Richtig schön streiten Bersenbrücker Gymnasiast gewinnt Regionalentscheid „Jugend debattiert“

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Bersenbrück. Gepflegte Wortgefechte lieferten sich die Teilnehmer des Regionalwettbewerbs „Jugend debattiert“, der jetzt in Bersenbrück ausgetragen wurde. Am fairsten und überzeugendsten argumentierten Michael Ernst (Gymnasium Bersenbrück) und Nils Middendorf (Greselius-Gymnasium Bramsche).

Als ruhender Pol in der Finalrunde der Sekundarstufe II hört Michael Ernst, Schüler vom Gymnasium Bersenbrück, erst einmal aufmerksam zu, welche Argumente die Gegenseite ins Feld führt. Dann denkt er kurz nach, blickt seinem Gesprächspartner in die Augen und serviert ihm, freundlich lächelnd, eine mit Daten, Zahlen und Fakten gespickte Replik. Touché!

Ähnlich wie beim Schachspielen platzieren die Kontrahenten beim sportlichen Streitgespräch ihre Meinungen mit strategischem Bedacht. Dabei ist das Ziel der Diskussion gar nicht unbedingt, die Gegenseite von der eigenen Position zu überzeugen, sondern möglichst fair und offen einer gemeinsamen Lösung näher zu kommen und die Grundlagen eines demokratischen Miteinanders zu pflegen. Die fünfköpfige Jury aus Lehrern und Schülern vergibt dabei Punkte für die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, die Gesprächsfähigkeit und die Überzeugungskraft des jeweiligen Kandidaten.

Konstruktiv streiten

Seit Projektbeginn vor mittlerweile 15 Jahren lernen die Teilnehmer von „Jugend debattiert“, wie man sich so richtig schön streitet. Konstruktiv, versteht sich. Nicht nur mit Worten, sondern ganz gezielt mit fundierten Argumenten und einem respektvollen Umgangston. Die Kunst des Debattierens wird den Jugendlichen von speziell fortgebildeten Lehrern während des Unterrichts oder als zusätzliches Stundenangebot vermittelt. Um den Reiz zu erhöhen, sich auszutauschen und über den Tellerrand der schulinternen Standpunkte hinauszublicken, werden regelmäßig Wettbewerbe bis hin zum Bundesfinale in Berlin ausgetragen. Den Regionalwettbewerb des Schulverbunds Hase-Ems-Vechte richtete jetzt das Team um Lehrer Martin Wellmann vom Gymnasium Bersenbrück aus.

Über so kniffelige Fragen wie „Soll Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit automatisierter Gesichtserkennung ausgestattet werden?“ oder „Sollen Toiletten im öffentlichen Raum grundsätzlich Toiletten ohne Geschlechteraufteilung sein?“ stritten jeweils vier Jugendliche – aufgeteilt in die Altersklassen der Sekundarstufen I und II – am Rednerpult miteinander. Sämtliche Streithähne hatten bereits zuvor an ihren Schulen den Klassen- und anschließend den Schulwettbewerb für sich entschieden. Am Regionalcontest beteiligten sich neben dem Gymnasium Bersenbrück als Gastgeber auch die August-Benninghaus-Schule aus  Ankum, das Greselius-Gymnasium Bramsche, die Gesamtschule Emsland aus Lingen, das Gymnasium Nordhorn, das Evangelische Gymnasium aus Nordhorn sowie die Oberschule Spelle.

Landesfinale in Hannover

Gemäß den offiziellen Regeln des Projekts unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, hatten alle Teilnehmer bereits zehn Tage vor dem Wettbewerb die Themen erhalten, über die es sich schließlich an diesem Vormittag in Bersenbrück auseinanderzusetzen galt. Wer allerdings die Pro- und wer die Kontra-Position zu vertreten hatte, erfuhren die Schüler erst unmittelbar vor der Debatte. Beim Finale der Sekundarstufe II erhielt Michael Ernst (Gymnasium Bersenbrück) die meisten Punkte vor Nina Koernig (Gymnasium Nordhorn). Die Debatte der Sekundarstufe I dominierten mit Nils Middendorf (Platz 1) und Lotta Ava Brüggemann (Platz 2) die Schüler des Greselius-Gymnasiums Bramsche. Alle vier haben sich damit für den Landesentscheid am 13. März in Hannover qualifiziert.


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