Wahl in Niedersachsen Landtagskandidaten im Wahlkreis Bersenbrück unter Zeitdruck

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Sitze zu Vergeben: Bei der Landtagswahl am 15. Oktober entscheidet sich, wer künftig im niedersächsischen Landesparlament sitzt.Foto: dpaSitze zu Vergeben: Bei der Landtagswahl am 15. Oktober entscheidet sich, wer künftig im niedersächsischen Landesparlament sitzt.Foto: dpa

Altkreis Bersenbrück. Die vorgezogene Landtagswahl in Niedersachsen hat auf die Kandidaten aus dem Wahlkreis 73 Bersenbrück Einfluss. Unterschiedliche Herausforderungen warten jetzt auf die vier Politiker von CDU, SPD, FDP und Grünen.

Ganz banal benötigen alle Parteien auf die Schnelle Druckereien für Wahlplakate. Christian Calderone, Kandidat für die CDU, spricht von „absehbaren Schwierigkeiten“, an spezielle Hohlkammerplakate zu kommen. Es gebe nur wenige Druckereien, die darauf spezialisiert seien, da könne es zu Lieferengpässen kommen. Vor diesem Problem allerdings steht Ralf Gramann von den Grünen nicht. „Wir drucken nur auf dickerer Pappe, nicht auf Plastik“, verrät er. Außerdem würden sie mit den eigenen Plakaten warten, bis die „Bundestagsköpfe verschwinden“, ergänzt er. So beginne die heiße Phase des Wahlkampfes für die Landtagskandidaten erst nach dem 24. September. Offiziell.

Tatsächlich bedinge die verkürzte Vorlaufzeit geänderte Terminplanungen. Schon jetzt schütteln die Kandidaten gehäuft Hände und nehmen Ortstermine war. Das stelle besonders die nicht hauptberuflichen Politiker vor große Herausforderungen, ist SPD-Mann Matthias Wübbel überzeugt. Er selbst habe sich für Dezember Urlaub genommen, um auf die ursprüngliche Wahl im Januar vorbereitet zu sein. Seine Familie und sein Job als Projektmanager im Agrarmarketing erschweren spontane Änderungen. „Da hat es Herr Calderone als Vollzeitabgeordneter sicher einfacher“, ist Matthias Wübbel überzeugt. Gleichzeitig sei dafür der Wahlkampf auch schneller wieder vorbei. „Das ist kein Marathon, sondern eine Sprintstrecke“, ergänzt der Sozialdemokrat.

Ralf Gramann von den Grünen ist froh, dass er Termine mit Spitzenkandidaten oder Ministern so früh organisiert habe, so sei der Zeitdruck geringer. Aber auch seine Planungen haben sich natürlich geändert. Sein Beruf als Garten- und Landschaftsbauer für die Gemeinde Ankum sei zum Glück mit dem Wahlkampf vereinbar. „Ich habe alles so weit mit meinem Arbeitgeber abgesprochen und kann im Notfall auf unbezahlten Extraurlaub zurückgreifen“, erzählt er.

Für Jan-Uwe Hans Hacker (FDP) beginnt seine intensive Zeit erst nach seinem Praktikum im Berliner Wahlkampfbüro. „Ab dann wird voll durchgestartet“, sagt der 19-jährige Kandidat der Freien Demokraten. Er sei hoch motiviert und sehe keinen Nachteil im früheren Wahltermin. „Das Land braucht eine stabile Mehrheit“, findet Jan-Uwe Hans Hacker.

Christian Calderone selbst hat kein Interesse an Neuwahlen. Die Geschehnisse in Hannover rund um die Abgeordnete Elke Twesten, die mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU die Auflösung des Landtages und die vorgezogenen Wahlen am 15. Oktober ausgelöst hatte, seien für ihn kein Grund zur Schadenfreude, sagt er. „Es ist eine schwierige Situation für das Land, das Parlament und die Demokratie“, meint der Landtagsabgeordnete. Er hoffe, dass sich die Missstimmung, die zurzeit in Hannover herrsche, nicht auf den Wahlkampf übertrage. Calderone plädiert für ein faires Miteinander.

Zudem ist er der Meinung, dass die Landtagswahl stark von den Ergebnissen auf Bundesebene bestimmt sein werden. Sollten sich die aktuellen Umfragen bestätigen, werde das Resultat für die SPD schlecht ausfallen.

Damit der Einfluss der Bundestagswahl möglichst gering bleibe, begrüßt Ralf Gramann die Entscheidung die Wahlen an separaten Terminen stattfinden zu lassen. „Ich befürchte, sonst unterscheidet der Bürger nicht zwischen Land und Bund“, so der Grünen-Politiker.


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