Polizei sperrt kurzzeitig B 68 Zwölf Schwertransporter rollen durch Quakenbrück

Von Katharina Preuth


Quakenbrück. Ein Konvoi aus zwölf Schwertransportern durchquert am Sonntagmorgen die Stadt Quakenbrück. Ein Transport dieser Größenordnung sei bei ihnen bislang einmalig, erklärt Ulrich Hilgefort, Chef der Firma Hilgefort GmbH.

Der Dinklager Apparate- und Anlagenbauer liefert die Schalldämpfer und Rohgasleitungen von Dinklage über Quakenbrück, Essen, Lastrup bis nach Sedelsberg beziehungsweise Papenburg. Der eine Teil wird dann nach Duisburg verschifft und der andere hat bis nach Amerika einen noch längeren Weg vor sich.

Spektakel lockt Zuschauer

„Der Schwertransport heute hat sowohl eine Breite als auch eine Höhe von sechs bis sieben Meter. Das längste Teil misst zwanzig Meter“, informiert Ulrich Hilgefort. Aufgrund von Glatteis mussten die Organisatoren den geplanten Transport vergangenen Sonntag absagen. Damit sich die Lieferung der Bauteile nicht verzögert, haben sie, in Absprache mit der Polizei Vechta/Cloppenburg, zwei Transporte zusammen legen müssen. Normalerweise begleitet der Chef die Konvois nicht. Das Spektakel an diesem Sonntag will sich Hilgefort aber gemeinsam mit Frau, Tochter und Sohn nicht entgehen lassen.

„Eigentlich fahren wir mit vier Wagen, höchstens mal sechs. Das heute ist was Besonderes“, sagt auch Thomas Kolbeck, Projektleiter bei Hilgefort.

Begleitet von sechs Einsatzwagen der Polizei macht sich der 700 Meter lange Konvoi in Dinklage um 7.30 Uhr auf den Weg. Etwa eine Stunde später können die Schaulustigen am Wegesrand den ersten der zwölf Wagen an der Quakenbrücker Ortseinfahrt auf der Dinklager Straße sehen. Hier biegen die schwer beladenen Lkw auf die Bundesstraße 68 in Richtung Essen ab.

Neun Kilometer in einer Stunde

Polizist Sebastian Bonk hat die Aufgabe vorauszufahren und den Verkehr an engen Kurven, Kreuzungen oder Ecken zu regeln und eventuell falsch parkende Pkw abschleppen zu lassen. Über Funk erfährt er zum Beispiel, dass der Konvoi bei freier Fahrt nicht mehr als 25 km/h schafft. So braucht der Konvoi dann auch für die ersten neun Kilometer etwas mehr als eine Stunde.

Werkstoffwagenfahrer wie Jürgen Vohsmann von der Spedition Abeln sind bereits im Vorfeld tätig. Sie drehen die Ampeln von der Straße weg oder entfernen Straßenschilder, die im Weg stehen. „An der Auffahrt zur B 68 haben wir Schwerlastplatten auf den Verkehrskeil gelegt, damit die Wagen auf dem Sand nicht einsacken“, erklärt Jürgen Vohsmann.

In Quakenbrück verläuft alles reibungslos. In Essen war zunächst geplant, die neue Umgehungsstraße auf dem Weg nach Lastrup zu nutzen. Bei vorherigen Kontrollfahrten der Polizei stellte diese aber schnell fest, dass die Brücke nicht hoch genug ist. Also geht es für den Konvoi mitten durch den Ort.

In der Gemeinde Lastrup treffen die Schwertransporter um 10.30 Uhr pünktlich auf die Kirchgänger. Auch zwei Autos stehen im Halteverbot. Die Polizei konnte aber die Halter ermitteln, bevor der Abschleppwagen kommen musste.

Zusammentreffen mit Kirchgängern

Eine besonders heikle Situation gebe es in Markhausen, einem Ortsteil der Stadt Friesoyhte, weiß Thomas Kolbeck. „Hier ist die schmalste Stelle 7,30 Meter breit. Wir haben eine Breite von 7,20 Metern“, schmunzelt der erfahrene Projektleiter. Auch wenn es hier zu Verzögerungen kommt, hat der Transport auch diesen Ort „ohne Blessuren“ passiert, sagt Kolbeck.