Den Tagen mehr Leben geben Generalvikar hielt Festvortrag in Quakenbrück

Ein kleines Dankeschön für sein Kommen überreichten seitens der Stadtstiftung August Averbeck und Katharina Abeln Generalvikar Theo Paul. Foto: Alexandra LüdersEin kleines Dankeschön für sein Kommen überreichten seitens der Stadtstiftung August Averbeck und Katharina Abeln Generalvikar Theo Paul. Foto: Alexandra Lüders

Quakenbrück. In der Hospizarbeit werde Tag für Tag die scheinbare Alternative zu künstlicher Lebensverlängerung und der einvernehmlichen Tötung schwerstkranker Patienten überwunden, betonte Generalvikar Theo Paul in seinem Festvortrag, ausgehend vom unterschiedlichen Umgang mit Tod und Sterben, mit ausweglosen Situationen – Revolte, Resignation oder christliche Ergebung.

Hier zeige sich ein Konzept einer humanen Sterbehilfe, die den kranken Menschen pflegerisch betreue, seine Schmerzen wirksam nach den Grundsätzen der modernen Palliativtherapie bekämpfe und ihn in der Wahrnehmung seiner verschiedenen Bedürfnisse begleite. Dem therapeutischen Übereifer einerseits, also der Verlängerung des Lebens um jeden Preis, und der aktiven Sterbehilfe als absichtliche Herbeiführung des Todes andererseits lägen verwandte Einstellungen zugrunde.

Diese äußerten sich in dem Versuch, der Begegnung mit dem Tod auszuweichen. Hier leiste die Hospizbewegung einen großen Dienst, indem sie verdrängte Ängste ernst nehme und vertrauensbildende Gespräche ermögliche. Dabei sei das Sterben nicht das Ende des Lebens, sondern vielmehr ein besonderer Teil des Lebens. In der Hospizbewegung sei nicht zu Unrecht der Satz geprägt worden, „dass wir nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben sollen“. Für ein menschenwürdiges Leben und Sterben brauche es Hilfe. Die bewusste Annahme des Todes durch den Sterbenden, Begleiter, die geduldig und in einer lebendigen Beziehung aushielten, sowie Rahmenbedingungen, die das Sterben erleichterten. Eine angemessene räumliche und menschliche Umgebung könne dafür sorgen, dass der Wunsch nach einer Tötung auf Verlangen weniger geäußert werde. Dass ein menschenwürdiges Sterben möglich sei, zeige die Hospizbewegung, „zeigt auch ihr ehren- und hauptamtliches Engagement“.


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