Was ist typisch deutsch? Brasilianerin lebt in Quakenbrück – und versteht einiges nicht

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Aus Brasilien in die Burgmannstadt: Dayse Nayara dos Santos Hormes. Foto: Katharina PreuthAus Brasilien in die Burgmannstadt: Dayse Nayara dos Santos Hormes. Foto: Katharina Preuth

Quakenbrück. Vor einigen Monaten ist die Brasilianerin Dayse Nayara dos Santos Hormes mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn nach Quakenbrück gezogen. Wie unterscheidet sich das Leben der studierten Journalistin hier von dem in Brasilien?Hier hat sie uns verraten, warum sie die Deutschen manchmal nicht versteht und dass Brasilianer Saft nicht mit Wasser trinken.

Frau dos Santos Hormes, was ist an Deutschland ganz anders als in Brasilien?

Als ich zum ersten Mal nach Deutschland gekommen bin, war gerade Sommer. Und trotzdem hat es geregnet und es war kalt. Das habe ich komisch gefunden. Dann ist es so, dass wir in Brasilien zweimal am Tag etwas warmes essen, das ist hier anders. Stattdessen essen viele Leute hier sehr oft belegte Brötchen, die gibt es in Brasilien so nicht. Oder sie trinken Schorlen. Ich war verwundert, dass sich hier so viele Menschen Wasser in den Saft gießen. Saft ist Saft. Und wenn wir in Brasilien Wasser trinken wollen, dann machen wir das auch. Aber jetzt trinke ich zum Beispiel meinen Wein auch gerne mit Wasser verdünnt.

Gibt es etwas, dass Sie an Deutschland schockiert?

Mittlerweile nicht mehr, aber um ehrlich zu sein, war ich schockiert, dass sich alle öffentlich die Nase putzen. Sie machen das im Restaurant, in der Bahn, auf der Straße. Das würden Brasilianer nicht machen. Wir gehen dafür ins Badezimmer. Aber auch hier bin ich schon etwas deutscher geworden. Es macht mir nichts mehr aus und manchmal putze ich meine Nase auch in der Öffentlichkeit.

Was gefällt Ihnen an Quakenbrück besonders?

Einmal sind die Großeltern von meinem Sohn ganz in der Nähe, das ist sehr schön. Familie ist für mich sehr wichtig. Und speziell an Quakenbrück gefällt mir der Wochenmarkt am Freitag besonders gut. Ich kaufe dort gerne Dips und Oliven oder das leckere Brot der Wieruper Backstube. Aber wir wohnen erst seit kurzem hier, ich muss noch vieles entdecken. Noch kenne ich die Stadt gar nicht so gut.

Können Sie sich vorstellen irgendwann zurück nach Brasilien zu ziehen?

Ich vermisse tatsächlich meine Familie und das Wetter, und manchmal auch das brasilianische Essen. Vielleicht ziehe ich mit meinem Mann noch einmal nach Brasilien. Aber erst wenn wir beide Rentner sind und unser Sohn schon groß ist. Und dann am liebsten zurück in meine Stadt, nach Belo Horizonte oder vielleicht ans Meer.


Dayse Nayara dos Santos Hormes ist im Jahr 2014 zu ihrem damaligen Freund und heutigem Mann nach Osnabrück gezogen. Sie ist gebürtige Brasilianerin und in der Millionenstadt Belo Horizonte aufgewachsen. Seit Anfang des Jahres lebt das Ehepaar mit dem gemeinsamen Sohn in Quakenbrück. In Brasilien hat die 27-Jährige als Journalistin gearbeitet.

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