Erste Ausstellung Quakenbrücker Malgruppe „Farbenrausch“ in der Arche

Die Künstlerinnen mit Initiatorin Alexandra Lüders, Tülay Tsolak und den Musikern Thea Ortmann und Matthis Balks.Foto: Jutta Böning/CKQDie Künstlerinnen mit Initiatorin Alexandra Lüders, Tülay Tsolak und den Musikern Thea Ortmann und Matthis Balks.Foto: Jutta Böning/CKQ

Quakenbrück. Nicht umsonst heißt die Malgruppe des Mehrgenerationenhauses „Farbenrausch“. Denn die Besucher des Christlichen Krankenhauses empfängt zur Zeit im Erdgeschoss vor den Stationen und im Vorraum der Arche eine wahre Explosion an Farben. Hier stellen mehrere Künstlerinnen für zwei Monate ihre Werke aus. Zur Eröffnung in der Arche führten mehrere Wortbeiträge in das Thema ein. Musikalisch gestaltet wurde die Vernissage von Thea Ortmann (Klavier) und Matthis Balks (Saxophon).

Tülay Tsolak, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Quakenbrück, richtete Grüße der Stadt aus und wünschte der Ausstellung viel Erfolg.

In einer sehr persönlichen Ansprache schilderte Gabi Kuhlmann, Seelsorgerin im CKQ, anschließend ihre eigenen Erfahrungen mit der Malerei. So war ihr die Konzentration auf das Malen während einer ernsten Erkrankung Therapie und Seelsorge.

Über die Arbeit der Malgruppe berichtete anschließend die Leiterin und Initiatorin Alexandra Lüders. Die Malgruppe Farbenrausch existiert demnach seit ungefähr zwei Jahren. Insgesamt waren in dieser Zeit rund 15 Laienkünstler im Alter zwischen sechs und 66 Jahren beteiligt.

In der Ausstellung im Christlichen Krankenhaus sind vier Künstlerinnen mit insgesamt 45 Werken vertreten. Die Bilder, die sonst in privaten Räumen hängen, können so erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. An Beispielen wie der künstlerischen Arbeit von KZ-Häftlingen oder dem Tagebuch der Anne Frank machte Lüders deutlich, wie wichtig die kreative Tätigkeit in Lebenskrisen ist und wie die Selbstbegegnung in der künstlerischen Arbeit zur Rettung und Lebenshilfe werden kann. Auch die Frauen der Malgruppe seien an den Anforderungen des Malens gewachsen, selbstbewusster und mutiger geworden, resümiert Lüders.

Dass sich die Arbeit der Ausstellung gelohnt hat, zeigt die positive Resonanz: „Die Bilder stießen schon vor Ausstellungseröffnung auf reges Interesse bei Patienten, Besuchern und Mitarbeitern“, berichtet Lüders. Immer wieder sei sie beim Aufbau der Ausstellung von interessierten Besuchern auf die Bilder angesprochen worden. Besonders interessant für die zahlreichen Gäste war es, dass die Malerinnen sich und ihre Motivationen kurz vorstellten. Käthe Alberding betonte, dass sie beim Malen „Zeit und Raum vergessen könne“, bei Erika Moormann sorgte das Hobby neben Spaß und Entspannung dafür, dass sie ihre Umgebung nun viel intensiver wahrnimmt, und Susanne Reinke erlebt, dass sie durch das Malen zur Ruhe kommt und sich ausdrücken kann. Neben diesen drei erwachsenen Malerinnen ist die erst zehnjährige Fiona Schröder die jüngste Künstlerin, die in der Ausstellung vertreten ist.

Unter den Bildern finden sich sakrale und weltliche Motive in den Techniken Aquarell und Collage sowie Acryl-Malerei. Und wer jetzt Lust bekommen hat, es selbst einmal mit dem Malen zu versuchen, der ist herzlich eingeladen, Kontakt zum Mehrgenerationenhau s aufzunehmen.