Grünen-Antrag erfolgreich Deutliche Mehrheit im Artländer Rat für Glyphosat-Verbot

Von Christian Geers

Grünen-Ratsherr Holger Fuchs-Bodde-Gottwald (Mitte) begründete in der Ratssitzung am Donnerstagabend, warum die Samtgemeinde Artland aus seiner Sicht auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat verzichten sollte. Foto: Katharina PreuthGrünen-Ratsherr Holger Fuchs-Bodde-Gottwald (Mitte) begründete in der Ratssitzung am Donnerstagabend, warum die Samtgemeinde Artland aus seiner Sicht auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat verzichten sollte. Foto: Katharina Preuth

Quakenbrück. Die Samtgemeinde Artland verbietet den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln auf ihren Äckern. Das hat der Samtgemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Bereits vor zwei Wochen hatte der Umweltausschuss einem Antrag der Grünen-Fraktion zugestimmt.

Das Votum des Artländer Rates fiel nach gut viertelstündiger Diskussion eindeutig aus: 25-Ratsmitglieder aus den Reihen der SPD, der CDU, der Grünen und der Linken stimmten für das Verbot, acht Ratsmitglieder aus den Reihen der CDU und der FDP sagten Nein. Die beiden Ratsmitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Badbergen enthielten sich bei der Abstimmung.

15 Pächter, 60 Hektar Ackerland

Betroffen von dem Verbot sind nach Auskunft der Samtgemeinde Artland etwa 60 Hektar Ackerfläche, die zurzeit an 15 Landwirte verpachtet sind. Daneben ist die Kommune noch Eigentümer von exakt 102 Hektar Grünland, das extensiv genutzt wird. Auf diesen sei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ohnehin verboten, sagte ein Sprecher der Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion. Das nun beschlossene Verbot soll laut Beschluss des Samtgemeinderates bei der Neuverpachtung der kommunalen Flächen angewandt werden, wie dessen Vorsitzender Wolfgang Becker (CDU) vor der Abstimmung noch einmal klarstellte.

Grünen-Fraktion brachte Antrag im Februar 2016 ein

Die Diskussion über ein Verbot des umstrittenen Glyphosats auf kommunalen Flächen beschäftigt die Samtgemeinde Artland seit mehr als einem Jahr. Bereits im Februar 2016 hatte die Fraktion der Grünen einen entsprechenden Antrag formuliert, glyphosathaltige Pestizide von kommunalen Äckern fernzuhalten. Umweltausschuss und Samtgemeinderat hatten eine abschließende Entscheidung im Juni 2016 jedoch vertagt. Die Gremien wollten zunächst das Votum der Europäischen Union (EU) über die erneute Zulassung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln abwarten.

Deutschland stimmte für Verlängerung

Nach einer Entscheidung der Europäischen Union darf Glyphosat in der Landwirtschaft weitere fünf Jahre zum Einsatz kommen. Deutschland hat trotz Absprachen zwischen CDU und SPD in der vergangenen Woche der Verlängerung der Glyphosatzulassung zugestimmt.

(Weiterlesen: Alles was Sie über Glyphosat wissen müssen.)


Der Artländer Samtgemeinderat

Dem Rat der Samtgemeinde Artland gehören 35 Mitglieder an: CDU: 13 Mandate, SPD: 11 Mandate, Bündnis 90/Die Grünen: 3 Mandate, Die Linke: 3 Mandate, FDP: 2 Mandate, UWG Badbergen: 2 Mandate. Dazu kommt die Stimme von Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe (SPD).