Gebäude wird umgebaut Arztpraxis zieht in frühere Menslager Schule um

Von Christian Geers


Menslage. Ein Teil der früheren Volksschule an der Hauptstraße in Menslage steht vor einer neuen Nutzung: Ein Investor hat einen Teil der frühreren Volksschule an der Hauptstraße gekauft und baut es um. Während aus den Klassenräumen im Erdgeschoss eine großzügige Arztpraxis umgestaltet wird, entstehen im Dachgeschoss Wohnungen.

Menslage. Schon seit einigen Wochen gehen die Handwerker in dem roten Klinkerbau aus den 1950er-Jahren ein und aus. Sie haben Mauern eingerissen und neue hochgezogen, Wände verputzt, Außenmauern neu versiegelt und die Fassade teilweise überarbeitet. Kaum noch etwas erinnert daran, dass im Erdgeschoss einst einige Jahrzehnte lang Schüler Mathematik und Deutsch pauken mussten. Komplett umgestaltet wird auch das Dachgeschoss. Hier entstehen Wohnungen.

Verkauf war der richtige Schritt

„Das ist eine gute Lösung“, sagt Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe während eines Ortstermins auf der Baustelle. Der Verkauf eines Teils der früheren Schule, die einige Jahren leer stand, sei der richtige Schritt gewesen. In Zusammenarbeit mit einem Investor sei es gelungen, etwas für den langfristigen Erhalt der ärztlichen Versorgung in der Artlandgemeinde zu tun. Ulrike Peters, die gleich nebenan ihre Praxis für Allgemeinmedizin betreibt, wird diese in das Nachbarhaus verlegen und dort die neuen Praxisräume anmieten. „Wir haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, freut sie sich: Sie habe moderne und großzügige Räume gefunden. Diese ließen zum einen eine Erweiterung zu, zum anderen liege die neue Praxis wie bisher in der Nähe der Apotheke. „Das war mir sehr wichtig.“ Die Patienten müssten dafür nicht einmal die Straßenseite wechseln.

Poppe: Hausarzt für Menslage von existenzieller Bedeutung

„Dass Menslage auch in Zukunft einen Hausarzt hat, ist von existenzieller Bedeutung“, ist Claus Peter Poppe überzeugt. So werde einem Dominoeffekt vorgebeugt, ergänzt Erster Samtgemeinderat Frank Wuller. „Ist erst der Arzt aus einem kleinen Ort verschwunden, folgt meist die Apotheke.“ So weit soll es in Menslage gar nicht erst kommen.

Schulgebäude aus Dornröschenschlag geholt

Bürgermeister Jürgen Kruse sieht es genauso. Er ist froh, dass die Schule nach Jahren endlich aus dem Dornröschenschlaf erwacht und einer neuen Nutzung zugeführt wird. Seit der Schulstrukturreform im Jahr 2004, mit der die Schließung der Orientierungsstufe in Menslage einherging, blieb das Gebäude größtenteils ungenutzt. Damals zog die Grundschule in das Gebäude der O-Stufe um. Heizung und Wasser im Altbau waren abgestellt, „die Herausforderung war, eine sinnvolle Nachnutzung zu finden“, so der Bürgermeister.

Umsetzung dauerte ein Jahr

Gemeinsam mit der Samtgemeinde Artland machte sich die Gemeinde Menslage ans Werk. Am Ende stand die Idee, die Hälfte des Gebäudes in zentraler Lage zu verkaufen und umzubauen. „Von der ersten Idee bis zur Umsetzung hat es fast ein Jahr gedauert“, erinnert sich Jürgen Kruse. Ein Glücksfall sei, dass die Kommune einen Investor gefunden habe, der das Konzept für die Neunutzung umsetze. Mit der Firma, die namentlich nicht in Erscheinung treten wolle, „ist eine gute Lösung erzielt worden“, sagt der Bürgermeister.

Kaufvertrag wurde im November 2015 unterschrieben

Ende November besiegelten die Samtgemeinde und der Investor den Kaufvertrag. Etwa 70000 Euro waren Gebäude und Grundstück wert. Anfang Dezember rückten schon die Bauarbeiter an.