Zweiter Bildungsweg Volkshochschule vergibt in Quakenbrück 25 Zeugnisse

Von Bernard Middendorf

Alle 25 Absolventen der VHS-Haupt- und Realschulkurse bestanden die Prüfungen. Foto: Bernard MiddendorfAlle 25 Absolventen der VHS-Haupt- und Realschulkurse bestanden die Prüfungen. Foto: Bernard Middendorf

Quakenbrück. Ein Jahr fleißig pauken, freiwillig viele Stunden der Freizeit opfern – es hat sich gelohnt: Alle 25 Absolventen der VHS-Haupt- und Realschulkurse in Quakenbrück haben die Prüfungen bestanden.

Aus der Hand von Oberschuldirektor Hendrik Tenorth nahmen die Absolventen stolz ihre Zeugnisse entgegen. „Sie haben Ihre Chancen genutzt“ sagte Christa Rapp (Volkshochschule Osnabrücker Land). Fünf Schüler hätten einen Hauptschulabschluss, vier den Sekundarabschluss I an Hauptschulen, neun einen Realschulabschluss und sieben den Erweiterten Realschulabschluss geschafft, gratulierte die VHS-Programmbereichsleiterin. Im System „Zweiter Bildungsweg“ sei das viel schwieriger, weil Lehrgänge Geld kosteten und mehr Eigeninitiative und Disziplin notwendig seien. „Sie mussten ein hohes Lernpensum bewältigen, sich auf neue Mitschüler und Lehrkräfte einstellen und viele Prüfungen bestehen“, lobte Rapp. Die meisten hätten bereits neue Perspektiven wie weiterführende Schulen, Ausbildungen oder Berufstätigkeit. Das VHS-Ziel „Wohnortnahe Lehrgänge im Nordkreis“ erfordere ein regionales Netzwerk; Christa Rapp dankte Lehrkräften, Samtgemeinde, Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), der kommunalen Arbeitsvermittlung Maßarbeit und Mehrgenerationenhaus (MGH), namentlich den Mitarbeiterinnen van Beuning, Nagel und Scheier.

Strenge und Ermutigung bei Pädagogen gefragt

Es sei wahrlich selten, dass alle bestanden hätten, zudem mit Schwierigkeiten und Einsatz verbunden, sagte Claus Peter Poppe. Die Lehrer müssten mit einer Mischung aus Strenge und Ermutigung tätig werden. „Eine zweite und dritte Chance ist wichtig“, betonte der Bürgermeister der Samtgemeinde Artland. Die Samtgemeinde werde solche Anstrengungen immer unterstützen.

„Probleme gemeinsam gemeistert“

Klemens Wolf, Klassenlehrer des Realschulkurses und Vertreter des Hauptschulkollegen, lobte das gute Unterrichtsklima im MGH mit Schwerpunkten wie Brexit, EU oder Syrien. Migranten hätten ihre dramatische Flucht geschildert und griechische Muslime erzählt, dass sie Quakenbrück als Heimat empfänden. Nach einem Besuch der Hafen-City dürfe man nun die Abfahrt des Kreuzfahrt-Lebensschiffes nicht verpassen: „Leinen los, Anker einholen!“ Das Klassensprecherteam dankte in seiner sehr offenen und lockeren Ansprache den Lehrern, dass die Türen sich geöffnet hätten. Die Möglichkeit, in Quakenbrück die Abschlüsse nachzuholen, sei gut und wichtig. „Es gab auch Probleme, aber die haben wir gemeinsam gemeistert.“

„Nehmen Sie diesen Schwung mit“

„Sie haben mögliche Ängste überwunden und den Sprung vom Drei-Meter-Brett gewagt“, freute sich Hendrik Tenorth. Die Absolventen hätten Mut gefasst, sich auf den Weg gemacht, ihr Wissen um eigene Stärken eingesetzt und die neue Situation gemeistert. „Meine Bitte: Nehmen Sie diesen Schwung mit“, appellierte der Prüfungsvorsitzende und Leiter der Oberschule Artland, bevor er den strahlenden Absolventen ihre Zeugnisse aushändigte.


Die Absolventen

Hauptschulabschluss: Timour Amet, Isabella Calakovic, Medina Calakovic, Hüseyn Dermentzi, Tolgkai Ismail, Oktay Ramadan, Volkan Ramadan, Enis Sali (alle Quakenbrück) Jens Dieker, Ankum.

Realschulabschluss: Denisa-Ioana Bandea, Quakenbrück; Marvin Bertram, Quakenbrück; Pascal Bittner, Badbergen; Marcel Bullach, Quakenbrück; Nadja Esch, Menslage; Viktoria Fadeew, Quakenbrück; Lukas Hausfeld, Nortrup; Kathrin Kathmann, Essen i. O.; Michelle Krauthammer, Menslage; Fynn Luca Maschmeyer, Neuenkirchen; Nicolae Nechita, Quakenbrück; Pamela Sfankova, Quakenbrück; Ramil Umutbajev, Essen i. O.; Andreas Urban, Badbergen; Jakob Werner, Ankum; Dennis Witte, Quakenbrück.

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