Stadt sucht Nutzer Hasetal-Touristik am Stellwerk Quakenbrück interessiert

Derzeit kein schöner Anblick ist das alte Stellwerk am Quakenbrücker Bahnhof. Die Hasetal-Touristik zeigt aber Interesse, in dem denkmalgeschützten Gebäude ihren Fahrradverleih unterzubringen. Foto: Christian GeersDerzeit kein schöner Anblick ist das alte Stellwerk am Quakenbrücker Bahnhof. Die Hasetal-Touristik zeigt aber Interesse, in dem denkmalgeschützten Gebäude ihren Fahrradverleih unterzubringen. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die Stadt Quakenbrück sucht Interessenten für das Stellwerk auf der Westseite des Bahnhofs. Die Hasetal-Touristik hat grundsätzlich Interesse, dort ihren Fahrradverleih anzusiedeln.

Sportbegeisterte, die die Stadt Quakenbrück und das Artland per Rad erkunden wollen, können sich den fahrbaren Untersatz am Draisinen-Bahnhof in der Neustadt leihen. Der Verleih hat seinen Sitz in provisorischen Containern. „Ein Abkommen mit der Stadt besagt, dass wir noch etwa ein Jahr den Fahrrad-Verleih am Draisinen-Bahnhof betreiben dürfen. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort“, sagt Wilhelm Koormann, Geschäftsführer der Hasetal-Touristik, auf Anfrage der Redaktion. Da aber der Verleih keine wirkliche Einnahmequelle darstelle, sondern mehr als Serviceleistung zu verstehen sei, dürfe die neue Immobilie keine enormen Kosten verursachen, meint der Geschäftsführer weiter. Gemeinsam mit der Stadt sei die Hasetal-Touristik auf der Suche nach einer Lösung. Das Stellwerk am Quakenbrücker Bahnhof sei dabei ein Vorschlag gewesen.

Die Stadt plant eine Modernisierung des Gebäudes. Dazu hat sie den Quakenbrücker Architekten Klaus Keller für eine Voruntersuchung des Gebäudes beauftragt. Sein Fazit ist, dass eine Einschätzung der Kosten für eine Modernisierung zurzeit nicht möglich sei, da zunächst die zukünftige Nutzung geregelt werden müsse. Aber er sieht ein Problem in der energetischen Sanierung des Stellwerkes durch die dünne Dachplatte und das Mauerwerk.

Gerd Meinecke (CDU), stellvertretender Bürgermeister, wünscht sich in der Sitzung des Quakenbrücker Rates eine „sinnvolle Weiternutzung“ des Stellwerks. „Wir müssen Interessenten auf das Stellwerk aufmerksam machen“, sagt das Ratsmitglied.

Andreas Henemann von den Grünen kann sich vorstellen, dass die Hasetal-Touristik in das Stellwerk zieht. Allerdings spricht er von der Nutzung als Draisinen-Bahnhof. Hier widerspricht aber der Geschäftsführer der Hasetal-Touristik. „Der Draisinen-Bahnhof muss gleisgebunden sein. Ein Umzug des Bahnhofs macht wenig Sinn“, erklärt Wilhelm Koormann.

Er bestätigt aber, dass es bereits Gespräche über eine Nutzung des Stellwerks als Fahrrad-Verleih gegeben hat. „Als Radstadt und touristischer Anziehungspunkt benötigt Quakenbrück einen professionellen Radverleih“, sagt Wilhelm Koormann. Das sei auch im Interesse der Stadt, so der Geschäftsführer weiter.

Eine zukünftige Nutzung durch die Stadt erachte der Rat wegen der anfallenden Modernisierungskosten als nicht sinnvoll. Einstimmig hat der Rat beschlossen, ein Interessenbekundungsverfahren durchzuführen, um einen möglichen Investor zu finden.


0 Kommentare