparenz und Verbreitung der örtlichen Angebote.