Spenden für Afrika gesammelt Bippener berichtet über Radtour um die Ostsee

Von Reinhard Rehkamp


rr Bersenbrück/Bippen. Eine Spendentour unternimmt Helmut Meyer vom Bersenbrücker Umunumo Freundeskreis derzeit. Vor Publikum berichtet er über die Höhen und Tiefen seines Abenteuers. Meyer war im Herbst vergangenen Jahres rund um die Ostsee geradelt.

Auf seiner Reise habe er den Menschen in Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen immer wieder über das Projekt „Wasser für Afrika“ berichtet, erzählt Helmut Meyer, der aus dem Bippener Ortsteil Klein Bokern stammt. Nicht die Höhe der Spenden, sondern vor allem die erlebte Gastfreundschaft der Menschen hätten seine Radtour über 7875 Kilometer zu etwas Besonderem gemacht. Bei seiner Fahrt ging es ihm in erster Linie also nicht um finanzielle Aspekte, sondern er wollte den Menschen deutlich machen, wie gut es ihm geht, wenn er frei durch die Länder fahren und Grenzen ohne Probleme überwinden kann. So waren die Einnahmen in Höhe von rund 300 Euro, die auf seiner Tour um die Ostsee zusammengekommen waren, eigentlich eine Nebensache. Nun möchte Meyer aber durch Reiseberichtsvorträge finanzielle Zuwendungen für die von ihm unterstützte Aktion einwerben. Bei dieser Gelegenheit können auch interessierte Nachahmer, die eine ähnliche Spendentour planen, erfahren, was es bei der Vorbereitung alles zu bedenken gibt. Wer sich wie Helmut Meyer als Einzelfahrer auf Spendentour begibt, sollte beispielsweise darauf achten, dass das Engagement für das soziale Projekt auch für jedermann nachvollziehbar ist. Dann würden einem viele Türen aufgehen, hat Meyer es erlebt. Über die Homepage www.umunumo-freunde-bsb.de hätten sich die Menschen schnell informieren können.

Auch einmal in einer Sauna übernachtet

An Ausrüstung habe er nicht mehr als 20 Kilogramm mitgenommen. Neben Übernachtungen im Motel oder Hotel sei es immer wieder eine schöne Erfahrung gewesen, wenn er von fremden Menschen Einladungen erhalten habe, in deren Häusern zu einzukehren. So habe es ungewöhnliche Übernachtungsorte gegeben, wie eine gerade nicht in Betrieb befindliche Sauna an der russisch-finnischen Grenze, das Pastorat einer schwedischen Kirchengemeinde oder eine Unterkunft bei der Bürgermeisterin von Bippens finnischer Partnergemeinde Paistu/Viljandivald. Auch in einer Wallfahrtskapelle im litauischen Sinautai hat er übernachtet, wo es eine Christus- und Marienerscheinung im Jahre 1969 gegeben haben soll. „Mit so viel Jesus und Maria um mich herum habe ich noch nie übernachtet“, meint Meyer denn auch scherzhaft. Im schwedischen Uppsala ist er einer Einladung zu einer ganztägigen Meditation bei einer Schamanin gefolgt. Aber auch Kultur stand auf seiner Tour auf dem Programm. So hat er das Astrid- Lindgren-Museum im schwedischen Kisa besichtigt. Auch war er auf der Spur eines hundertjährigen Romanhel-den im 2.000-Seelen-Dorf Malmköpping. Eine höchst beeindruckende Messe habe er in einer römisch-orthodoxen Kirche im estländischen Tallin erlebt, erzählt Meyer.

TuS Bersenbrück ist auch in Polen bekannt

Im lettischen Riga habe er die Bersenbrücker Umunumo Mitglieder Anne und Hubert Siemer getroffen, die dort mit dem Rotary Club Bersenbrück Altkreis unterwegs waren. In Schweden war er Augenzeuge eines Mountainbikerennens mit 13.000 Teilnehmern. Im schwedischen Käge traf er einen Cafébesitzer, der ein Jahr lang als Friseur in Osnabrück gearbeitet hat. Im estländischen Jädivere und litauischen Nida hat er Busreisegruppen aus Deutschland getroffen, denen er im Bus das Umunumo-Projekt vorstellte und dafür Spendengelder erhielt. Aber auch Einzeltouristen aus den USA und aus der Schweiz sind ihm begegnet, die von seinem Vorhaben begeistert waren. In Polen wurde er von einem 80-Jährigen wegen seiner Trainingsjacke des TuS Bersenbrück angesprochen. Er sei Vertriebener gewesen, berichtete ihm der Mann, und hätte zwischen 1948 und 1953 in Ankum gelebt. Ihn interessierte, ob es noch immer die sportliche Rivalität zwischen Ankum und Bersenbrück gebe.

Vorträge zugunsten des Umunumo-Freundeskreises

Seine Tour führte Helmut Meyer auch an Mahnmalen für die Opfer von Wehrmachtsverbrechen wie im litauischen Kalvarija oder deutschen Ravensbrück vorbei. Letzteres kannte er schon vom Sponsorenlauf im Jahre 2008, als er mit den Langstreckenläufern des TuS von der polnischen Partnerstadt Gryfino nach Bersenbrück gelaufen war. Mithilfe der Spenden können nun weitere Brunnen gebaut werden. In den vergangenen beiden Jahren wurden rund drei Dutzend Brunnen hergestellt. So erfolgt der Bau im Norden Nigerias durch zwei von Misereor ausgebildete Wassertankbauer, deren Ausbildung der Bersenbrücker Umunumo-Freundeskreis vor Jahren finanziert hat. Ein Brunnen kostet zirka 800 Euro und versorgt etwa 200 Dorfbewohner pro Jahr. Rechnet man Meyers im vergangenen Jahr zurückgelegte Strecke von 7.875 Kilometer und die 8.271 Kilometer seiner Australien-Spendentour im Jahr 2015 zusammen, dann wäre er die Strecke zur nigerianischen Partnergemeinde Umunumo hin und zurück gefahren. Gruppen, auch Schulklassen, die mehr von Helmut Meyers Radtour erfahren möchte, können sich unter Telefon 05901/9616455 mit ihm in Verbindung setzen.