Gemeinsam mit Robin Schulz Quakenbrücker Lehrer bekommt Platin-Schallplatte

Von Katharina Preuth


Quakenbrück. Als Musiklehrer am Artland Gymnasium Quakenbrück (AGQ) verdient Arne Bense seine Brötchen. Nebenher aber mischt er elektronische Musik zusammen. Eines der Lieder, die er mit DJ-Kollegen Tom Stil aufnahm, landete auf dem Erfolgsalbum „Prayer“ des Osnabrücker Star-DJs Robin Schulz und brachte ihm eine Platin-Schallplatte ein.

Mit über 200.000 verkauften Exemplaren erreichte das Album „Prayer“ Platinstatus. Es gilt als Debütalbum des in Osnabrück aufgewachsenen DJs Robin Schulz und als sein musikalischer Durchbruch. Dabei stammen nicht alle Lieder von Robin Schulz selbst, es handelt sich größtenteils um ein Remixalbum. So landeten auch Arne Bense und Tom Stil auf der Scheibe.

Überschaulich sei die Osnabrücker House- und Technoszene, erzählt der Musiklehrer. So sei er Robin Schulz öfter über den Weg gelaufen. „In der Szene hier kennt jeder jeden“, sagt Arne Bense. Hinzu kommt, dass Stil und Bense, wie sich das DJ-Duo nennt, gleichzeitig mit Robin Schulz beim Musiklabel Tonspiel landeten, einem Sublabel der Warner Music Group. Das war 2013. Im selben Jahr veröffentlichten Stil und Bense ihre erste Single. „Unser Stück ,What I say‘ hat Robin unglaublich gefeiert, er war ein großer Fan der Single“, erinnert sich der Lehrer. So kam es, vermutet er, dass Robin Schulz sie bat auch für sein Album einen Song zu produzieren. „Es gab keine Vorgaben. Nur eine Radioversion und eine lange Version sollte es geben“, sagt Arne Bense. Wobei ein Radiostück eine Länge von 3.40 Minuten nicht überschreiten sollte, erklärt er weiter. So erschufen sie „Whatever“. Auf dem 19. Platz erschien der Song auf dem Album „Prayer“. Weniger kommerziell sei er, weniger popig. Ein elektronisches Tanzstück sei es, zwar gebe es kleine Passagen mit Gesang, diese seien aber eher „das i-Tüpfelchen“, findet Arne Bense. Als „melodisches, trotzdem treibendes Stück“, beschreibt er es. „Es hat viel Energie, klingt aber trotzdem harmonisch und hat charakteristische Melodien“, sagt der Musikexperte weiter. Mit Gruß von Robin Schulz und als Erinnerung an den großen Erfolg erhielt Arne Bense seine eigene Platin-Schallplatte. Reich sei er durch die Plattenverkäufe allerdings nicht geworden. Das sei heute sehr schwierig, berichtet er. Dennoch haben Stil und Bense ein paar Euro dafür erhalten. „Das ist Robin hoch anzurechnen. Wir bekommen die Einnahmen aus dem Verkauf unseres Stücks und anteilig am Album“, verrät der Musikproduzent.

Anders als Robin Schulz hat Arne Bense sich das Mischen nicht nur selbst angeeignet. Er hat in Osnabrück Musik studiert, zum Thema „virtuelle Instrumente“ promoviert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni und der Fachhochschule in Osnabrück gearbeitet. „Robin und ich kommen aus verschiedenen musikalischen Welten.“ Statt der großen Karriere hat sich Arne Bense fürs Unterrichten entschieden. Als Referendar arbeitet er seit vergangenem Sommer am AGQ. Weniger konventionell läuft dabei sein Musikunterricht ab. Statt auf dem Glockenspiel zum klimpern, dürfen seine Schüler ein eigenes Lied am Computer erstellen. „Meine Musik hat weniger mit Noten zu tun und traditionellem Wissen über Harmonien“, sagt der Lehrer. Er versuche, sein Wissen über moderne Musikproduktion in den Unterricht einzubringen. Dabei ergänze er sich gut, mit den anderen Musiklehrern am AGQ. „Jeder hat sein Spezialgebiet und davon profitieren die Schüler“, ist Arne Bense überzeugt.

Selten einmal legt er noch als DJ auf und wenn dann nur zusammen mit seinem Kollegen Tom Stil. Er sehe sich selbst weniger nachts im Club an den Turntables, eher als Produzent im Hintergrund. „Das letzte Mal haben wir an Silvester im Dr. Vogel in Osnabrück aufgelegt. Aber das DJ-Leben ist schlecht mit dem Referendariat zu vereinen“, findet er.