Tagung bringt Akteure zusammen In Via Quakenbrück gründet Netzwerk zur Inklusion

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Wollen zusammen die „Schule für alle“ gestalten: Der Verein In Via Quakenbrück hat Vertreter verschiedener Bildungseinrichtungen zum Ideenaustausch eingeladen. Foto: Ulrike HavermeyerWollen zusammen die „Schule für alle“ gestalten: Der Verein In Via Quakenbrück hat Vertreter verschiedener Bildungseinrichtungen zum Ideenaustausch eingeladen. Foto: Ulrike Havermeyer

Quakenbrück. Die „Schule für alle“ stand im Mittelpunkt einer Tagung, zu der der Verein In Via Quakenbrück Vertreter aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen ins Bonnus-Haus eingeladen hatte. Ziel war unter anderem eine effektive Vernetzung der Beteiligten.

Neben dem Aspekt, wie sich die Inklusion in der Region weiter vorantreiben lässt, beschäftigten sich die rund 40 Teilnehmer zunächst mit der Frage: Wer sind eigentlich „Wir“? Und wie lässt sich jemand, der auf den ersten Blick nicht zu diesem „Wir“ gehört, dennoch mit ins Boot nehmen? Dazu hatten die Gastgeberinnen des Treffens, In Via Quakenbrück-Geschäftsführerin Martina Uhlenkamp und Projektleiterin Ida Mohring, eine Mitmach-Aktion vorbereitet, bei der sich die Tagungsteilnehmer jeweils bestimmten Gruppen zuordnen sollten: Wer ist Quakenbrücker? Wessen Arbeitsstelle liegt weiter als 50 Kilometer entfernt? Wer hat während seiner eigenen Schulzeit mehr als eine schlechte Erfahrung gemacht?

Wer sind eigentlich „Wir“?

Die Kennenlern-Übung entpuppte sich als Paradebeispiel dafür, wie sich der Begriff des „Wir“ als viel flexibler und dynamischer erweisen kann, als oftmals wahrgenommen – und wie sich das Phänomen Ausgrenzung, zumindest spielerisch, überwinden lässt. Über unvermutete Gemeinsamkeiten  („Was? Du musst auch soweit zur Arbeit fahren, das wusste ich ja noch gar nicht!“) und unterschiedliche Erfahrungen („Für mich war die Schule wie eine zweite Familie“ – „Ich habe sogar mal einen Schulverweis kassiert“), kamen die Akteure schnell miteinander ins Gespräch. Und steckten dabei auch schon mitten im Thema. Denn ein Schwerpunkt der Tagung war die Entwicklung von Methoden, die besonders in der Schule zum Abbauen von Barrieren in den Köpfen und zur Unterstützung von Inklusion angewendet werden können.

Miteinander ins Gespräch kommen

„Das Projekt ,Schule für alle‘ läuft auf Bundesebene seit 2015, wir hier in der Modellregion Quakenbrück haben im Oktober 2016 damit begonnen“, erläuterte Martina Uhlenkamp den Gästen. Die setzten sich unter anderem zusammen aus Lehrern von Förder- und Regelschulen, Schülern, Wissenschaftlern, Schulsozialarbeitern, Jugendpflegern, Eltern und Erzieherinnen sowie aus Vertretern von Caritas, der Volkshochschule und verschiedener Einrichtungen des Landkreises und der Samtgemeinde.

Unterschiedliche Menschen zusammenbringen

Bevor die Tagungs-Teilnehmer dann in den angebotenen Workshops Themen wie Klassenrat, Familienklassenzimmer und „Lernen durch Engagement“ vertieften, berichtete Professor Thorsten Bührmann von der Medical School in Hamburg, der das Projekt „Schule für alle“ wissenschaftlich begleitet, über seine Erfahrungen, wie Veränderungen im System Schule langsam aber sicher umgesetzt werden können. „Sie hier in Quakenbrück haben für die Inklusion vor Ort schon einiges erreicht“, zollte er den ambitionierten Bildungsvertretern aus der Region Respekt, ermutigte sie aber zugleich, als nächsten Schritt ein möglichst offenes Netzwerk zu knüpfen, „das Leute mit verschiedenen Blickwinkeln zusammenbringt.“ Kurzum: die Vielfalt zu einem Wir zu formen.


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