Amtsantritt am Montanmorgen Artländer Bürgermeister will „neuen Ideen Raum geben“

Von Christian Geers


Quakenbrück. Die Samtgemeinde Artland hat wieder einen Bürgermeister. Claus Peter Poppe hat am Montagmorgen seinen Dienst im Quakenbrücker Rathaus angetreten. Der neue Chef der 150-köpfigen Verwaltung will einen „offenen Dialog“ pflegen – mit den Mitarbeitern und natürlich mit den Bürgern.

Dieser 3. November, für Poppe gewiss ein besonderer Tag, beginnt morgens um halb neun mit einer Dienstversammlung im Sitzungssaal des Rathauses. Poppe will sich den Mitarbeitern offiziell vorstellen als neuer Samtgemeindebürgermeister. Doch so neu ist der „Neue“ gar nicht, die Stimmung ist herzlich. Viele Gesichter, in die Claus Peter Poppe blickt, sind ihm schon lange vertraut.

Mit einem kräftigen Handschlag begrüßt der 66-Jährige Frank Wuller, der gemeinsam mit Kollegen am Eingang des Sitzungssaals wartet. Der Erste Samtgemeinderat, der bei der Stichwahl Mitte Juni dem künftigen Rathauschef unterlag, erwidert die herzliche Begrüßung. Und Wuller bekommt Minuten später Applaus von seinen Kollegen, als Poppe dem stellvertretenden Verwaltungschef für die Zeit der Vakanz dankt, die vom Weggang Reinhard Scholz’ bis zum Amtsantritt des Nachfolgers viereinhalb Monate dauerte. In den Dank bezieht Poppe auch die beiden anderen Fachbereichsleiter Heinz Korte und Stefan Fröhlich ein.

Claus Peter Poppe nutzt die folgenden 20 Minuten, um einige „Kernthesen“ vorzustellen, die seine künftige Arbeit umreißen sollen. „Eine Regierungserklärung wird das aber nicht“, merkt er augenzwinkernd an. Er wolle in den kommenden Wochen zunächst „zuhören, sich alles anschauen, annehmen und akzeptieren“ und dann erst beginnen, Dinge weiterzuentwickeln. Er treffe schließlich auf eine „funktionierende Verwaltung, die große Sachkenntnis und viel Erfahrung besitzt“. Als „wichtigste Fähigkeit“ in der kommunalen Selbstverwaltung sieht er die „offene Kommunikation“. Poppe: „Darin werde ich mich üben, die gleiche Offenheit erwarte ich von Ihnen.“

Eine der ersten großen Aufgaben sieht der neue Samtgemeindebürgermeister in der Verabschiedung der Haushaltspläne 2015 für Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden. Er plädiert aber auch dafür, den Wandel anzunehmen und zu gestalten. Dazu zählten die Integration von Neubürgern, der Strukturwandel in Landwirtschaft und der Wirtschaft vor Ort. Das seien Themen, der sich die Kommune nicht entziehen könne.

„Im offenen Dialog können wir sie zum Erfolg führen“, sagt Poppe. In der Pflicht sieht er Rat und Verwaltung, sich um „harte und weiche Faktoren“ zu kümmern, sprich um die Infrastruktur aber auch um das Wohlfühlgefühl aller Menschen in der Samtgemeinde Artland. Gerade im Bereich der Vereine und Verbände gelte es, „Haupt- und Ehrenamt zusammenzuführen“.

Eine Schlüsselrolle bei allen anstehenden Aufgaben komme der Samtgemeindeverwaltung im Zusammenspiel mit den Mitgliedsgemeinden zu. „Wir müssen nicht alles selbst machen, sollten die Tradition bewahren, aber auch neuen Ideen Raum geben“, wünscht sich Claus Peter Poppe.

Das ist es dann auch schon mit den Reden an diesem ersten Arbeitstag. Auf dem Stuhl am Tisch, der am Kopfende des Sitzungssaals stand, nimmt er nach seiner Begrüßung gar nicht mehr Platz. „Wir machen hier ja keinen Frontalunterricht“, schmunzelt der frühere Leiter des Artland-Gymnasiums Quakenbrück.

Stattdessen mischt sich der neue Rathauschef unter die Mitarbeiter. Mit jedem Einzelnen, das hat er angekündigt, will er in den kommenden Wochen ein Gespräch führen.

Eine Dreiviertelstunde später nimmt Claus Peter Poppe dann an seinem Schreibtisch im ersten Stock des Quakenbrücker Rathauses Platz. Dort empfängt ihn Rosemarie Hauertmann, die auch weiterhin das Vorzimmer führen wird, mit einer dicken Dokumentenmappe. Poppe setzt sich an den Schreibtisch, der noch vom früheren Samtgemeindedirektor August Averbeck angeschafft worden war, zückt den Kugelschreiber und unterschreibt. Das Büro selbst hat er von seinem Vorgänger nahezu unverändert übernommen. Nur an den Wänden hängen andere Bilder aus dem Fundus der Samtgemeinde.

Vom Schreibtisch hat er einen schönen Blick auf den Quakenbrücker Marktplatz. Von diesem war schon sein Vorgänger Reinhard Scholz angetan. „So etwas gibt es kein zweites Mal im Landkreis Osnabrück“, hatte dieser bei seinem Abschied Mitte Juni gesagt. Fast acht Jahre, so lange dauert die Amtszeit, kann er diesen Ausblick nun genießen.

Viereinhalb Monate nach der Wahl ist Claus Peter Poppe an diesem 3. November im Rathaus angekommen.