Hans-Gert Pöttering am AGQ Europapreis für politischen Quakenbrücker Hip-Hop

Von Katharina Preuth

Den Europapreis überreicht Hans-Gert Pöttering an die Schüler der Klasse 9d. Foto: Katharina PreuthDen Europapreis überreicht Hans-Gert Pöttering an die Schüler der Klasse 9d. Foto: Katharina Preuth

Quakenbrück . Der „Hans-Gert-Pöttering-Europa-Preis“ der Stiftung Artland Gymnasium geht in diesem Jahr an politischen Rap. Die ehemalige Klasse 8d des Gymnasiums nahm gemeinsam mit Musiklehrer Arne Bense einen Hip-Hop-Song auf und produzierte ein Musikvideo zum Thema Gleichheit in Europa.

Nach einiger Verwirrung stand auch für Preisstifter Hans-Gert Pöttering fest, dass die Auszeichnung nicht nur an die beiden Schülerinnen Inga Wierper und Johanna Freesenborg ging, die die Urkunde von ihm entgegennahmen. Nein, in diesem Jahr hat die Stiftung Artland Gymnasium gleich eine ganze Klasse für ihre Leistung ausgezeichnet. Pöttering, ehemaliger EU-Parlamentspräsident und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, dankte ihnen für ihr europäisches Engagement und lobte das AGQ als „Vorbildschule“, nicht nur in europäischer Hinsicht.

AGQ ist keine „Lernfabrik“

Für Schulleiter Stephan Keppler sei die die Verleihung des Europapreises ein Höhepunkt im Schuljahr, sagt er in seinen Begrüßungsworten. „Es ist etwas besonderes, wenn die Preisträger den Preis von dem Stifter selbst überreicht bekommen“, ergänzt Keppler.

Der Preis selbst kommt von der Stiftung Artland Gymnasium. Der Vorsitzende des Kuratoriums Ludger Figura schätzt am AGQ, dass es nicht nur eine „Lernfabrik“ sei, sondern dass die Schüler zum selbstständigen Denken angeregt würden, so Figura. Immerhin gebe es in Europa ausreichend Herausforderungen, die auf diese Generation warten würden, da sei es umso wertvoller, wenn das Artland Gymnasium ihnen das nötige Rüstzeug, in Form von Bildung, mitgebe. An dieser Stelle zitiert er den Liedtitel der Band „Fury in the Slaughterhouse“ mit den Worten „Every Generation Got Its Own Disease“. Die „Disease“, frei übersetzt mit Herausforderung, der heute hier versammelten Schüler seien vielfältiger Natur.

Politischer Hip-Hop

Dass die Schüler nicht nur im Politik- oder Geschichtsunterricht mit Europa und europäischen Werten konfrontiert werden, zeigt das Projekt von Musikreferendar Arne Bense deutlich. Selbst als DJ unterwegs sei ihm daran gelegen, die Schüler dort abzuholen wo sie stehen und das sei in diesem Fall bei der „Musik, die ihnen nahe ist“, erklärt er. So begann die Klasse 8d in der Unterrichtseinheit „Musik und Politik“ politischen Hip-Hop zu hören. Die kritischen Stimmen zum Thema Rap-Musik seien ihm indes auch nicht fremd. So gebe es Songs, denen zurecht Sexismus vorgeworfen werden, doch „die musikalische Erziehung sollen wir nicht nur der Musikindustrie überlassen“, plädiert der junge Pädagoge.

Am Mischpult am Computer versuchten sich die Achtklässler an den richtigen Beats, sie schrieben die Texte und sangen diese im Studio ihres Referendars ein. Inhaltlich rappen sie, vorneweg Lukas Macke und Luka Neumann, über syrische Flüchtlinge, den Krieg, einer deutschen Willkommenskultur und über Europa.

Damit haben sie sich zurecht um den Hans-Gert-Pöttering-Europapreis verdient gemacht.