Neuer Name für Bahnhofsvorplatz Stadt Quakenbrück benennt Platz nach Hermann Kemper


Quakenbrück. Schon 2001 hatte der Quakenbrücker Stadtrat entschieden, den Bahnhofsvorplatz nach dem Erfinder der Magnetschwebetechnik zu benennen. Danach geschah lange nichts. Am Freitagabend folgten den Worten Taten – nach fast genau 16 Jahren.

Gleich vorweg: Warum der Ratsbeschluss vom 12. Juni 2001 nicht gleich umgesetzt wurde, spielte keine Rolle, als die Stadt Quakenbrück in einer kleinen Feierstunde den Vorplatz vor dem Bahnhof offiziell in „Hermann-Kemper-Platz“ umbenannte.

Brüggemann: Es gab keinen besseren Zeitpunkt

Bürgermeister Matthias Brüggemann war überzeugt, dass es ohnehin keinen besseren Zeitpunkt hätte geben können. „Wir müssen uns nur in Erinnerung rufen, in welchem Zustand sich dieser heute so herrliche Platz im Jahr 2001 befand“, sagte Brüggemann. In einem miserablen, entnahm er einer Aktennotiz: „Die vorhandene Grünanlage ist nicht besonders ansehnlich“, hatten es 2002 die Verwaltungsmitarbeiter Heinz Eick und Gerhard Kruthoff elegant umschrieben. Die Zeiten hätten sich längst geändert: Heute besitze Quakenbrück ein „imposantes und hervorragend renoviertes Bahnhofsgebäude mit einem der schönsten Plätze Quakenbrücks“, so der Bürgermeister. Dieser Platz sei so bedeutend, dass er nach einem bedeutenden Mann, nämlich Hermann Kemper, benannt werden könne: Nach dem Ingenieur aus Nortrup, der mit seinen „genialen Erfindungen“ die Magnetschnellbahn Transrapid erst möglich gemacht habe.

Poppe: Ein faszinierender Namensgeber

Stadtdirektor Claus Peter Poppe würdigte Kemper als Tüftler auf dem Gebiet der Magnetschwebebahn, „die derzeit in Deutschland zu Unrecht vergessen ist“ und die zu den großen Erfindungen des 20. Jahrhunderts gehöre. Für ihn steht fest: „Der Bahnhofsvorplatz hat einen faszinierenden Namensgeber.“ Der Platz am Bahnhof sei gut gewählt, habe doch Hermann Kemper, den einst das Quietschen und Rattern des Bummelzuges von Nortrup nach Quakenbrück nervte, mit seiner Idee der räderlosen Fortbewegung das Verkehrswesen revolutioniert.

Blaues Namensschild feierlich enthüllt

Nachdem Vertreter der Familie Kühnl mit Repräsentanten der Stadt das blaue Namensschild auf dem Vorplatz feierlich enthüllt hatten, erinnerte Wolfgang Kühnl an den 125. Geburtstag Hermann Kempers. „Heute ist ein schöner Tag für unsere Familie, und es schließt sich ein Kreis“, sagte er. Er freue sich „über die Ehre, die meinem Urgroßvater hier an dieser Stelle zuteilwird“.


Hermann Kemper, der „Vater des Transrapids“

Die Geschichte der Magnetschwebetechnik ist eng mit der Geschichte der Fleischwarenfabrik Kemper in Nortrup verbunden. Hermann Kemper (Bild), der „Vater des Transrapids“, wurde am 5. April 1892 geboren. Er machte 1910 sein Abitur am Realgymnasium in Quakenbrück. Anfang der 1920er-Jahre begann der Nortruper an der Technischen Hochschule in Hannover ein Studium der Elektrotechnik, in dem er sich auch mit Elektromagneten beschäftigte. Dabei kam ihm die Idee, deren Tragkraft zu nutzen. Die Erfindung einer Magnetschwebebahn, die er 1934 zum Patent anmeldete, war die grundlegende Erfindung, die die Entwicklung des Transrapids ermöglichte. 1979 wurde der erste Prototyp vorgestellt. Kemper wurde für seine Forschungen 1972 mit dem Großen Verdienstkreuz geehrt. Er starb am 13. Juli 1977 im Alter von 85 Jahren. cg

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN