Intensiv- und Operationsmedizin Auch in Quakenbrück setzt man auf Spezialisierung

Von Nicole Weymann

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Quakenbrück. „Ich werde Krankenschwester!“ Früher war es neben Lehrerin oder Stewardess eines der am meisten verbreiteten Berufsbilder für junge Mädchen und Frauen, und auch heute noch ist die Mehrheit des Pflegepersonals weiblich. Das Berufsbild und die Anforderungen jedoch haben sich gewandelt.

Während das Ziel der Ausbildung noch vor nicht allzu langer Zeit ein möglichst breites Fundament an allgemeinem Fachwissen bei den zukünftigen Pflegern war, um sie universell einsetzen zu können, setzen Krankenhäuser mittlerweile verstärkt auf Spezialisierung, um die fachspezifische Versorgung der Patienten zu optimieren, erläuterte die Leiterin des Pflegemanagements im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ), Susanne Lenz. Daneben werde auch die Duale Ausbildung mit angeschlossenem Studium immer wichtiger. Die Pfleger seien so unabhängiger von den Ärzten und könnten auf einem enger eingegrenzten Bereich mehr Verantwortung tragen. Ein Beispiel für diese Spezialisierung sind die Ausbildungsberufe des Operationstechnischen und des Anästhesietechnischen Assistenten, die früher von weitergebildeten Krankenpflegern ausgeführt wurden.

Die Intensivpflege gehört zu den aufreibendsten Aufgabenbereichen in der Pflege . „Wer hier arbeitet“, so Michael Puncak, Leiter der Intensivstation des CKQ, „trägt viel Verantwortung, und das merkt man den Pflegern auch an.“

Zurzeit hat die Station, die gerade auf bis zu 28 Betten erweitert wird, noch 22 Betten, davon 14 auf der sogenannten Stroke- und Chest-Pain-Unit. „Hier werden vor allem Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten behandelt und beobachtet“, erläutert Puncak weiter.

Im Intensivbereich müssen Pfleger und Schwestern schnell und selbstständig handeln können, Entscheidungen treffen, die über Leben und Tod eines Patienten entscheiden können, und für die man nicht immer erst einen Arzt konsultieren kann. Man muss verarbeiten können, dass trotz aller Bemühungen hier viele Patienten sterben, und man muss mit trauernden Angehörigen umgehen können. Das kann den Alltag schon sehr belasten – emotional und auch körperlich. Dazu kommt die notwendige technische Kompetenz bei der Bedienung der vielen intensivmedizinischen Überwachungs- und Versorgungsgeräte.

Ein nicht weniger verantwortungsvolles Arbeitsfeld aber eben mit einem anderen Fokus bedienen die Operations- und Anästhesietechnischen Assistenten, die früher noch schlicht „OP-Schwester“ hießen – ein bisschen diskriminierend, denn schließlich durften den Beruf von jeher auch Männer ausüben.

In enger Abstimmung mit dem Chirurgen bereiten sie Operationsmaterialien vor und assistieren bei Eingriffen. Dabei müssen sie gut im Team arbeiten können, sehr methodisch, sorgfältig und hygienisch arbeiten und, hier ähneln sie den Intensivpflegern, gut mit Stress umgehen können.

Im Artland ist das CKQ die größte Einrichtung für chirurgische Eingriffe der verschiedensten Art. „Wir haben vier Operationssäle, in denen wir arbeiten“, wie Paul Lanfermann, der den OP-Bereich leitet, erklärt. „Hier finden Eingriffe von der Gefäß- über die Unfall- bis zur Neurochirurgie einschließlich Wirbelsäulenoperationen, Orthopädie und der Behandlung schwerst mehrfach Verletzter, sogenannter Polytraumapatienten, statt.“

Das CKQ kooperiert in der Ausbildung mit dem Bildungszentrum St. Hildegard der Niels-Stensen-Kliniken in Osnabrück. Die allgemeine und innere chirurgische Abteilung sind mit dem Franziskus-Hospital in Lohne und dem Krankenhaus St. Elisabeth in Damme zum Gesundheitszentrum Nordwest zusammengefasst, was die Kapazitäten erheblich vergrößert und alle Beteiligten flexibler macht.


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