Antrag gestellt, Gremien beraten Badbergen will Sporthalle an Samtgemeinde abgeben

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Badbergen/Quakenbrück. Die Gemeinde Badbergen will ihre Sporthalle an der Jahnstraße an die Samtgemeinde Artland abgeben. Der Rat hat sich bereits im Oktober 2015 einstimmig für die Übernahme ausgesprochen. Eine Entscheidung des Artländer Rates steht aber noch aus.

Warum sich der Badberger Gemeinderat im vergangenen Jahr zu diesem Schritt durchgerungen hatte, war den Mitgliedern des Ausschusses für Planen, Bauen und Umweltschutz der Samtgemeinde Artland schnell klar. Der hatte vor seiner jüngsten Sitzung einen Ortstermin in dem Gebäude an der Jahnstraße anberaumt. Eine gute Stunde Zeit nahmen sich die Ratsmitglieder, um sich von Architektin Elisabeth Weber den Zustand der 1982 erbauten Sporthalle erläutern zu lassen. Ihr Büro hatte im November 2015 den Bau inspiziert und eine lange Liste mit Mängeln aufgestellt, die die Verwaltung in einer Vorlage mit der Formulierung „erheblicher Sanierungsbedarf“ zusammenfasste.

Investitionsbedarf liegt bei 2,39 Millionen Euro

Wenn die Sporthalle Badbergen saniert wird, dann reicht eine energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle nicht aus. Auch die technischen Anlagen wie Lüftung, Hallenbeleuchtung und Sanitärräume müssen grundlegend überholt werden. Die einzelnen Arbeiten umfassen nahezu jeden Winkel der Halle, reichen vom Austausch des Schwingbodens über die Erneuerung von Türen und Fenstern bis zu Fassade und Dach. Insgesamt summieren sich die Kosten auf rund 2,39 Millionen Euro inklusive Baunebenkosten.

Diese Investition kann die Gemeinde Badbergen als Eigentümerin alleine nicht stemmen. Deshalb hat sich die Samtgemeinde Artland in der Vergangenheit bereits an den laufenden Kosten für den Hallenbetrieb und die Unterhaltung beteiligt. Betriebs- und Bewirtschaftungskosten (Heizung, Wasser, Strom und Reinigung) in Höhe von rund 52000 Euro jährlich trägt die Samtgemeinde, für die bauliche Unterhaltung zahlt sie pauschal rund 4000 Euro pro Jahr.

„Der Beschluss, die Übertragung der Sporthalle an die Samtgemeinde zu beantragen, ist dem Gemeinderat nicht leichtgefallen“, sagte Badbergens Bürgermeister Dietmar Berger (SPD) in der Ausschusssitzung. Schließlich sei die Halle Anfang der 1980er-Jahre auf Kosten Badbergens gebaut worden. Damals habe sich der Rat über die Folgekosten keine Gedanken gemacht. „Heute aber sind wir an einem Punkt, an dem sich die Gemeinde die Sporthalle nicht mehr leisten kann“, erläuterte Berger.

Noch keine Entscheidung im Artländer Rat gefallen

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass in den übrigen Mitgliedsgemeinden alle Sporthallen in Trägerschaft der Samtgemeinde seien und diese für die Kosten aufkomme. „Wir bitten darum, die Halle in die Obhut der Samtgemeinde zu nehmen“, so Berger. Die Gemeinde Badbergen, ist seinem Schreiben an die Samtgemeinde zu entnehmen, bittet darum, dass die unentgeltliche Übertragung von Grundstück und Gebäude mit der Auflage geschieht, „die Sporthalle auch weiterhin aus kultur-, gesundheits- und sportpolitischen Gründen den Vereinen zur Nutzung zu überlassen“. Die Verwaltung der Sporthalle solle durch die Samtgemeinde Artland erfolgen. Der Saldo zwischen Aktiva und Passiva in Höhe von rund 310000 Euro wird dem Vorschlag zufolge als sogenannte Instandhaltungsrückstellung in der Bilanz der Samtgemeinde Artland ausgewiesen werden.

Eine Empfehlung für den Artländer Rat formulierte der Ausschuss jedoch nicht. „Wir haben uns heute ein Bild von der Halle gemacht“, sagte Bernd Kettmann (CDU). Seine Fraktion wolle sich noch weiter informieren. Er schlug vor, den Antrag der Gemeinde Badbergen zur Beratung in die Fraktionen zu geben. Unterstützung erhielt er von Andreas Maurer (Die Linke). Das beschloss der Ausschuss einstimmig.


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