Rahmenplan wird überarbeitet Aus Quakenbrücker Bahnbrache soll Bauland werden

Von Christian Geers


Quakenbrück. Die Stadt Quakenbrück will den städtebaulichen Rahmenplan für das frühere Bahngelände fortschreiben. Zum Auftakt ist am Freitag ein Workshop geplant. Einwohner können ihre Ideen, Anregungen und Wünsche äußern und sich mit Stadtspitze und Planer austauschen.

Die Entwicklung des früheren Bahnbetriebsgeländes mit einer Größe von rund zehn Hektar zählt zu den größten Herausforderungen, denen sich der neugewählte Stadtrat in den kommenden fünf Jahren stellt. Denn das abgeräumte und in den vergangenen Monaten zum größten Teil von Altlasten befreite Gelände bietet viel Potenzial.

Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt

Davon sind die Verantwortlichen in der Stadt nicht erst seit dem Kauf des Geländes im Jahr 2010 überzeugt . Die Bahnbrache ist nicht nur das Verbindungsstück zwischen Altstadt und Neustadt, sondern bietet Spielräume, die weiter darüber hinaus gehen. „Die Neunutzung dieser Flächen in der Stadtmitte wird die Entwicklung Quakenbrücks als Wirtschafts- und Wohnstandort weiter fördern“, sagt Quakenbrücks Stadtdirektor Claus Peter Poppe. Er hofft, dass sich viele Bürger am Workshop beteiligen und es zu einem „fruchtbaren Dialog“ kommt. Außerdem werden nach Angaben der Stadtverwaltung bei diesem Austausch auch der weitere Ablauf des Verfahrens und zusätzliche Möglichkeiten der Beteiligung erläutert.

Rahmenplan ist nicht in Beton gegossen

Die Planungen für die Bahnbrache beginnen nicht bei Null. Es gibt bereits einen sogenannten städtebaulichen Rahmenplan, der nach dem Kauf des Geländes im Jahr 2010 entwickelt worden ist. Darin sind städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten und Ziele sowie grundlegende Planungsgedanken für das Gebiet festgeschrieben. Allerdings: Dieser städtebauliche Rahmenplan ist nicht in Beton gegossen, er besitzt – wie es im Amtsdeutsch heißt– lediglich einen für die Kommune selbstbindenden Charakter. Soll heißen: Er kann jederzeit durch den Stadtrat geändert werden. In den aktuell gültigen Plan sind bereits Detailuntersuchungen eingeflossen. So gibt es Vorschläge für Gebäude, ihre Größe, ihre Anordnung und ihre Nutzung (Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe), für die Lage von Grün- und Erholungsflächen sowie für die Verkehrsführung (Autoverkehr, Fußgänger- und Radwege).

Einige Ziele der ersten Überplanung bereits erreicht

Einige der Ziele aus dem 2012 verabschiedeten Rahmenplan sind bereits erreicht worden. Dazu gehören die Umnutzung des Bahnhofsgebäudes, das verkauft und zu einem „Bürobahnhof“ umgebaut wurde. Auch die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes , die Umgestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) und der Neubau einer Park-and-ride-Anlage sind bereits realisiert worden. Daneben konnten einige Flächen des ehemaligen Bahngeländes östlich der Bahnlinie Oldenburg-Osnabrück und westlich der Wilhelmstraße bereits an dort ansässige Gewerbebetriebe verkauft werden.

Bedarf an Wohnungen in Quakenbrück

Die geplante Überarbeitung des Rahmenplanes soll sich schwerpunktmäßig auch mit dem Bereich „Wohnen“ beschäftigen. Um sich einen Überblick über Angebot und Nachfrage sowie die künftige Entwicklung mit Blick auf die Demografie zu verschaffen, hat die Stadt Quakenbrück beim Sanierungsträger Baubecon eine Wohnungsmarktanalyse für das Sanierungsgebiet „Quakenbrück–Bahnflächen“ in Auftrag gegeben.

Baubecon empfiehlt „Mischung aus innovativen Wohnmöglichkeiten“

Das kommt zu dem Ergebnis, dass die Fläche „die Chance bietet, der Nachfrage ,bezahlbares Wohnen‘ und ‚modernes Bauen‘ in Mehrfamilienhäusern bzw. Reihenhäusern entgegenzukommen“. Empfohlen wird eine „Mischung aus innovativen Wohnmöglichkeiten“ für unterschiedliche Zielgruppen. Außerdem rät die Baubecon, die Flächen für eine Wohnbebauung zulasten der Flächen für Gewerbe zu vergrößern. Gewerbefläche seien an anderer Stelle im Stadtgebiet noch vorhanden, und auf der früheren Bahnfläche sollten sich nur „kleinere Gewerbe- und Handwerksbetriebe“ sowie Dienstleistungen ansiedeln können.

Weitere Fragen im Fokus

Darüber hinaus gibt es weitere Fragen: Was geschieht mit dem Fußgängertunnel als Verbindung zwischen Alt- und Neustadt? Wie soll das unter Denkmalschutz stehende Stellwerk genutzt werden? Auch hier soll der überarbeitete Rahmenplan Antworten geben.

Workshop am 15. November

Der Workshop zur Zukunft der Bahnbrache beginnt am Freitag, 18. November, um 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Quakenbrück.


Das Bahngelände

Im August 2010 hat die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft (Oleg) geschäftsbesorgend für die Stadt Quakenbrück das damals rund zwölf Hektar große Bahngelände von der Deutschen Bahn AG erworben. Inzwischen sind bereits einige Flächen an Gewerbetreibende veräußert worden. Im November 2015 begann die Oleg in einem ersten Bauabschnitt damit, nach und nach das Gelände von Altlasten zu befreien und einzuebnen. Im Juni 2016 ging es weiter, die Vorbereitung der Arbeiten für den dritten und letzten Abschnitt laufen. cg