„Grand Hotel Vegas“ Inklusions-Musical begeistert in der Artland Arena

Von Bjoern Thienenkamp

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Quakenbrück. Tanzen, schauspielern, singen. Ob im Rollstuhl oder auf den eigenen Beinen, das machte in der Artland Arena in Quakenbrück keinen Unterschied. Das Inklusions-Musical „Grand Hotel Vegas“ der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück (HpH), gefördert durch die Aktion Mensch und in Zusammenarbeit mit der Patsy und Michael Hull Foundation, begeisterte mit dynamischem Tanz, famosem Schauspiel und brillantem Gesang.

„Das Stück besteht aus mehreren Handlungssträngen: Zunächst ist da der exzentrische Modezar Giacomo Marone, der die kleinwüchsige Rezeptionistin Linda Roby kurzerhand zu seiner Muse erklärt, die von der Hoteleigentümerin Lesley-Ann Baker aber nur freigestellt wird, wenn er im Gegenzug die neue Show der Popikone Char mit seiner Haute Couture ausstattet“, erklärt Guido Niermann.

Drei Detektivinnen undercover

„Hinzu kommt das gestohlene Collier der talentlosen Schauspielerin Antoinette-Louise Chevallier, wofür extra drei Detektivinnen aus Los Angeles eingeflogen werden, die undercover arbeiten, eine davon, Samantha, spielt die Verlobte des smarten Hotelmanagers James Donovan, der aber schon verlobt ist mit Lindas Kollegin, der Spanierin Kim Garcia. Das führt zu einigen Verwechselungen und er muss immer die Ohrfeigen einstecken“, schildert der Autor des Stückes, der zudem Schauspieler, Regisseur, Sänger und Choreograf ist.

Suche nach der wahren Liebe

„Dann ist da noch die alternde Popikone Char, die in der Glitzerwelt von Las Vegas mit einer Wahnsinns-Bühnenshow ihr Comeback starten will, sich gerne mit jungen Männern umgibt, von ihrem aktuellen Toy Boy Bill verlassen wird und dann feststellt, in dem cholerischen Choreografen Bernard Thistle längst die wahre Liebe gefunden zu haben“, sagt der 32-Jährige. „Außerdem gibt es noch Nebenhandlungen, so Mary Dunst mit ihrem Sohn Mark, die in dem Fünf-Sterne-Plus-Hotel wohnen, obwohl sie ihr Vermögen verloren haben, den Hoteldetektiv Ted Watson mit seinem Alkoholproblem und den Unbekannten, der bereits vor Beginn des Stückes Diebstähle im Publikum begeht“, listet der Osnabrücker auf, der ein Dreivierteljahr an dem Werk geschrieben hat.

Exzentrische Stars und Sternchen

Und so treffen in dem Luxushotel voller Intrigen und verletzter Eitelkeit dann verflossene Liebschaften und zerstörte Träume aufeinander, begegnen sich exzentrische Stars und Sternchen mit und ohne Handicap. Das Musical vor der riesigen Projektionsfläche und teilweise über die Bühnenkante hinaus auch im Publikum spielend, erweist sich in 19 Szenen mit 22 Sprechern als farbenfrohe Show, prall gefüllt mit der Kunst und dem Können der Mitwirkenden. Unterhaltsam, temperamentvoll, beeindruckend. Inklusion als exklusives Erlebnis. Amüsanter Ortsbezug gar das Angebot des Modezaren an seine Muse: „Ich bringe Dich auf alle Titelblätter der Welt: Vogue, Elle, Harper’s Bazaar, Bersenbrücker Kreisblatt.“

Schnebel: Ich bin begeistert

„Ich bin begeistert, freue mich maßlos“, urteilt Karl-Heinz Schnebel als Zweiter Vorsitzender der HpH. „Das Wir-Gefühl beeinflusst das Alltagsleben positiv“, findet sein Vorstandsollege Horst Winkelmann. „Einfach fantastisch, Inklusion pur, es ist seit eineinhalb Jahren ein wunderbares Arbeiten, auch mit den ganzen Helfern hinter der Bühne“, freut sich Patsy Hull-Krogull. „Wir haben hier gezeigt, was man alles machen kann, was wir seit 2003 machen“, ergänzt ihr Bruder Michael.

Über sich hinausgewachsen

„Die Darsteller sind alle total über sich hinausgewachsen“, resümiert Niermann. „Der Förderantrag an die Aktion Mensch lag in meiner Hand“, zeigt sich Petra Böske bescheiden. „Sie hat das Rahmenprogramm gemanagt, alles was nicht auf der Bühne passiert“, stellt Projektleiter Axel Kreutzer noch in seinem Elvis-Kostüm klar, über „ein Team, in dem jeder seinen Beitrag geleistet hat.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN