Gegen industrielle Stallbauten Info-Abend der Artland-Grünen am 11. November

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Zu einem Informationsabend laden die Artländer Grünen am 11. November in das Heimathaus Badbergen ein. Foto: GrüneZu einem Informationsabend laden die Artländer Grünen am 11. November in das Heimathaus Badbergen ein. Foto: Grüne

Quakenbrück. Durch die Beschlussfassung der Samtgemeinde zur planerischen Steuerung gewerblicher Intensivtierställe, die Stallbauten weiterhin ohne Flächenbindung ermögliche, sei nun mit einer erheblichen Zunahme der Tierhaltung im Artland zu rechnen, erklären die Artländer Grünen in einer Pressemitteilung.

Wie die Samtgemeindeverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Samtgemeinderatsfraktion mitgeteilt habe, sei an allen 95 landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebsstandorten nach Verabschiedung der Richtlinie zum Beispiel ein Rinderstall mit 799 Tieren planbar und genehmigungsfähig, wenn sämtliche Anforderungen im BImSch- Verfahren erfüllt seien.

Fast alle dieser möglichen Stallbauten, die gigantische Ausmaße von etwa sechs Hektar überwiegend versiegelte Gewerbefläche um die Hofställe zur Folge hätten, würden nur mit Zustimmung der Samtgemeinde, wie etwa in der obigen Richtlinie festgelegt, planbar und wären sonst nicht genehmigungsfähig.Der Ortsverband der Grünen gebe zu bedenken, ob eine derartige Erweiterung der Tierhaltung noch Zustimmung in der Bevölkerung finde.

Die daraus resultierenden Anreize für Agrarinvestoren aus der Umgebung, wo aufgrund überhöhter Immissionen kaum noch Stallbauten möglich seien, würden in derselben Antwort der Verwaltung verharmlost.Investoren könnten sich in bestehende Betriebe einkaufen oder ganze Hofstellen erwerben und diese wieder zu aktiv bewirtschafteten Vollerwerbsbetrieben ausbauen.

Noch sei die Viehbesatzdichte im Artland geringer als etwa in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg und Emsland, aber schon jetzt sei auch im Osnabrücker Land die Viehdichte so hoch, dass die anfallende Gülle nicht mehr von den Landkreisflächen aufgenommen werden könne.

Die Geruchsbelästigung durch Stallanlagen und Gülle nehme ständig zu, ebenso die Keim- und Schadstoffgehalte der Atemluft und des Grundwassers. Es stelle sich daher die Frage, „ob wir unseren gemeinsamen Lebensraum erhalten oder weiter belasten sollten. Dieser Lebensraum im Kulturschatz Artland ist wertvoll, historisch gewachsen, hat einen hohen Naturschutzwert und wird erfolgreich touristisch genutzt“, heißt es in der Grünen-Mitteilung weiter.

Die Artländer Grünen sprächen sich deutlich gegen eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft im Kulturschatz Artland mit allen seinen Folgen aus. Die Artland-Grünen wollten mit allen Bürgern, auch mit den Landwirten, über diese Problematik diskutieren.

Sie laden daher zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein, die am Dienstag, 11. November, um 19 Uhr im Heimathaus Badbergen, Am Markt 4, in Badbergen stattfinden wird. Josef Voß, Referent für Landwirtschaft und Umwelt der niedersächsischen Landtagsfraktion der Grünen erläutert die Neuregelungen des Baugesetzbuches § 35 und die Auswirkungen der Artländer Richtlinie . Vertreter der Tourismusverbände bringen Statements aus ihrer Sicht ein, örtliche Umweltvereine tragen ihre Bedenken vor.


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