Einstimmiger Ratsbeschluss Rahmenplan ist Richtschnur für Quakenbrücker Bahngelände

Von Christian Geers

Das frühere Stellwerk Mitte auf dem weitläufigen Bahngelände bleibt als „Leuchtturm“ erhalten und soll für Wohnzwecke hergerichtet werden. Foto: Christian GeersDas frühere Stellwerk Mitte auf dem weitläufigen Bahngelände bleibt als „Leuchtturm“ erhalten und soll für Wohnzwecke hergerichtet werden. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die Stadt Quakenbrück hat den städtebaulichen Rahmenplan für das Bahngelände überarbeitet. Damit kann die Feinplanung für das rund zehn Hektar große Gelände beginnen.

Fast genau ein Jahr lang haben sich Bürger, Stadtrat und Verwaltung mit dem früheren Bahnbetriebsgelände beschäftigt. Ziel war, den vorliegenden städtebaulichen Rahmenplan aus dem Jahr 2012 für das Sanierungsgebiet Stadtumbau West „Quakenbrück-Bahnflächen“ an veränderte Realitäten anzupassen. Dazu gehört, dem Bereich Wohnen in dem Gebiet einen größeren Stellenwert zu geben. Eine Wohnungsmarktanalyse hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass es in Quakenbrück durchaus eine Nachfrage für moderne, qualitativ hochwertige Wohnungen gibt. Auch die Bürger hatten in einem Workshop viele Vorschläge geäußert, die künftig als Richtschnur für das weitere Handeln gelten. Der vorhandene Fußgängertunnel solle aufgewertet werden und zu einer zentralen Verknüpfung zwischen Altstadt und Neustadt werden.

Eingehende Beratung im Bauausschuss

In den Sitzungen des Bauausschusses hatten sich Ratsmitglieder dafür ausgesprochen, dass im Bereich des Draisinenbahnhofs kein Parkplatz gebaut werden und dass der Plan „mindestens eine fußläufige ebenerdige Verbindung über die Bahntrasse“ bekommen soll. Dieser solle möglichst geradlinig an die Friedrichstraße im Westen anschließen.

Greten: Wichtigstes Infrastrukturprojekt der Wahlperiode

Zufrieden mit dem erarbeiteten Rahmenplan, der mithilft, das Niemandsland zwischen Altstadt und Neustadt zu ordnen und städtebaulich zu gestalten, sind alle Fraktionen im Stadtrat, die einen einstimmigen Beschluss fassten. „Das ist das wichtigste Infrastrukturprojekt der Wahlperiode“, stellte Ludger Greten fest. Die Reaktivierung der Bahnflächen, „rund 100.000 Quadratmeter inmitten Quakenbrücks“, werde Rat und Verwaltung in den kommenden Jahren beschäftigen. „Wann hat die Stadt schon einmal eine solch große Fläche gestalten müssen?“, fragte der CDU-Ratsherr und Vorsitzende des städtischen Bauausschusses. Es sei gelungen, im südlichen Teil des Bahnbetriebsgeländes die Gewerbeflächen zu arrondieren, im nördlichen Bereich ein Wohnquartier einzuplanen und mittendrin Platz zu schaffen für öffentliche Einrichtungen wie eine neue Kindertagesstätte.

„Das alles sind wichtige Punkte, dazu gehört unbedingt eine bessere Verbindung zwischen Alt- und Neustadt. Das muss unser Hauptanliegen sein“, forderte er. Der Tunnel müsse umgebaut werden, „offen, hell und breit“ werden, auch ein ebenerdiger Bahnübergang für Radler und Fußgänger sei erforderlich. „Die Bahn brauchen wir als Partner, mit ihr müssen wir eine Lösung finden“, so Greten. Das werde schwierig, es gehe um Fragen der Verkehrssicherheit, Machbarkeit, Finanzierung und Umsetzung.

Henemann: Masterplan auflegen

Andreas Henemann (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnet den Rahmenplan als gute Grundlage. „Wichtig ist, dass wir ein harmonisches Quartier entwickeln und es keine Entgleisungen von vielen Zufälligkeiten gibt.“ Er schlug vor, einen Masterplan aufzulegen, der auch Themen wie Elektromobilität und Plusenergiehäuser aufnehme. Henemann: „Dann haben wir die Chance, ein innerstädtisches Vorzeigequartier zu entwickeln, das zukunftsorientiert und klimafreundlich ist.“ Unterstützung der Landtags- und Bundestagsabgeordneten erhoffte sich Thomas Fisse beim Thema Bahnübergang. Für den SPD-Fraktionschef ist das Bahngelände das „Herzstück“ Quakenbrücks. Nun gelte es, die Pläne umzusetzen, auch mit Blick auf die Kindertagesstätte, die in der Stadt benötigt werde.