Vier Einrichtungen unter einem Dach Kinderzentrum im Artland weiht Krippe und Kitagruppe ein

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Großer Auftritt für die Kleinsten: Singend, spielend und tanzend beeindruckten die Jungen und Mädchen im Kinderzentrum Artland während der Einweihungsfeier die Erwachsenen.Foto: Christian GeersGroßer Auftritt für die Kleinsten: Singend, spielend und tanzend beeindruckten die Jungen und Mädchen im Kinderzentrum Artland während der Einweihungsfeier die Erwachsenen.Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Vier verschiedene Kindergärten unter einem Dach – das bietet seit August das Kinderzentrum am Wiesengrund in Quakenbrück. Am Freitagvormittag fand die offizielle Einweihungsfeier statt.

Die Hauptrolle im ersten Teil der gut zweistündigen Einweihungsfeier spielen die Kinder, die die vier im Kinderzentrum untergebrachten Einrichtungen der Heilpädagogischen Hilfe (HpH) Bersenbrück besuchen. Während eines Gottesdienstes mit Pastoralassistentin Vera Jansen von St. Marien und Pastor Wolfgang Thon-Breuker von St. Sylvester sprudelt es nur so aus ihnen heraus: Neben „Raben“ und „Grünfinken“ – so werden zwei der Gruppen genannt – gibt es seit August auch das „Vogelnest“ – die Kinderkrippe – und die „Buntspechte“ – so heißt die Kitagruppe. Daneben gibt es am Wiesengrund wie bisher den Sprachheilkindergarten und den Heilpädagogischen Kindergarten.

Kinderkrippe und Kindertagesgruppe fast vollständig belegt

Nach dem Gottesdienst, der durch den Sologesang von Agnessa Bechthold – sie hatte eigens für den Anlass das Lied „Wir sind so reich beschenkt“ komponiert – eine besondere Note erhält, begrüßt Marlies Grote-Waller die Gäste. Der Leiterin der Kindertagesstätte ist anzumerken, wie froh sie ist, dass das Kinderzentrum „in neuem Glanz erstrahlt“. Die neue Kinderkrippe mit 15 Plätzen ist vollständig belegt, auch in der Regelgruppe im Kindergarten sind nur noch wenige der 25 Plätze frei.

Inklusive Pädagogik

Vor einem Jahr habe sich das Kinderzentrum und mit ihm die HpH nicht träumen lassen, „dass wir heute hier stehen“. Der Heilpädagogischen Hilfe sei es gelungen, an einem Standort inklusive Pädagogik mit allen Kindern aus dem Einzugsbereich umzusetzen. Die HpH habe die Samtgemeinde Artland mit ihrem Konzept der Kinderbetreuung überzeugt, zumal es in Quakenbrück Handlungsbedarf in Sachen Kinderbetreuung gegeben habe.

Dank an alle am Bau Beteiligten

Ausdrücklich dankte Marlies Grote-Waller allen am Bau Beteiligten: den Handwerkern, die das Vorhaben während des „operativen Alltagsgeschäftes“ zwar mit viel Dreck, Staub und Lärm, aber routiniert und zügig umsetzten; dem Team im Kinderzentrum, das „im Handumdrehen provisorische Lösungen“ schuf und ab Februar die Betreuung von Kindern ermöglichte.

„Vielfältige Kinderstimmen spielen Zukunftsmusik“

Im Kinderzentrum im Artland wird es nach ihren Worten eine zukunftweisende Pädagogik geben: „Vielfältige Kinderstimmen spielen Zukunftsmusik“, sagte sie. Es sei Chance und gegenseitige Bereicherung zugleich, dass Kinder aus vielen Nationen, Kulturen, Sprachen, Entwicklungsstadien, sozialen Hintergründen und Lebenswelten gemeinsam betreut werden könnten. Jedes Kind sei eine Persönlichkeit mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen, auf die das Erzieherinnenteam reagiere. „Inklusion dürfen wir nicht verengen auf behinderungsbedingte Beeinträchtigungen“, stellt sie heraus. Dementsprechend sei auch das Raumkonzept entwickelt worden – mit Begegnungsstätten und Lernwerkstätten – und offenen Türen. „Wir probieren uns hier aus“, erläutert Marlies Grote-Waller. Denn: „Inklusion im Kleinen ist wie ein großer Gewinn durch Versuch und Irrtum.“

„Gute Bildungsinfrastruktur“ in Quakenbrück

„Quakenbrück ist und war eine familienfreundliche Stadt“, sagt Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe. Die neue Kinderkrippe und Kitagruppe kämen der bereits vorhandenen „guten Bildungsinfrastruktur“ zugute. Und er versprach, dass Rat und Verwaltung auch weiterhin die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausbauen würden und die Entwicklung genau verfolgten. Mit dem neuen Angebot hätten Samtgemeinde und Heilpädagogische Hilfe „ein Zeichen für junge Familien gesetzt“. Überzeugt sei er von dem vorgelegten Konzept, Inklusion aus einer anderen Perspektive zu betrachten: „Es ist normal, verschiedenen zu sein.“

Helle und großzügige Räume

Für Karl-Heinz Schnebel ist es „ein schöner Freitagvormittag“. Vor elf Jahren habe die HpH den Grundstein für das Kinderzentrum am Wiesengrund gelegt. Mit dem neuen Angebot werde die Arbeit noch gezielter fortgeschrieben. Auch Karin König, die für die Kindertagesstätten in der Stadt Quakenbrück sprach, beglückwünschte die Kolleginnen zu den hellen und großzügigen Räumen, in denen sich Kinder wohlfühlen könnten.

Eltern und Kinder sind begeistert

Volker Heinz, dessen Tochter die Einrichtung besucht, war ebenfalls voll des Lobes – über Gebäude und Konzeption. Das Kinderzentrum sei ein guter Ort, um Kinder auf ein Leben in einer multikulturellen Welt vorzubereiten. „Wenn wir dafür ein Bewusstsein schaffen wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen“, sagte er. Deshalb gelte es, solche Einrichtungen zu unterstützen.

Claudia Milack, deren Tochter ebenfalls das Kinderzentrum besucht, hob die professionelle und liebevolle Betreuung hervor. Ihre Tochter habe sich dort vom ersten Tag an wohlgefühlt. „Sie ist hier in den besten Händen.“

Architekt überreicht Spendenscheck

Das letzte Wort hat Architekt Andreas Küpker. Der Quakenbrücker überreicht zur Einweihung einen Scheck – und macht damit die Freude an diesem Vormittag komplett.


Offene Türen im Kinderzentrum

Am Samstag, 5. November, von 11 bis 18 Uhr sind Interessierte eingeladen, das ausgebaute Familienzentrum kennenzulernen. Geplant sind vielfältige Aktivitäten in den Begegnungsräumen, für einen Imbiss ist gesorgt. Musikalisch wird die Veranstaltung untermalt von stilvoller Kaffeehaus-Musik. Höhepunkt des Tages ist der Laternenumzug um 17 Uhr, zu dem alle Kinder und Erwachsene mit ihren eigenen Lichtern eingeladen sind. Die Begleitung des Umzuges erfolgt durch die Bunner Blaskapelle.

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