Daniel de Oliveiras Idee Ein Quakenbrücker und der Olivenhain in Portugal

Von Jürgen Ackmann


Quakenbrück. Manchmal liegt das Ferne so nah. Das hat auch Daniel de Oliveira Prudêncio aus Quakenbrück festgestellt. Fernab in Portugal liegt der Olivenhain seines Vaters António. Naheliegend war die Idee, das dort gewonnene Öl hier in Deutschland als Qualitätsprodukt aus erster Hand zu verkaufen. Also hat Daniel de Oliveira Prudêncio ein Kleingewerbe angemeldet. In dieser Woche geht sein Handel auch online.

Daniel de Oliveira Prudêncio ist 24 Jahre alt und waschechter Quakenbrücker. Hier ist er zur Welt gekommen, hier hat er den Kindergarten und die Grundschule besucht, hier hat er 2010 das Abitur am Artland-Gymnasium gemacht. Der schulischen Laufbahn ließ er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Claustahl-Zellerfeld sowie ein Praktikum in Düsseldorf im Bereich Marketing und Verkauf folgen. Dann zog es ihn zurück nach Quakenbrück, wo er nun für die Textilagentur und den Stoffhandel von Axel Suijker arbeitet. Zudem treibt er seine Pläne für den Handel mit Olivenöl voran.

Dass es irgendwann einmal dazu kommen würde, hat Daniel de Oliveira Prudêncio anfänglich für ein fernes Gedankenspiel gehalten. Wenn auch für ein reizvolles. Es hatte immer Konjunktur, wenn die Familie in Richtung Portugal aufbrach. Dort – im Dorf São Vicente do Paúl nahe der Stadt Santarém und nicht weit von Lissabon entfernt – gedieh der Olivenhain seines Vaters in den heißen Sommern prächtig. Den Geschmack Portugals – gewürzt von atlantischen Lüften – nahm die Familie Jahr für Jahr mit zurück nach Quakenbrück. Das Olivenöl – gewonnen in der Ölmühle des Nachbardorfes – war ein Stück alte Heimat.

Im vergangenen Herbst begann aus dem fernen Gedankenspiel, herannahende Realität zu werden. Freunden, denen Daniel de Oliveira Prudêncio, das Olivenöl schenkte, waren schon immer begeistert. Kein Wunder: Es ist von höchster Güteklasse – trägt also die Bezeichnung „virgem extra“ und stammt aus dem Ribatejo – eine von sieben Regionen in Portugal, die ein von der EU anerkanntes Herkunfts- und Qualitätssiegel tragen dürfen.

Das Lob der Freunde gab Daniel de Oliveira Prudêncio zusätzlichen Mut, konkrete Pläne zu schmieden. Da aber der Olivenhain seines Vaters für einen schwunghaften Handel im größeren Stil zu klein ist, setzte er sich zunächst mit anderen Olivenhain-Besitzern in der Region zusammen, um ausreichende Mengen zur Verfügung zu haben. Auch entwarf er Etiketten für die Olivenölflaschen und dachte sich einen Namen für sein Produkt aus. Das war leicht. „Oliveira“ – der Nachname des 24-Jährigen – bedeutet ohnehin „Olivenbaum“. Also heißt sein Produkt nun „Casa d’ Oliveira“ – aus dem Hause des Olivenbaums.

Auch das lag nahe. Und noch mehr: Angesichts der Wirtschaftskrise in Portugal in der Vergangenheit haben viele Portugiesen die Landwirtschaft wiederentdeckt und damit einen der größten Schätze des Landes – das Olivenöl. Der Export steigt seit einigen Jahren wieder an.

Eine weitere Überlegung spielte ebenfalls eine Rolle. Aus den Küchen Europas ist Olivenöl längst nicht mehr wegzudenken. Einst oft nur in Apotheken erhältlich, gibt es Olivenöl heute in jedem Supermarkt und in fast jedem Haushalt. Allein im vergangenen Jahrzehnt sind die Olivenöl-Lieferungen nach Deutschland um 50 Prozent gestiegen.

Inzwischen kennen sich viele Deutsche mit Olivenöl gut aus und wissen Qualität abseits der Massenproduktion zu schätzen. Darauf setzt auch Daniel de Oliveira Prudêncio – und auf seinen Vinho do Porto. Den vertreibt der 24-Jährige ebenfalls. Im Angebot hat er unter anderem ein Fläschchen aus dem Jahre 1927. Nicht ganz preiswert, aber ein besonderes Tröpfchen. Das kommt zwar nicht aus dem Hause Oliveira. Schmeckt aber dennoch, versichert der Jung-Unternehmer.

Die Adresse des Online-Shops, der diese Woche eröffnet: www.casadoliveira.eu