30 Krippenplätze fehlen Entscheidung über Übergangsgruppen in Quakenbrück

Ab 1. August 2017 werden in der Stadt Quakenbrück zwei Übergangsgruppen für unter Dreijährige gebraucht. Die Samtgemeinde Artland will nun entscheiden, wo sie eingerichtet werden. Symbolfoto: dpaAb 1. August 2017 werden in der Stadt Quakenbrück zwei Übergangsgruppen für unter Dreijährige gebraucht. Die Samtgemeinde Artland will nun entscheiden, wo sie eingerichtet werden. Symbolfoto: dpa

Quakenbrück. Ab 1. August werden in der Stadt Quakenbrück zwei Übergangsgruppen für unter Dreijährige gebraucht. Am Dienstag, 20. Juni, will die Samtgemeinde Artland entscheiden, in welchen Kindertagesstätten die Krippengruppen eingerichtet werden.

Kaum ein Thema hat die Mitglieder des Samtgemeinderates und der Verwaltung in den vergangenen Tagen intensiver beschäftigt als die Frage, wie dem sich abzeichnenden Mangel an Krippenplätzen gerade in Quakenbrück zu begegnen sei.

30 Plätze in zwei Gruppen

Ende März hatte der Rat beschlossen, Übergangsgruppen in den Kindertagesstätten St. Sylvester und Bethanien zu schaffen. Hier sollten in zwei Gruppen insgesamt 30 Plätze für Jungen und Mädchen entstehen. Darüber hinaus arbeitete die Verwaltung unter Leitung von Fachbereichsleiter Heinz Korte an Vorschlägen, wie die Kommune mittel- und langfristig den Bedarf an Kitaplätzen decken könnte, um den Rechtsanspruch der Eltern zu erfüllen.

Artländer Rat fasst Beschlüsse

In der jüngsten Sitzung des Artländer Rates sind dazu wesentliche Beschlüsse gefasst worden. Die Samtgemeinde will künftig für 45 Prozent aller Kinder bis zum zweiten Lebensjahr einen Krippenplatz vorhalten. Bei den Drei- bis Fünfjährigen strebt die Kommune eine Betreuungsquote von 95 Prozent an. Klar ist auch, dass in Quakenbrück auf Dauer bis zu acht neue Kita-Gruppen benötigt werden, darin eingerechnet sind bereits die beiden Übergangsgruppen, die am 1. August starten sollen. Was den sich abzeichnenden Neubau einer Kindertagesstätte angeht, soll die Verwaltung Standorte auf der Bahnfläche und im Quakenbrücker Neubaugebiet Hartlage „prioritär betrachten“, Verhandlungen mit möglichen Trägern einleiten, dabei aber auch die Bedingungen einer kommunalen Trägerschaft prüfen sowie eine Aufstellung zu erwartender Betriebs- und Investitionskosten erarbeiten.

Diskussion über Standorte der Übergangsgruppen

Uneins waren sich die Ratsfraktionen aber bei der Einrichtung der Übergangsgruppen. Hier hatte die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung mitgeteilt, dass eine Gruppe in der Kita St. Sylvester eingerichtet werden könne. Die zweite Gruppe, so der Verwaltungsvorschlag, solle jedoch anstelle in der Kita Bethanien im Kinderzentrum der Heilpädagogischen Hilfe (HpH) Bersenbrück am Wiesengrund einziehen. An diesen Orten habe das zuständige Landesjugendamt eine Betriebsgenehmigung in Aussicht gestellt. Die Verwaltung sei auf das Angebot der HpH eingegangen, weil die Diakonische Stiftung Bethanien Ende Mai gegenüber der Verwaltung schriftlich erklärt habe, dass eine Genehmigung nicht zu erreichen sei. „Das Landesjugendamt genehmigt Übergangsgruppen nur, wenn die endgültige Lösung feststeht“, erläuterte Korte. Soll heißen: Aus Provisorien sollen keine Dauerlösungen werden.

CDU: Thema ist noch nicht ausverhandelt

Den vorgeschlagenen Standortwechsel von der Kita Bethanien zur Heilpädagogischen Hilfe lehnte die CDU-Fraktion ab. Sie forderte stattdessen, dass die Verwaltung nochmals mit dem Kirchenkreisamt Bramsche, der Heilpädagogischen Hilfe und der Diakonischen Stiftung Bethanien verhandele und das Ergebnis dem Samtgemeindeausschuss vorlege. „Das Thema ist noch nicht final ausverhandelt“, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Kopmeyer.

SPD: Es gibt schon einen Ratsbeschluss

Die SPD-Fraktion lehnte diesen Antrag ab. Sprecher Michael Szymanski erinnerte an den Beschluss vom März, als zwei Träger benannt worden seien. Er plädierte dafür, noch einmal die Diakonische Stiftung Bethanien zu befragen, ob die Genehmigung für die Übergangsgruppe in der Kita Bethanien zu erreichen sei oder nicht. Wenn das nicht verbindlich erklärt werden könne, sei das Angebot der Heilpädagogischen Hilfe anzunehmen.

Mehrheit im Rat für CDU-Vorschlag

Nach einer ausgiebigen Diskussion, in der auch die Frage aufgeworfen wurde, was geschehe, wenn plötzlich alle drei Träger eine Übergangsgruppe anbieten könnten, folgte die Abstimmung: 19 Ratsmitglieder stimmten für den CDU-Vorschlag, 15 dagegen.

Verwaltung nimmt Eltern Sorgen

Fachbereichsleiter Heinz Korte teilte auf Anfrage mit, dass die Verwaltung dem Auftrag nachgekommen sei. Das Ergebnis werde im nicht öffentlich tagenden Samtgemeindeausschusses am Dienstagnachmittag vorgelegt. Dann fällt die Entscheidung, wo die Übergangsgruppen eingerichtet werden. Wichtig war Korte aber, „den Eltern die Sorgen zu nehmen“. Es werde eine Lösung zum 1. August und damit ein Betreuungsangebot geben, versicherte er.


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