Stromtrasse entlang der A 1 Samtgemeinden Artland und Bersenbrück verfassen Resolutionen

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Quakenbrück/Bersenbrück. Die Samtgemeinden Artland und Bersenbrück sowie die Bürgerinitiative „Bürger gegen 380 kV“ aus Gehrde setzen sich für die bisher verworfene Prüfung eines möglichen Trassenverlaufs für die geplante 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung entlang der Autobahn 1 bis Hesepe ein.

Erste Untersuchungen der D-Korridore entlang der Autobahn 1 durch Amprion seien zu dem Ergebnis gekommen, dass Variante D3 gegenüber D1 und D2 geringere Raumwiderstände (etwa Siedlungen) aufweise, heißt es in einer Resolution an das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg der Samtgemeinde Bersenbrück. Bisher sieht die durch die Behörde angeordnete Prüfung des „Autobahnkorridors“ D also nur die Variante D3 vor – mit einer unzureichenden Begründung, schreibt Samtgemeindebürgermeister Horst Baier.

Gespräch im Quakenbrücker Rathaus

Im Quakenbrücker Rathaus traf er sich mit dem Artländer Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe, dem Ersten Samtgemeinderat Frank Wuller sowie drei Vertretern der Gehrder Bürgerinitiative. Gemeinsam besprachen sie den aktuellen Stand.

Weitere Varianten prüfen

Die Samtgemeinden Bersenbrück und Artland sowie die fünf Bürgerinitiativen in Alfhausen, Ankum, Gehrde, Menslage und Neuenkirchen sind sich demnach einig: Die Trassenverläufe D1 und D2 sollen ebenso umfassend geprüft werden wie die übrigen Varianten. In entsprechenden Resolutionen an die Landesbehörde werde dies noch einmal betont, sagte Poppe. Bisher unzerschnittene Freiräume dürften nicht zerschnitten werden; bestehende „Bündelungspotenziale“ sollen stattdessen genutzt werden. Besonders der „Kulturschatz Artland“ dürfe durch den Bau eine Trasse nach den Varianten A, B und C nicht beeinträchtigt werden, beschrieben Baier und Poppe den Inhalt der Resolutionen. So heißt es etwa aus Bersenbrück: Nach Variante D3 würden „erhebliche Einschnitte in das kulturhistorisch sehr wertvolle ‚Artland‘“ in „nicht zu vertretender Weise vorgenommen“. Auch eine inhaltlich „deckungsgleiche“ Stellungnahme des Landkreises Osnabrück bezeichne das Artland gegenüber dem ArL als „überregional von besonderer Bedeutung“, „anerkannt“ und schützenswert in der Region, so Poppe.

Verwaltungschefs: Gemeinsam auftreten

Besonders nachdem der Landkreis Vechta mit einer geschlossenen Haltung schon „sehr vorgeprescht“ ist, sei es wichtig, so die Verwaltungschefs, auch im Altkreis Bersenbrück gemeinsam aufzutreten. Der Landkreis Vechta wäre von der Verlaufsvariante D ebenfalls betroffen und hält entsprechend dagegen.

Weitere Resolutionen an Amprion und Landesbehörde

Darüber hinaus bilden auch die fünf Bürgerinitiativen eine Einheit mit den Kommunen. Ebenfalls deckungsgleiche Resolutionen seien an Amprion und das ArL gesendet worden, sagte Hermann Winner, erster Vorsitzender der „Bürger gegen 380 kV“.

„Gleiche Stoßrichtung“

Besonders freuten sich die Vertreter der „Bürger gegen 380 kV“ über eine Stellungnahme des Landkreises Cloppenburg. Diese verfolge eine „gleiche Zielrichtung“ und nehme ebenfalls Bezug zum Artland, sagte Poppe. Dass es vom Kreishaus in Cloppenburg bis zum Kreishaus in Osnabrück die „gleiche Stoßrichtung“ gebe, sei „schon beachtlich“. Dennoch machte auch Claus Peter Poppe noch einmal deutlich: „Das heißt noch nichts“.

Umspannwerk im „Raum Merzen“

Die Samtgemeinde Neuenkirchen ist derweil ebenfalls betroffen. Im Raum Merzen soll nach Vorstellungen des Netzbetreibers Amprion ein Umspannwerk entstehen, in dem die Trasse endet.


Vier mögliche Trassen

Vier mögliche Trassenverläufe von Cloppenburg bis Merzen sind nach wie vor möglich: Die Korridore A, B, und C würden den Altkreis Bersenbrück von Norden nach Süden zerschneiden. Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg legte zudem fest, dass die Variante D entlang der Autobahn 1 ebenfalls zu untersuchen ist. Diese Möglichkeit war zunächst vom zuständigen Netzbetreiber Amprion verworfen worden. Der Trassenkorridor D unterteilt sich wiederum in die drei Varianten D1, D2 und D3. Für eine umfassende Prüfung durch den Netzbetreiber Amprion – er ist mit dem Leitungsbau beauftragt – kommt jedoch bisher nur Korridor D3 infrage. Dieser verläuft von Cloppenburg bis Bakum und ab da entlang der Autobahn 1 bis Holdorf. Von dort zieht sich die Trasse vorbei an Gehrde, Bersenbrück, Alfhausen und Ueffeln bis nach Merzen. Die Möglichkeiten D1 und D2 würden hingegen den Weg entlang der Autobahn 1 weiter südlich bis auf Höhe Hesepe führen. Die Trasse könnte hier nach Westen schwenken und dem Verlauf einer bereits bestehenden 220-Kilovolt-Leitung folgen.

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