Untersuchung abgeschlossen Samtgemeinde Artland optimiert ihr Nahwärmenetz

Auf dem Papier ist die neue Nahwärmeversorgung für Schule, Sporthalle, Hallen- und Freibad bereits Realität. Claus Peter Poppe, Frank Wuller und Thomas Jablonski (von links) erläuterten das Konzept. Foto: Christian GeersAuf dem Papier ist die neue Nahwärmeversorgung für Schule, Sporthalle, Hallen- und Freibad bereits Realität. Claus Peter Poppe, Frank Wuller und Thomas Jablonski (von links) erläuterten das Konzept. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die Samtgemeinde Artland hat das bestehende Nahwärmenetz für ihre Liegenschaften an der Jahnstraße in Quakenbrück überarbeitet. Die Optimierung ist wegen des Neubaus der Oberschule Artland erforderlich. Ein Konzept für den Umbau liegt nun vor.

Mit Unterstützung des Energieversorgers Innogy, der die Hälfte der Kosten für die Untersuchung trug, hat die Samtgemeinde Artland die bisherige Wärmeversorgung für das Hallen- und Freibad, die Oberschule Artland, die Artland Arena und die Artland-Sporthalle unter die Lupe genommen und ein Konzept entwickelt, wie die künftig erforderlichen Wärmebedarfe gedeckt werden könnten. „Zwei Fragen standen im Fokus: Wie soll der Neubau der Oberschule beheizt werden? Wie gehen wir mit dem Hallenbad um?“, berichtete Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Blockheizkraftwerk ist Wärmelieferant

Zentraler Bestandteil des bisherigen Nahwärmenetzes ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das die Gebäude seit gut zehn Jahren mit Wärme versorgt und von dessen Betreiber die Kommune die Wärme einkauft. Für den Fall eines Ausfalls gibt es ein Back-up-System, dezentral untergebrachte Heizkessel und Wasserspeicher, die einspringen. Diese befinden sich im Keller des Hallenbades, doch die beiden Kessel und der 5000-Liter-Boiler sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. „Dazu kommt, dass der neue Schulbau energetisch so effizient ist, dass 25 Prozent weniger Energie als bisher benötigt werden“, ergänzt Erster Samtgemeinderat Frank Wuller. Das Blockheizkraftwerk produziert im Jahr 3670 Megawattstunden Wärme. Die alte Oberschule verbrauchte rund 8,7 MWh pro Jahr, für den Neubau werden nur 3,5 MWh pro Jahr kalkuliert. Durch diesen „Puffer“ könnte das BHKW auch künftig im Winter und in Zeiten mit Spitzenverbrauch alle Immobilien versorgen. Doch auf eine „Rückversicherung“, also dezentrale Heizkessel und Wärmespeicher, will die Samtgemeinde nicht verzichten. Diese soll helfen, den Bedarf in Spitzenlastzeiten sicherzustellen.

Kosten für Umbau liegen bei 250.000 Euro

Etwa ein Vierteljahr haben Ingenieure des Energieversorgers Innogy die zur Verfügung gestellten Zahlen und Verbrauchsdaten analysiert und mehrere Varianten des Ausbaus durchgerechnet. Vorschlag drei sieht vor, dass die zentrale Wärmeversorgung weiterhin durch das BHKW erfolgt und eine Kesselanlage mit Gasbefeuerung als Back-up-Einrichtung gebaut wird. „Da gibt die Untersuchung eine klare Richtung vor“, erläuterte Wuller. Die vorgeschlagene Lösung sei zukunftsorientiert und bedarfsgerecht, die Technik zeitgemäß und der Aufwand überschaubar. Die Kosten werden laut Untersuchung auf etwa 250.000 Euro geschätzt.

Kommune baut bedarfsgerecht

Das Konzept liegt nun auf dem Tisch, über die technische Umsetzung wird die Samtgemeinde Artland nun weiter beraten. Fest steht, dass der Umbau im kommenden Jahr erfolgen soll. „Die Samtgemeinde baut nur, was sie auch tatsächlich an Wärmeversorgung benötigt. Das ist die wirtschaftlichste Lösung“, bewertete Innogy-Kommunalberater Thomas Jablonski das Ergebnis des Gutachtens. Der Vorteil sei, dass die Kommune in Energieeffizienz investiere und langfristig dazu beitrage, die CO2-Emissionen zu reduzieren.


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