Gebäude unter Denkmalschutz Stellwerk auf Quakenbrücker Bahnbrache bleibt stehen


Quakenbrück. Ein Abriss des alten Stellwerks Mitte auf dem früheren Quakenbrücker Bahngelände ist offenbar vom Tisch. Das frühere Bahnbetriebsgebäude steht unter Denkmalschutz. Eine Nachricht, die den Bauausschuss überraschte und nun weitere Überlegungen erforderlich macht.

Noch in der Februar-Sitzung des Stadtrates hatte die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, das Stellwerk Mitte dem Erdboden gleichzumachen. Der dreigeschossige Klinkerbau sei „ein Schandfleck, sein Abriss erforderlich“, hatte Karin Anußek den Vorstoß begründet. Zwischenzeitlich hatte sich jedoch ein Architekt das Gebäude näher angesehen und es untersucht, um den Zustand zu ermitteln. Denn nach wie vor liegt immer noch ein Vorschlag der Grünen auf dem Tisch, das frühere Bahnbetriebsgebäude für den Draisinenbahnhof zu nutzen. Die Größe des Stellwerks reiche für diese Zwecke völlig aus, hatte Andreas Henemann, Grünen-Sprecher und Architekt, bei einer Begehung festgestellt. Das Erdgeschoss sollte demnach als Abstellraum für Fahrräder, das Obergeschoss als Klubraum genutzt werden. Dazu wären aber Umbauarbeiten erforderlich.

Verkauf an Investor?

Wie Frank Wuller, stellvertretender Stadtdirektor und Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses berichtete, ist die Untersuchung des Stellwerks abgeschlossen. Dabei sei festgestellt worden, dass das frühere Betriebsgebäude unter Denkmalschutz stehe und nicht so ohne Weiteres abgerissen werden dürfe. Auch Aussagen, wie teuer eine Modernisierung des Baus komme, gibt es nach Wullers Angaben bisher nicht. „Das hängt ganz wesentlich von der zukünftigen Nutzung ab.“ Mit Blick auf die Sanierungs- und Folgekosten empfahl er, das Stellwerk zu verkaufen. Dazu könne es ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren geben. „Es gibt bereits mehrere Anfragen“, verriet Frank Wuller, ohne konkretere Angaben zu machen. Das Verfahren diene dazu, zu erfahren, „welche innovativen Ideen in dem Stellwerk möglich sind“. Wenn ein Investor das Gebäude erwerbe, bestehe die Möglichkeit, dass sich die Stadt Quakenbrück finanziell mit einem Zuschuss aus dem Sanierungsprogramm „Stadtumbau West“ an den Kosten beteilige.

„Container für Draisinenbahnhof keine Dauerlösung“

Über eine Folgenutzung müsse unbedingt diskutiert werden, empfahl Christian Calderone (CDU). Mit Blick auf den Draisinenbahnhof, der am Fußgängertunnel an der Hasestraße eingerichtet worden sei, gebe es Handlungsbedarf. „Angesichts der aufstellten Container müssen wir uns etwas einfallen lassen. Die können da auf Dauer nicht stehen bleiben.“ Das sei auch gar nicht möglich, ergänzte Andreas Henemann. Schließlich habe der Stadtrat beschlossen, der Hasetal-Touristik als Veranstalter der Draisinentouren für zwei Jahre eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Und die laufe im kommenden Frühjahr aus. „Zurzeit ist der Draisinenbahnhof mit den Containern alles andere als ein Aushängeschild für Quakenbrück“, sagte er. „Das ist eine völlig neue Situation“, merkte Paul Gärtner (SPD) an. Auch seine Fraktion habe überrascht, dass das Stellwerk Mitte unter Denkmalschutz stehe. Er empfahl mit Blick auf die weitere Diskussion jedoch, „den Draisinenbahnhof nicht unmittelbar mit der Suche nach einer Folgenutzung für das Stellwerk zu verknüpfen“.

Ratsfraktionen sollen weiteres Vorgehen beraten

Einstimmig beschloss der Bauausschuss, das Thema in die fünf Ratsfraktionen zu verweisen. Diese sollten sich in den nächsten Sitzungen mit der weiteren Vorgehensweise beschäftigen.


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