Bulle James ist ein Show-Typ Hochlandrinder wetteiferten in Menslage um Preise

Von Bernard Middendorf


Menslage. Imposante Tierkörper, weit ausladende Hörner und gepflegte langmähnige Felle – das waren Qualitäten, die bei der 23. Jungtierschau für schottische Hochlandrinder in Menslage das Publikum staunen ließen und den strengen Richter überzeugten.

Das Rennen machten zuletzt die Färse „Morag 3. Ruardh of Breekmoor“ sowie der Bulle „James Ruadh von der Falkenau“. „Ein absoluter Show-Typ“, wie es der Moderator des Highland Cattle Zuchtverbandes Niedersachsen (NHC) ausdrückte.

Sogar Züchter aus Südtirol dabei

NCH-Vorsitzender Ferdinand Marschalk hieß auf dem Hof Pooch in Herbergen Besucher und Aussteller, einige waren aus Hessen, Sachsen-Anhalt oder sogar Südtirol angereist, willkommen. Die häufigen Niederschläge der letzten Zeit hätten es den Züchtern nicht leicht gemacht; Wettbewerb und Erfahrungsaustausch, aber auch Aufklärung der Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft seien wichtig, sagte er.

Schirmherr Christian Calderone hatte zuvor sympathische Eigenschaften des ‚gälischen Rindes‘ wie Ruhe, Gutmütigkeit, Robustheit und Langlebigkeit sowie die – gewiss vorbildliche – Freilandhaltung auf extensiv bewirtschafteten Weiden in einer norddeutschen Kulturlandschaft wie dem Artland hervorgehoben; er dankte allen Ausrichtern und Helfern.

Mit Haarspray und Fön hübsch gemacht

Diese sorgten dafür, dass die Zuchttiere zu Hauptpersonen wurden. „Da wird auch wohl mal mit Haarspray und Föhn gearbeitet“, verriet Mathias Pooch die Tricks, mit denen Kandidaten wie der mächtige schwarze Stier „Wuschel vom Winterbach“, der spätere Champion derer von Falkenau oder vielleicht gar die Siegerin aus dem Breekmoor für den Laufsteg – pardon: Schauring – vorbereitet werden. „Sie hat eine absolut feminine Ausstrahlung, zeigt, dass sie gesehen werden will“, schwärmte der Mann am Mikrofon. Ob er dabei mit den Augen zwinkerte, war nicht zu erkennen.

Fachbegriffe wie Vatervater und Muttervater, Oberlinie und Charakterstärke schwirrten durch die Luft; die Körung (Auswahl für die Züchtung) wurde vom Herdbuch-Verband vorgenommen. Alles sei „very professional“ organisiert und präsentiert, lobte der aus Edinburgh eingeflogene Preisrichter Haydn Alun Garton.

Zufriedenheit auf ganzer Linie also, zumal das Wetter zum Guten umgeschlagen war und die Besucher in Scharen kamen. „Das war ganz schwer zu planen“, meinte Mathias Pooch erleichtert, der selbst Prachtexemplare der Highland Cattle sein eigen nennt, „13 Kopf, darunter zwei Kühe mit Kälbern bei Fuß“, die noch bis zum Winter bei der Mutter bleiben dürfen.