Theatergruppe spielt Eggermühlen: Geldscheine im Spinat

Von Georg Geers

Das tut weh. Mit einer Spritze holt Landarzt Dr. Krütthoff den Bauern Karl Struck wieder ins Lebens zurück. Foto: Georg GeersDas tut weh. Mit einer Spritze holt Landarzt Dr. Krütthoff den Bauern Karl Struck wieder ins Lebens zurück. Foto: Georg Geers

Eggermühlen. Dass gestohlenes Geld nicht glücklich macht, zeigt der plattdeutsche Dreiakter „Wecker heff, de heff“ der Theatergruppe Eggermühlen.

Vor der Kulisse einer „guten alten Stube“, die Ernst Lübbert zur Lage, Detlef Többe-Hömke, Jürgen und Hermann Hömer sowie Jürgen Lünnemann sehr authentisch auf die Bühne gezaubert haben, herrscht eigentlich das ganz normale Leben einer Bauernfamilie. Wäre da nicht Bauer Karl Stuck (Stefan Fleddermann), der sich von einem Lottogewinn der Familie heimlich 10.000 Mark zur Seite geschafft hat. Auch wenn seine resolute Grete (Anne Hömme) den Kassenbestand immer wieder durchrechnet, es fehlen 10.000 Mark. Da die Bauersfrau nach der Suche selbst vor Karls Westentaschen nicht halt macht, muss ein gutes Versteck her. Gemeinsam mit Knecht Hinnerk Meyer (Martin Triphaus) hat Karl Struck die geniale Idee. Die Kohle kommt in einer der im Kühlschrank deponierten Spinatdosen. Jule Popp (Karin Hömer), die Hofmagd mit leicht beschränktem Horizont, die sich morgens mit Hofhahn Konstantin unterhält und ein Auge auf Knecht Hinnerk geworfen hat, sorgt schon mit ihrem Outfit für schmunzelnde Publikumsgesichter. Als Dorfpolizist Hansen (Michael Vogt) den Bauern vor dem Landstreicher Jochen Muhl (Ernst Lübbert zur Lage) warnt, der sich des nachts an der Vorratskammern des Dorfes zu schaffen macht, ersinnt dieser einen scheinbar genialen Plan. Eine mit Schlaftabletten angereicherte Flasche Bier soll dem Landstreicher als Köder dienen und ihn lahmlegen.

Trinkfeste Oma

Als Dorfpolizist und Bauer den Rumtreiber schließlich am Kühlschrank des Hofes dingfest machen und die komplett geleerte Bierflasche entdecken, scheint der Fall gelöst und beide begießen ihren Erfolg. Doch weit gefehlt, auch Landstreicher lieben kaltes Bier und so hat dieser die Köderflasche gegen eine gekühlten Flasche ausgetauscht. Statt des Einbrechers versinken nun Bauer und Polizist in einen nicht enden wollenden Tiefschlaf. Mit vereinten Kräften schaffen Magd und Knecht die Tiefträumer ins Scheunenstroh. Beunruhig über den langen Schlaf muss Landarzt Dr. Krüttkopp (Martin Geers) her, der die Schläfer mit einer anständig großen Spritze wieder aus ihren Träumen holt.

Da Bauer Stuck aus verständlichen Gründen keinen Appetit auf Spinat hat, verschenkt seine Tochter Lisa (Tanja Feldker) das wertvolle Dosenfutter nichtsahnend an ihren Freund Hans Schriewer (Jürgen Wille), der dieses Gemüse heiß und innig liebt. Das Chaos ist nicht mehr aufzuhalten. Inmitten der Aufregung sorgt die trinkfeste Oma des Hofes (Bianca Schumacher) immer wieder für amüsante Szenen.


Noch vier Mal ist die Komödie auf dem Saal des Gasthauses Böhmann noch zu sehen. Die nächste Vorstellung am kommenden Sonntag um 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen ist bereits ausverkauft. Gespielt wird der Dreiakter ferner am 27., 28. und 30 Januar. Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr.

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