Vorbereitungen im Altkreis Bersenbrück Wegen vorgezogener Landtagswahl müssen Heiratspaare ausweichen

Von Katharina Preuth

Für zwei Monate steht das Wappenzimmer im Quakenbrücker Rathaus wegen der Bundes- und Landtagswahl nicht für Trauungen zur Verfügung. Foto: Christian GeersFür zwei Monate steht das Wappenzimmer im Quakenbrücker Rathaus wegen der Bundes- und Landtagswahl nicht für Trauungen zur Verfügung. Foto: Christian Geers

Altkreis Bersenbrück. Die vorgezogene Landtagswahl in Niedersachsen wirbelt nicht nur den politischen Alltag in Hannover durcheinander. Auch die vier Samtgemeinden im Altkreis Bersenbrück müssen sich den Herausforderungen des früheren Termins am 15. Oktober 2017 stellen.

Alleine in der Samtgemeinde Artland sind 26 geplante Eheschließungen von den vorgezogenen Landtagswahlen betroffen. Im Wappenzimmer des Quakenbrücker Rathauses finden Trauungen statt. In dieser Funktion haben schon viele Paare den Raum im ersten Stock des Rathauses kennengelernt. Doch vor anstehenden Wahlen darf kein Unbefugter das Wappenzimmer betreten, auch Verliebte müssen draußen bleiben. Denn in dieser Zeit werden hier die eingehenden Briefwahlunterlagen gesammelt, in Umschlägen, in einem verschlossenen Raum. Für die Quakenbrücker bedeute es, kein Zutritt zum Wappenzimmer in der Zeit vom 14. August bis zum 16. Oktober, teilt Heinz Korte von der Samtgemeinde Artland mit. 26 Verlobte müssen dementsprechend auf die anderen gewidmeten Räume der Samtgemeinde ausweichen. In Quakenbrück sind das der Sitzungssaal im Rathaus, das Heimatmuseum und die Hohe Pforte.

In der Samtgemeinde Neuenkirchen gibt es theoretisch ein ähnliches Problem, auch hier dient das Trauzimmer im Vorfeld der Wahlen als Aufbewahrungsraum der Briefwahlunterlagen. In der Zeit, die das Zimmer unplanmäßig belegt sein wird, ausgelöst durch den Fraktionsaustritt der Grünen-Abgeordneten Elke Twersten, ist aber bislang nur eine Eheschließung angemeldet. Diese könne im Heimathaus in Neuenkirchen vorgenommen werden, erklärt Claudia Feltmann von der Samtgemeinde.

Herausforderungen dieser Art tauchen weder in Fürstenau noch in Bersenbrück auf. „Zum Glück“, so drückt es Jan Bojer aus, zuständig für die Wahlen in der Samtgemeinde Fürstenau. Die niedersächsischen Neuwahlen würden schon genug Herausforderungen an die Gemeinden stellen, sagt er weiter.

Eine Aufgabe besteht darin, auf die Schnelle die entsprechenden Wahlhelfer zu verpflichten. Seit der neue Termin unausweichlich scheint, verbringen die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter viel Zeit am Telefon. Sie müssen die Ehrenamtlichen erreichen. „Kurz vor der Wahl sind Herbstferien, da sind viele im Urlaub, das macht die Sache noch etwas komplizierter“, weiß Thomas Oeverhaus, Mitarbeiter der Wahlleitung in der Samtgemeinde Bersenbrück. „Wir hätten den 24. September für die Bundestags- und gleichzeitig die Landtagswahl besser gefunden. Aber wir schaffen das“, ergänzt er.

Die Wahllokale stellen ein weiteres Problemfeld dar. Die bereits zum Teil für den Januar reservierten Lokale müssten die Gemeinden versuchen umzubuchen. Das ist nur zum Teil möglich. In der Samtgemeinde Fürstenau sehe es zwar zunächst ganz gut aus, aber zwei Änderungen hat Jan Bojer schon zu vermelden. So können die Wähler in Berge ihre Stimme nicht im Heimathaus abgeben, sondern müssten auf die Gemeindeverwaltung ausweichen. In Schwagstorf dagegen stünde die Gaststätte Reinermann an 15. Oktober nicht zur Verfügung, dafür öffne das Heimathaus seine Türen.


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