Premiere für „Quakenbrück live“ Ein Abend im Artland mit acht Bands in acht Lokalen

Von Bjoern Thienenkamp


Quakenbrück. Acht Bands in acht Lokalen. Nur einmal Eintritt bezahlen und dann überall rein. Und auch die beiden Pendelbusse kostenlos nutzen. Das war das Konzept von „Quakenbrück live“ am Samstagabend. Veranstalter und Gäste freuten sich über diesen ersten Versuch.

Die kleine Kneipe in unserer Straße. Schon in Peter Alexanders Lied klang „Musik auf den Gehsteig hinaus“. Doch bei „Quakenbrück live“ kommt die nicht aus der Jukebox und niemand schmiss „eine Mark in den Münzautomaten“. Überall trällern Musiker in Mikrofone oder zupfen an Gitarren, wird die Akustik um Optik bereichert. Und das Partyvolk kommt.

Beste Stimmung unter den Gästen

Gaststätte Thöle: „Das ist genau das richtige Wetter für so etwas, die Leute sind gut drauf, die Wirte gehen gut mit den Gästen um“, ist Sergei Gratz zuversichtlich. Als Kassenleiter sorgt er für Wechselgeld, Bändchen und Ablösung. „Wir haben im Casa Caiombo angefangen und wollen im Prinzip durch alle Kneipen durch“, sagt Wolfgang Heckmann. „Den Abschluss soll Gut Vehr bilden“, plant der Cloppenburger, der mit seiner Freundin aus Groß Mimmelage unterwegs ist. „Wir haben kein besonderes Ziel, wollen mal hören, was gespielt wird, wenn es gut ist, bleiben wir länger“, sagt der 58-Jährige.

Ein bisschen Reggae ist auch dabei

Casa Caiombo: „Superschön, ein bisschen Reggae, auch wenn es rappelvoll ist“, findet Selina Reid. „Im Gegensatz zu Ankum wollte ich mal vergleichen, wollte wissen, wie das geht, auch wenn es preislich hier ein bisschen teurer ist“, erklärt die Nortruperin, die mit drei Männern unterwegs ist. „Frische Luft tut einigen gut“, sagt die 29-Jährige über die Strecken, die zurückgelegt werden müssen. „Sehr gut, gute Stimmung, entspannte Menschen, alle lächeln“, urteilt Sabine Gerberding-Aachte. Will sie alle acht aufsuchen? „Mal sehen, wie weit wir kommen“, sagt die Badbergerin. „Dieser Reggae ist sehr gut“, lauscht die 55-Jährige wieder der Musik.

Gäste lassen sich durch die Straßen treiben

Di Stefano: „Ob wir alle acht schaffen, das wissen wir noch nicht“, sagt Ulrich Knostmann. „Wir lassen uns treiben, wenn es gefällt, bleiben wir länger“, erklärt der 51-jährige Quakenbrücker. „Wir sind froh, dass Quakenbrück das bietet, bei den ganzen Leerständen muss es hier attraktiver werden“, findet seine Frau Kerstin.

Nicht alle Besucher schaffen alle acht Kneipen

Steak House Balkan Grill: „Bei Thöle war es brechend voll“, sagt Bello Abraham, warum er hier sei. „Für das erste Mal ist es wunderbar, die Gastgeber bemühen sich, es muss anlaufen“, findet der Quakenbrücker. „Alle acht werden wir nicht schaffen, wir machen den Abschluss auf Gut Vehr“, verrät der 54-Jährige.

„Quakenbrück eignet sich für soetwas“

Da Seba. „Alle Bands sind da, das ist schon einmal gut“, scherzt Veranstalter Adam Ruta. „Das Konzept scheint aufzugehen, Quakenbrück eignet sich für so etwas“, sagt der Mann aus Moormerland. „Und man hat uns noch einen Bus aus Magdeburg versprochen“, deutet der 46-Jährige auf ein Spiel der Artland Dragons hin. Fünf Damen aus Bersenbrück und Osnabrück sind extra nach Quakenbrück gekommen, um hier zu essen. Von dem Aktionsabend wissen sie nichts. Sie gehen wieder, wollen wohl zum Griechen in die Bahnhofstraße.

Irische Musik und AC/DC

Holzi’s Inn: „Ich bin mit Schwester und Schwägerin unterwegs, wir wollen alle acht schaffen und zum Abschluss zum Gut Vehr“, schildert Margarete Eislage. „Der Oldenburger Hof hat mir besonders gefallen, denn ich mag irische Musik“, sagt die Quakenbrückerin. „Aber hier ist es auch sehr schön, mit AC/DC, das ist meine Welt, mein Jahrgang“, freut sich die quirlige Frau.

Ein Abend im Artland, der gefällt

Oldenburger Hof: „Hier ist es zu voll, wir fahren jetzt zu Gut Vehr“, sagt Rita Schröder, die mit drei Paaren unterwegs ist und nun auf den Bus wartet. „Gesungen haben die alle super“, urteilt die Nortruperin über die fünf Kneipen in der Altstadt. „Bier, Wein, Cocktail, in jeder Kneipe ein Getränk“, freut sich die 48-Jährige über den Abend, ist allerdings mit dem Pendelbus unzufrieden. „Irisch mag ich ausgesprochen gern“, findet derweil Kerstin Wellmer drinnen. „Hier gefällt es uns so super, dass wir bleiben“, freut sich die Quakenbrückerin. „Wir reisen auch gerne nach Irland“, sagt die 46-Jährige, die es auch in Ordnung findet, an dem Abend nur zwei Kneipen aufzusuchen.

Der letzte Pendelbus fährt um drei Uhr morgens

Gut Vehr: „Ich bin schon seit einer Stunde hier und finde es sehr gut, professionell“, urteilt Ulrich Schwarting. „Der Reggae im Casa Caiombo, bei Thöle, sehr gut auch mit Latino bei Da Seba“, zeigt sich der Ur-Quakenbrücker fröhlich. „Im Oldenburger Hof war es zu voll“, ist eine Kritik des 61-Jährigen. „Zwar habe ich hier open end und es wird ja auch sehr gut angenommen, aber wenn nach drei Uhr der letzte Bus fährt, bin ich schon lange weg“, nimmt er sich vor. Ob er sich daran gehalten hat?


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