Einstimmiges Votum Paul Gärtner ist neuer Bürgermeister in Quakenbrück

Von Christian Geers


Quakenbrück. Paul Gärtner ist neuer Bürgermeister der Stadt Quakenbrück. Der SPD-Ratsherr erhielt in geheimer Wahl die Stimmen aller anwesenden Ratsmitglieder. Dieses einstimmige Ergebnis, das Gärtner als „ungeheuren Vertrauensvorschuss“ wertete, verschlug ihm für einen Moment die Sprache.

Abschied und Neuanfang liegen im Stadtrat am Montagabend dicht beieinander. Routiniert und gut gelaunt eröffnet Claus Peter Poppe die Sitzung ein letztes Mal in seiner Funktion als Bürgermeister. Ein letztes Mal gibt er einen Bericht über wichtige Themen und Entscheidungen ab. Dann übergibt er an seinen Stellvertreter Matthias Brüggemann, der die Sitzungsleitung übernimmt. Poppe setzt sich ins Publikum, nicht ohne mit einem Augenzwinkern zu versichern, dass er wohl wiederkommen werde: ab 1. November als Stadtdirektor und neuer Artländer Samtgemeindebürgermeister.

Auch Matthias Brüggemann ist gut aufgelegt, obwohl der CDU-Ratsherr an diesem Abend ebenfalls Abschied nimmt: nicht als Mitglied des Rates, wohl aber als stellvertretender Bürgermeister.

Bevor der neue Bürgermeister gewählt werden kann, stellt der Rat formal den Mandatsverzicht von Claus Peter Poppe fest. Dann sind noch die beiden neuen Ratsmitglieder in der SPD-Fraktion zu verpflichten: Viggo Schmidt als Nachfolger für Ilona Thumann und Alexander Schwarz für Claus Peter Poppe.

Die SPD schlägt den bisherigen Stellvertreter Paul Gärtner vor, einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Theoretisch hätte der Rat offen abstimmen können, doch Andreas Maurer (Die Linke) beantragt geheime Wahl. Das trifft die Verwaltung nicht unvorbereitet, Stimmzettel, Wahlkabine und Urne stehen längst auf einem Tisch in der Ecke bereit. 29 Namen, so viele Ratsmitglieder sind anwesend, schreiten zur Wahl.

„Jetzt darf ich noch einmal läuten“, freut sich Matthias Brüggemann, als stellvertretender Ratsvorsitzender die Regie in diesem Teil der Sitzung zu übernehmen. Er greift zur Glocke, das Gemurmel verstummt, und eine halbe Stunde nach Sitzungsbeginn gibt er das Wahlergebnis bekannt: 29 Ratsmitglieder sind anwesend, alle stimmen für Paul Gärtner. Das klare Votum raubt dem aber erst einmal die Sprache. Sichtlich überwältigt nimmt Gärtner die Wahl an. Er verspricht, dem Wohl der Stadt zu dienen und sieht sich in der Tradition derer, die als Ratsherren Quakenbrück seit Jahrhunderten prägten.

Zu stellvertretenden Bürgermeistern der Stadt werden – auf Antrag Andreas Maurers ebenfalls geheim – Tülay Tsolak (SPD) und Gerd Meinecke (CDU) gewählt. Tsolak, die seit 2011 im Stadtrat sitzt, „steht für Offenheit und Vielfalt in der Stadt“, stellt SPD-Fraktionschef Thomas Fisse sie vor. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Calderone hält Meinecke, eines der dienstältesten Ratsmitglieder, in diesem Amt „für einen Gewinn für Rat und Stadt“.

Das Ergebnis: Gerd Meinecke vereinigt 26 Ja- und 3 Neinstimmen auf sich, Tülay Tsolak erhält 24 Ja- und 5 Neinstimmen. Applaus, Blumen und Glückwünsche – die Spitze des Stadtrates ist wieder komplett.

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Bürgermeisters ist am Ende der Sitzung die Verabschiedung seines Vorgängers Claus Peter Poppe und dessen Stellvertreters Matthias Brüggemann. Beiden überreicht Gärtner eine Urkunde, die den Dank der Stadt Quakenbrück ausdrückt.

Thomas Fisse würdigt Poppes Verdienste als Fraktionsvorsitzender und später als Bürgermeister und wünscht ihm für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters alles Gute. Auch Christian Calderone lobt die „angenehme Zusammenarbeit“ mit dem ehemaligen Bürgermeister. Vor allem seien inhaltliche Differenzen nie persönlich ausgetragen worden. „Die Zusammenarbeit mit dir hätte mir sicher auch in Zukunft Spaß gemacht“, lächelte er und spielte auf die CDU-Niederlage bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl an .

Calderone bedauerte ebenfalls Poppes Ausscheiden aus dem Landtag. Zwei Abgeordnete – „einer, der von vorne bittet, und einer, der von hinten angreift“ – hätten dem Wahlkreis gutgetan.


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