Info-Veranstaltung zu 380 KV Keine neuen Erkenntnisse in Badbergen zur Stromtrasse

Von Peter Selter


Badbergen. Gut 150 Besucher der Informationsveranstaltung zur 380-Kilovolt-Stromtrasse und zum Umspannwerk Merzen bekamen die aktuellen Planungsschritte präsentiert. Informationen zu den konkreten Planungen blieben aus.

Ohne neue Erkenntnisse gingen die gut 150 Besucher der dreistündigen Informationsveranstaltung zur geplanten 380 KV – Stromtrasse Conneforde-Cloppenburg-Merzen wieder nach Hause. Nach wie vor ist das Amt für regionale Landesentwicklung am Zug. „Was wissen wir und was müssen wir wissen“ fragte der erste Vorsitzende des Vereins „Bürger gegen 380kV“, Joachim Fiedler. Im Namen ihrer mittlerweile fast 500 Mitglieder hatten die Verantwortlichen des Vereins die Zuhörer ins Badberger Schützenhaus eingeladen.

Bürgerinitiative hat fast 500 Mitglieder

Ziel war es, Informationen zu den bisherigen Analysen zu bekommen, um möglichst konkret mit den anwesenden Projektbeteiligten diskutieren zu können. So weit waren die Vertreter des Amtes für regionale Landentwicklung und des Projektträgers, der Dortmunder Firma Amprion, aber noch nicht. Arndt Feldmann erklärte die gesamte Entwicklung des Projektes, angefangen von der von der Stromproduktion im Norden, den Übertragungsbedarfen in Richtung Süden und den vielen Facetten des Projektes. Die zentralen Fragen danach, welcher Vorzugskorridor sich abzeichne und welche Bereiche für eine Erdverkabelung in Frage kämen, konnte er nicht beantworten.

Noch keine Details

Auch Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems berichtete viel, wählte möglichst einfach Vergleiche, konnte aber ebenfalls noch nicht ins Detail gehen. Geplant sei es, im ersten Quartal 2017 das Raumordnungsverfahren einzuleiten. Bis dahin seien noch unzählige Fragen zu klären. Also: keine Tendenz zur Frage des Umspannwerks in Merzen und auch keine Neuigkeit zur Aufnahme der D-1- und D-2-Varianten (Autobahnbündelung) in das noch durchzuführende Raumordnungsverfahren. Kompetent stellte Kreisrat Winfried Wilkens die Sichtweise und die Rolle des Landkreises Osnabrück klar. Basierend auf den sicher fundierten Planungsgrundlagen der Bundesnetzagentur gelte es jetzt, ein transparentes und ergebnisoffenes Verfahren durchzuführen. Dazu gehöre es aber auch, alle vier sich anbietenden Varianten in eine gründliche Prüfung einzubeziehen, so der Kreisvorstand. Da sei dann eben der Landkreis Osnabrück anderer Meinung wie das Landesamt.

Autobahnvariante soll geprüft werden

Es sei wichtig, die kulturelle und landwirtschaftliche Wertigkeit des Artlandes sowie die Überschwemmungsgebiete der Hase im Rahmen der Planung intensiv zu prüfen. Ob das letztlich die Planungen beeinflusse, müssten die genauen Bewertungen ergeben. Eine Sensation, so Joachim Fiedler, sei die Tatsache, dass in kurzer Zeit 5000 Unterschriften für die Ziele der Initiative gesammelt wurden, die zeigten, dass nach Monaten der Geduld jetzt in der Bevölkerung ein Grenzwert erreicht sei. Er übergab die Unterschriftlisten an Bernhard Heidrich und Arndt Feldmann als konkreten „Arbeitsauftrag“. Die anschließende Diskussion ergab, dass gerade die Gemeinden in der Nähe der Autobahn mit entsprechenden Gewerbegebieten eine Trassenführung in ihrem Bereich absolut ablehnen würden, dass Landwirte eine Voll-Erdverkabelung wegen der Eingriffe in ihre Felder sehr kritisch sehen , dass eine „Zerstückelung“ der Planungen in die Teile Stromleitung und Umspannwerke kaum jemand verstehe, und dass der Mensch aber das schützenswerteste Gut in den Planverfahren sei. Nach der konkreten Planung steht aber unmissverständlich fest: im Jahr 2022 geht die 380-kV-Leitung in Betrieb. Dafür und dagegen wird alles getan. So oder so.


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