157 Einsätze und zehn Anwärter „70 Ankumer Kameraden auf einem Haufen – läuft!“

Von Patrick Siebrecht

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Zum obligatorischen Gruppenfoto der Beförderten und geehrten Feuerwehrkameraden gesellten sich auch die Ehrengäste samt Ortsbrandmeister Ulrich Koddenberg hinzu. Foto: Moritz Viere/ Feuerwehr AnkumZum obligatorischen Gruppenfoto der Beförderten und geehrten Feuerwehrkameraden gesellten sich auch die Ehrengäste samt Ortsbrandmeister Ulrich Koddenberg hinzu. Foto: Moritz Viere/ Feuerwehr Ankum

psb Ankum. Erstmals in ihrer Geschichte hat die Feuerwehr Ankum ihre Jahreshauptversammlung in der Fahrzeughalle abgehalten. Der Grund: Der Mannschaftsraum war schlichtweg zu klein für die 70 erschienenen Kameraden und ihre Ehrengäste.

Ortsbrandmeister Ulrich Koddenberg bedankte sich bei den Mitgliedern der Ankumer Feuerwehr für die „vielen geleisteten Stunden“. Erfreulich sei es, dass gerade tagsüber viele Kameraden für den Dienst am Nächsten verfügbar seien. Koddenberg beklagte jedoch, dass es eine fehlende Wahrnehmung der Presse und der Bevölkerung über die geleisteten Tätigkeiten gebe.

Rückblick auf 2017

Erfreulich sei, so Koddenberg, dass im vergangenen Jahr die Kameraden immer gesund von ihren Einsätzen zurückgekommen seien. Leider komme es aber immer wieder vor, dass Kameraden im Dienst verunglückten, so wie es ganz aktuell bei dem „Sturmtief Friederike“ der Fall gewesen sei, bei dem mehrere Feuerwehrleute tödlich verunglückten. Entgegen dem Trend, dass es bei vielen Feuerwehren Nachwuchsprobleme gebe, konnte die Feuerwehr Ankum zehn neue Anwärter aufnehmen. Eine so hohe Anzahl von neuen Anwärtern hatte es so noch nie gegeben. Dies sei auf die gute Zusammenarbeit mit der Oberschule Ankum zurückzuführen. Koddenberg hob hier Ben Kortland und Tobias Tater hervor, die die neuen Anwärter während der regulären Dienstabende betreuten und ihnen das Feuerwehrwesen näherbrachten.

Grußworte der Ehrengäste

Samtgemeindebürgermeister Horst Baier zeigte sich beeindruckt von der Anzahl der Kameraden und der hohen Anzahl an neuen Anwärtern. „Die Nachwuchsarbeit in der Samtgemeinde stimmt, eine gute Entwicklung.“ Bürgermeister Detert Brummer-Bange überbrachte Grüße im Namen der Gemeinde und des Landkreises: „Die Ankumer Feuerwehr ist im Landkreis sehr gut bekannt, im Positiven“. Stefan Klune, stellvertretenden Bürgermeister aus Eggermühlen, teilte mit, dass sich die Bevölkerung in Eggermühlen gut betreut fühle und die Ankumer Feuerwehr dort ein großes Ansehen habe.

Gemeindebrandmeister Stefan Bußmann bedanke sich ebenfalls für die geleistete Arbeit und fügte hinzu: „70 Kameraden auf einem Haufen – läuft!“ Auch Fachdienstleiter Andreas Schulte bedankte sich für die geleistete Arbeit: „Kommt heile von den Einsätzen zurück.“ Manfred Buhr, Feuerwehrverbandsvorsitzender des Altkreises Bersenbrück, verwies darauf, dass man einen schwierigen und teilweise gefährlichen Job mache, „Sicherheit geht vor, bringt euch nicht selbst bewusst oder unbewusst in Gefahr“.

Fahrzeuge und Ausrüstung

Das Durchschnittsalter der Ankumer Einsatzfahrzeuge beträgt 23,5 Jahre. Zwar sei man gut ausgerüstet, dennoch kommen die Fahrzeuge in die Jahre. In diesem Jahr wird die Feuerwehr Ankum ein neues Tanklöschfahrzeug 3000 Gruppe erhalten. Das Fahrgestell sei vorhanden, und der Aufbau durch die Firma Schlingmann werde in Kürze beginnen. Mit der Auslieferung sei im Sommer oder Spätherbst zu rechnen, berichtete Ulrich Koddenberg. Eine Ersatzbeschaffung der Drehleiter sei für 2021/2022 geplant. Die nächste große Inspektion, die etwa 50.000 Euro kosten würde, werde nicht mehr getätigt. Dieses Geld könne man sinnvoll in neue Technik investieren. Der Einsatzleitwagen werde mit neuer Technik ausgestattet, unter anderem könne man dann auf Rettungskarten zugreifen oder sich bei Brandeinsätzen die nächstgelegenen Hydranten anzeigen lassen.

Große Sorge bereite die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeugs für den Katastrophenschutz. Das Fahrzeug, welches ursprünglich dafür beschafft worden war, ist vor einigen Jahren in das Eigentum der Samtgemeinde übergegangen. Daraufhin wurde ein Löschgruppenfahrzeug aus dem Landkreis als „Platzhalterfahrzeug“ für den Katastrophenschutz in Ankum untergebracht. Nun sei dieses Fahrzeug jedoch zurzeit ohne gültigen Tüv, auch sei die Frontpumpe dieses Fahrzeugs kaputt. Wann dieses Fahrzeug vom Bund neu beschafft werde, sei weiterhin unklar.

Vor Kurzem wurden mehrere Kohlenstoffmonoxid (CO)-Warner beschafft. Diese dienten der Sicherheit vor dem farb-, geruchs- und geschmacksneutralen, toxischen Gas. Ebenfalls neu beschafft wurden 20 neue Digitalfunkgeräte.

Zahlen und Statistik

Theo Küthe gab mit einer kleinen Präsentation einen Rückblick auf das Jahr 2017. Zu insgesamt 157 Einsätzen rückten die Blauröcke aus, im Vorjahr waren es 116. Die Einsätze unterteilen sich in 46 Brandeinsätze und 111 Hilfeleistungen. Für Einsätze sowie Aus- und Fortbildungen wurden 10.400 Stunden im Dienst am Nächsten geleistet. Zurzeit leisten 73 Mitglieder, davon 63 aktiv und zehn passiv ihren Dienst bei der Feuerwehr Ankum. Küthe bedankte sich zudem bei den Familien der Feuerwehrmänner und bei den Frauen, die immer wieder bei den Blutspendediensten mithelfen.


Beförderungen und Ehrungen

Ulrich Koddenberg beförderte Marcel Hellebusch zum Feuerwehrmann, Lou Berling, Stefan Geers und Patrick Hesse zum Oberfeuerwehrmann und Jörg Schwuchow zum 1. Hauptfeuerwehrmann. Gemeindebrandmeister Stefan Bußmann beförderte Heiko Hesse zum Hauptlöschmeister. Jens Koddenberg und Arno Schulte wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber geehrt. Für sein besonderes Engagement wurde schließlich noch Patrick Siebrecht gewürdigt. Dieser kümmert sich seit nunmehr zehn Jahren um den Internetauftritt der Feuerwehr Ankum. Stets informativ und immer aktuell, wie Ortsbrandmeister Koddenberg betonte und übergab als Dank noch ein Präsent.

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