380-kV-Leitung geplant Stromtrasse: SPD im Artländer Rat kritisiert Pläne

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Der Ausbau der Windenergie an der Nordseeküste macht den Ausbau des Stromnetzes erforderlich. Auch den Altkreis Bersenbrück soll eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung queren. Symbolfoto: dpa/ArchivDer Ausbau der Windenergie an der Nordseeküste macht den Ausbau des Stromnetzes erforderlich. Auch den Altkreis Bersenbrück soll eine 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung queren. Symbolfoto: dpa/Archiv

Quakenbrück. Bei der Planung der 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung zwischen Conneforde über Cloppenburg nach Merzen dürften „keine voreiligen Entscheidungen gegen die Interessen der Samtgemeinde Artland getroffen werden“. Das fordert die SPD-Fraktion im Artländer Samtgemeinderat.

Die Sozialdemokraten kritisieren die inzwischen vorgelegten Vorschläge der mit dem Bau der Stromtrasse beauftragten Netzbetreiber Amprion und Tennet. Die hatten Untersuchungen vorgelegt, wonach mögliche Trassenvarianten quer durch den Altkreis Bersenbrück führen .

Pläne bei Antragskonferenz in Oldenburg vorgestellt

Mitte September hatten die Netzbetreiber in einer Antragskonferenz zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens eine Untersuchung für den Verlauf der Höchstspannungsleitung vorgestellt. Das Ergebnis: Amprion und Tennet hatten vier Trassenkorridore untersucht, von denen letztlich drei geeignet seien. Diese führen quer durch den Altkreis Bersenbrück, von einem Bau wären die Samtgemeinde Artland, Bersenbrück und Neuenkirchen sowie die Stadt Bramsche betroffen. Endpunkt ist Merzen, wo ein Umspannwerk geplant ist.

Netzbetreiber: Trasse entlang Autobahn 1 unwirtschaftlich

Ein Bau der Stromleitung entlang der Autobahn 1 hielten die Netzbetreiber unter anderem aus Kostengründen für ungeeignet. Diese verworfene Variante müsse aber trotzdem durch das für die Raumordnung zuständige Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) geprüft werden, fordert SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Lindemann. Er hat eine Resolution verfasst, die in der Oktober-Sitzung des Samtgemeinderates behandelt werden soll. Weitere Forderung: „Bei den Untersuchungen zu den drei anderen Varianten, die durch das Artland führen, sollte eine Erdverkabelung mitgeprüft werden.“

Lindemann: Teilweise Erdverkabelung prüfen

Amprion und Tennet haben sich nach Ansicht Lindemanns in ihrer vorgelegten Planung „ziemlich voreilig und einseitig zuungunsten des Artlands festgelegt“. Die 380-kV-Höchstspannungsleitung sei als reine Freileitung geplant, die Netzbetreiber hätten nicht bedacht, dass nach den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung eine teilweise Erdverkabelung als Pilotprojekt möglich erscheine. Lindemann befürchtet durch den Bau der Trasse erhebliche Nachteile für das Artland, das als bäuerliche Kulturlandschaft mit seinen denkmalgeschützten Bauernhöfen, wertvollen Naturräumen und geschützter Landschaft weit über die Grenzen bekannt sei. Eine Stromleitung würde das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen, „sodass gute Gründe für eine umfangreiche Erdverkabelung vorhanden sind“.


Der mit dem Bau der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Conneforde über Cloppenburg nach Merzen beauftragte Übertragungsnetzbetreiber Amprion will in der ersten Hälfte des Monats Oktober die Einwohner in den betroffenen Kommunen ausführlich über das Bauprojekt informieren. Das hat Amprion-Projektleiter Arnd Feldmann angekündigt. Amprion wolle über Planungen, Genehmigungsverfahren, technische Fragen, Zeitplan und eine mögliche Erdverkabelung offen und transparent informieren. Insgesamt sind vier Infomärkte vorgesehen: in Bramsche-Hesepe am Donnerstag, 8. Oktober, 16 bis 19.30 Uhr, Gaststätte Bischof-Reddehase, Alfhausener Straße 2; in Bersenbrück am Montag, 12. Oktober, 16 bis 20 Uhr, Hotel Hilker, Bramscher Straße 58; in Quakenbrück am Dienstag, 13. Oktober, 16 bis 20 Uhr, Hotel Hagspihl, Lange Straße 66; in Merzen am Dienstag, 14. Oktober, 16 bis 20 Uhr, Gaststätte Dückinghaus, Osterodener Weg 20. cg

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