Überquerung ist verboten In Lebensgefahr auf den Gleisen in Quakenbrück

Von Katharina Preuth


Quakenbrück. Am Quakenbrücker Bahnhof auf Höhe der Gaststätte Kantine überqueren täglich Menschen die Gleise, um auf kürzestem Weg von der Neu- in die Altstadt zu gelangen. Dass es dort keinen offiziellen und somit sicheren Übergang gibt, stört offenbar niemanden. Das Betreten der Gleise ist nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich, teilt die Bundespolizei mit.

Bei einem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz der Quakenbrücker SPD in Gleisnähe konnten die Abgeordneten über mehrere Stunden beobachten wie immer wieder Menschen, die Abkürzung über die Schienen nahmen, erzählt Ratsmitglied Rainer Mock. Weiter berichtet er, es seien auch Kinder darunter gewesen, andere hätten ihr Fahrrad auf die andere Seite getragen. Es gebe zwar einen etwa 800 Meter langen Zaun in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, dahinter seien die Gleise jedoch normalerweise zugänglich. Aktuell könnte ein Baustellenzaun die Überquerer aufhalten. Theoretisch zumindest. Denn tatsächlich bedeute der Zaun keine wirkliche Barriere, so die Beobachtungen Mocks.

Für die Sicherheit im Bereich der Gleise ist die Bundespolizei verantwortlich. Auf Anfrage des Bersenbrücker Kreisblattes teilte die Polizeidirektion Hannover mit, dass es der zuständigen Polizeiinspektion Bad Bentheim „bislang nicht bekannt war, dass dort gegenwärtig wiederholt Personen verbotswidrig das Bahngleis überqueren sollen.“ Weiter informieren sie, dass das zuständige Bundespolizeirevier in Osnabrück sich „der Angelegenheit bereits angenommen hat und den Bereich auch zukünftig überwachen wird.“

Ähnliche Gefahrenstellen

Die Leitzentrale der Nordwestbahn sagt dazu, dass die Lokführer über die Situation vor Ort aufgeklärt seien. Ähnliche Gefahrenstellen auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück gebe es in Hesepe und Bramsche.Zwar haben sie keine offizielle Dienstanweisung, zum richtigen Verhalten bekommen, würden aber nach eigenem Ermessen dort die Geschwindigkeit verlangsamen und gegebenenfalls die Pfeife setzen.

Der Übergang der Gleise sei lebensgefährlich, denn „ein herannahender Zug wird je nach Witterung nicht bemerkt, und bei einer Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern beträgt der Bremsweg eines Zuges bis zu 1000 Metern“, erklärt die Bundespolizei. Moderne Züge seien zudem schneller und leiser geworden, dadurch seien Züge erst spät zu hören.

Darüber hinaus stellt eine unerlaubte Gleisüberschreitung eine Ordnungswidrigkeit dar, sagt die Polizei. „Ohne eine konkrete Gefährdung eines Zuges“ sei dabei ein Bußgeld von 25 Euro fällig. Sollte ein Lokführer die Notbremse betätigen müssen, folgt für den Verursacher eine Strafanzeige. Und die Eisenbahnverkehrsgesellschaft kann einen Schadensersatz fordern.

Regulär können Fußgänger und Radfahrer in Quakenbrück den dafür vorgesehenen Tunnel nutzen.

Das Thema Bahnübergang ist in der Kommunalpolitik nicht neu. Stadtdirektor Claus Peter Poppe hat sich schon zu seiner Zeit als Bürgermeister für einen ebenerdigen Übergang eingesetzt, da ein Tunnel nicht mehr zeitgemäß sei. Rainer Mock sagt, dass die SPD dieses Ziel nicht aus den Augen verloren habe. Die aktuellen Gefahren würden nur zu deutlich zeigen, dass es eine Alternative zum Tunnel geben müsse.

Aktuell bestätigt Samtgemeindebürgermeister Poppe, dass auch die Stadt weiterhin versuche, in Bahnhofsnähe einen Übergang zu schaffen. Zurzeit werde das Thema jedoch nicht forciert, da die Bahnfläche an der Stelle von baulichen Resten wie Bauschutt befreit werde. Außerdem würden sie die Verhandlungen mit der Bahn in die Länge ziehen, teilt die Stadt Quakenbrück mit.