Nachteile bei E-Bus-Förderung 40 Prozent der Busflotte der VOS Nord erfüllt Abgasnorm Euro 6

Von Martin Schmitz

40 Prozent der Busse im Besitz der VOS-Nord-Unternehmen erfüllen die neue Abgasnorm Euro 6. Foto: Sebastian Stricker40 Prozent der Busse im Besitz der VOS-Nord-Unternehmen erfüllen die neue Abgasnorm Euro 6. Foto: Sebastian Stricker

Altkreis Bersenbrück. Die Busflotte im Nordkreis erfüllt aktuelle Abgasnormen derzeit besser als die der Stadtwerke Osnabrück, sagt Horst Baier als Sprecher der VOS Nord. Doch bei Elektrobussen könnte das flache Land in die Hinterhand geraten, befürchtet er.

Die Osnabrücker Umweltzone darf grundsätzlich nur noch von Fahrzeugen mit grüner Umweltplakette befahren werden. Das gilt auch für den Busverkehr. Die Stadtwerke Osnabrück teilten mit, vier ihrer 90 Stadtbusse erfüllten die neue Euro-6-Norm, vier weitere Busse mit diesem Standard sollten bis Frühjahr 2019 angeschafft werden mit Zuschüssen aus Förderprogrammen.

Zwölf Busse mit der Norm Euro-5/EEV seien mit SRC-Technik nachgerüstet. SRC, bekannt aus dem Pkw-Bau unter dem Stichwort „Adblue“, neutralisiert Stickoxide mit Harnsäure. Bei den Stockoxidwerten unterbieten SRC-Busse sogar deutlich die Euro-6-Norm. Deshalb sollen 37 Busse der Stadtwerke bis Frühjahr 2019 nachgerüstet werden. Bei 40 älteren Bussen sei die Nachrüstung zu aufwendig, sie sollen mit Partikelfiltern so abgasarm gemacht werden, dass sie die grüne Plakette bekommen können.

Die Stadtwerke stellen ein Drittel der 270 Busse, die in der Umweltzone unterwegs sind, zu der die Osnabrücker Innenstadt und ein großer Teil des Stadtgebietes gehören. Der Rest gehört teils Vertragspartnern der Stadtwerke und der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS), die den öffentlichen Busverkehr im Landkreis abwickelt, aber auch Linien in die Stadt hinein bedient.

Die Busflotte der VOS Nord erfüllt die aktuelle Abgasnorm besser als die der Stadtwerke, wie Horst Baier, Sprecher der VOS Nord mitteilt. Die VOS Nord ist der Zusammenschluss der Busunternehmen Hülsmann, Nieporte, Beckermann, Weser-Ems-Bus und Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn. Sie wickelt den Busverkehr in den vier Samtgemeinden des Osnabrücker Nordkreises ab, fährt ab auch nach Bramsche und nach Osnabrück. Auch die VOS Nord arbeitet mit Unterauftragnehmer wie die Stadtwerke Osnabrück, sie deckt aber zwei Drittel der Fahrten mit eigenen Fahrzeugen ab. Insgesamt seien etwa 100 Busse im Einsatz.

Die eigene Flotte, gibt Baier an, bestehe zu mehr als 90 Prozent aus Fahrzeugen, die mindesten die Euronorm 5 erfüllen, 41 Prozent davon sogar die Euronorm 6. In der Abgastechnik stehe die VOS Nord im Moment also deutlich besser da als die Stadtwerke. Baier führt dies auf unterschiedliche Prioritäten zurück. Seit 2015 hätten sich die Stadtwerke die Umstellung ihrer Flotte auf Elektrofahrzeuge zum Ziel gesetzt. Elektrobusse seine aber noch kaum verfügbar, es habe Verzögerungen in der Entwicklung und Markteinführung gegeben. Währenddessen sei die Dieselbusflotte der Stadtwerke gealtert, während die VOS Nord kontinuierlich in neue Dieselbusse investiert habe.

Trotzdem sei auch die VOS sehr am Einsatz von Elektrofahrzeugen interessiert. Sie hat aber ein Problem, so Baier: Elektrobusse seien immer noch doppelt so teuer wie Dieselbusse. „Die Stadt Osnabrück ist bereit, dies finanziell zu unterstützen. Der Landkreis Osnabrück als Träger des Schülerverkehrs hat das Thema Elektromobilität bislang aber noch nicht diskutiert und daher keine Finanzmittel bereitgestellt“, schreibt Baier. Hier bestehe noch Nachholbedarf, besser noch sei eine Strategie zur E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Osnabrück.

Benachteiligt sieht Baier das flache Land auch in der Förderung. Die Stadtwerke Osnabrück erhielten drei Millionen Euro Zuschuss vom Land für die Anschaffung von 13 elektrischen Gelenkbusse samt Ladeeinrichtungen. Dies seien 230000 Euro pro Bus. Die privaten Busunternehmen der VOS seien von dieser Förderung ausgenommen. In den Landkreis flössen aus dem Programm lediglich 180000 Euro für die Anschaffung eines Busses.