„Leitstelle vor Ort“ Neues Einsatzfahrzeug für Notarzt in Quakenbrück

Von Bernard Middendorf

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Die offizielle Übergabe des Kommandowagens für den Leitenden Notarzt (LNA) – ein technisch hochwertig ausgerüsteter gebrauchter VW Sharan – erfolgte jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Feuerwehrhaus Quakenbrück. Foto: FeuerwehrDie offizielle Übergabe des Kommandowagens für den Leitenden Notarzt (LNA) – ein technisch hochwertig ausgerüsteter gebrauchter VW Sharan – erfolgte jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Feuerwehrhaus Quakenbrück. Foto: Feuerwehr

Quakenbrück. In Quakenbrück haben Samtgemeinde Artland und Landkreis Osnabrück den neuen Kommandowagen für den Leitenden Notarzt (LNA) in Dienst gestellt.

„Übergabe Kommandowagen-LNA“ – hinter dieser für Außenstehende eher trocken klingenden Bezeichnung verbergen sich ein außergewöhnlicher Vorgang und eine Kooperation, die im Landkreis Osnabrück Modellcharakter hat. Das neue Fahrzeug ist für den Leitenden Notarzt bestimmt, der bei größeren Unfällen die Rettungsmaßnahmen koordiniert. In Quakenbrück werden Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Sekundenschnelle per Funk alarmiert. Sie steuern den Kommandowagen zum Unfallort.

Samtgemeinde Artland und Landkreis finanzieren dieses Einsatzfahrzeug. „Das alte – ein Mercedes C-Klasse, Baujahr 1996 – musste ausgemustert werden. Die Reparaturen hätten den Fahrzeugwert überstiegen“, erläutert Marcus Goeke. Seit 1999 arbeiten Feuerwehr und Leitende Notärzte – drei gibt es im Nordkreis – Hand in Hand. „Das ist durch die guten Kontakte zwischen uns und dem Rettungsdienst entstanden; die gibt es schon sehr lange“, sagt der Chef der Quakenbrücker Feuerwehr.

Kooperation zwischen Leitenden Notärzten und Feuerwehr

Leitende Notärzte werden eingesetzt, wenn mehr als drei „rettungswagenpflichtige Unfallopfer“ zu erwarten sind, so die Bezeichnung in den Anweisungen des Rettungsdienstes. „Für solche Situationen haben wir extra eine Alarmierungsschleife eingerichtet für 15 bis 20 Kameraden, alle aus Quakenbrück“, so Goeke. „Die kommen – ob Tag oder Nacht – sofort hier zum Platz. Die ersten beiden, die eintreffen, besetzen das Auto, holen den jeweiligen Leitenden Notarzt im Christlichen Krankenhaus oder zu Hause ab und fahren ihn zum Unfallort.“

Der große Vorteil der Quakenbrücker Kooperation: Der „LNA“ kann schon während der Anfahrt damit beginnen, die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren, zu navigieren und sich telefonisch ein Bild von der Lage machen. „Früher sind wir allein gefahren, und zwar mit Privatwagen“, erklärt Dr. Bernhard Birmes, Ärztlicher Direktor des CKQ und wie Heinz-Gerd Grotepaß und Frank Brinkmann einer der Leitenden Notärzte. „Die Karte auf den Knien, das Handy am Ohr – da hätte uns niemand kontrollieren dürfen.“

Samtgemeinde Artland beteiligte sich an Anschaffung

Bei Katastrophen wie Großbränden, Gefahrgut-Explosionen, Gas-Austritt oder Unfällen mit Bussen, aber auch mit Pkw bei mehr als drei Opfern sei der LNA-Einsatz erforderlich, so Birmes. „Wir sind die ‚Leitstelle vor Ort‘, natürlich mit der Osnabrücker Zentrale im Hintergrund.“ Der „Leitende“ macht eine erste Bewertung, teilt Notärzte und Rettungsassistenten ein, entscheidet, ob Verletzte per Krankenwagen oder Hubschrauber transportiert werden.

Poppe: Die Jungs von der Wehr zeigen hier tollen Einsatz

Träger des Rettungsdienstes ist der Kreis. Die Samtgemeinde beteiligte sich mit einem namhaften Betrag an der Finanzierung des Fahrzeugs. „Wir sind froh und glücklich über die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst“, sagt Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe. „Das ist hier wirklich in besonderer Weise organisiert, anders als in vielen Nachbarkreisen. Die Jungs von der Wehr zeigen da tollen Einsatz.“


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