Reise durch Thailand Buddha-Amulett beschützt junge Quakenbrücker

Von Birgit Eckhoff

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Oliver Brockschmidt ist mit einem Koffer voller Erfahrungen aus Thailand zurückgekehrt. Foto: Birgit EckhoffOliver Brockschmidt ist mit einem Koffer voller Erfahrungen aus Thailand zurückgekehrt. Foto: Birgit Eckhoff

Quakenbrück. Was machen, wenn kein geeigneter Studienplatz frei ist und Wartezeiten überbrückt werden müssen? Man(n) geht auf große Reise. Ende Januar packte der Quakenbrücker Oliver Brockschmidt (23) seine Koffer und machte sich für drei Monate auf, um Thailand zu bereisen.

Schon als kleiner Junge war er von den Urlaubserzählungen seines Patenonkels mit gleichem Vornamen gefesselt. Der Onkel war oft als Backpacker im Nahen Osten unterwegs und hat maßgeblich mit seinen abenteuerlichen Geschichten dazu beigetragen, dass sich auch der junge Oliver für den Kontinent Asien begeisterte.

2011 machte Oliver Brockschmidt sein Abitur am Artland-Gymnasium Quakenbrück. Es folgte ein freiwilliges soziales Jahr in der Möhringsburg in Badbergen. Im Autistenwohnheim fand der junge Mann eine Herausforderung. Die Einrichtung verlängerte den Arbeitsvertrag mit Brockschmidt um weitere eineinhalb Jahre – bis Mitte Januar 2014 war er als Gruppenhelfer tätig. Der Arbeitsvertrag lief im Januar aus.

In der nunmehr größeren Freizeit machte er sich im Internet auf die Suche nach günstigen Flugverbindungen. Prompt war etwas Passendes für den kleineren Geldbeutel gefunden, und die Reise ging spontan los. Getreu nach dem Zitat aus der Feder von Aurelius Augustinus (354–430) „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon“ – einem Lieblingszitat von Oliver Brockschmidt – begann er seine Reise in die ferne Welt.

Sein Flieger startete in Düsseldorf. Nach insgesamt 17 Stunden Flugzeit und einem zehnstündigen Aufenthalt in Dubai kam er an seinem ersten Ziel, Bangkok, an. „Zum Glück hatte ich für die ersten drei Nächte eine Unterkunft von Deutschland aus gebucht. Die lange Anreise schlaucht schon sehr “, erzählt er.

Am nächsten Tag ging es gestärkt mit Sightseeing in der Weltmetropole weiter. In der Thanon Sukhumvit, eine der bedeutendsten Touristenstraßen in Bangkok – der Hauptstadt von Thailand, lernte er schnell ein ortskundiges Pärchen kennen – und eine Stadtführung mit abenteuerlichen Einflüssen war gesichert.

Um das Tauchen zu erlernen, ging es weiter nach Ko-Tao, einer kleinen Insel in Südthailand, die bekannt ist für günstigen Tauchurlaub. „Das Land und die Leute dort haben mich fasziniert, da sie fast ohne Tourismus auskommen“, erzählt er weiter.

In der pulsierenden Kleinstadt Pai, einer malerischen Berglandschaft in der Provinz Mae Hong Son im Nordosten Thailands, blieb er einige Wochen. Ein bewegendes Erlebnis erfuhr er in einem Tempel, denn ein Mönch weihte ein Buddha-Amulett und schenkte es ihm in die Hand. „Dieses Amulett trage ich immer, es beschützt mich“, sagt er lächelnd. Auch ein Tattoo hat sich der Weltenbummler in Thailand stechen lassen. Seinen linken Arm ziert ein Om-Zeichen mit Traumfänger und hält ihn vorm Schlafwandeln ab. „Vielleicht ein Glaube, der Berge versetzt, aber ein hilfreicher“, so Brockschmidt.

Mit dem 30-jährigen Koreaner Jun hat er in Thailand einen neuen guten Freund gefunden. Schon sechs Wochen nach seiner Rückankunft in Deutschland kam der Koreaner zu Besuch. Während der Fußball-WM und bei der Reggae Jam wurde die Männerfreundschaft weiter gefestigt.

Zurzeit arbeitet Oliver Brockschmidt als Brief- und Paketzusteller in Quakenbrück. Im Oktober nun beginnt der Reiselustige sein Studium der Sonderpädagogik in Hannover. Nach dem Studium möchte er unbedingt wieder, wenn auch nur zeitweise, nach Thailand reisen. Dort möchte der lebensfrohe junge Mann Hilfe für Menschen mit Behinderungen leisten und auch Englischunterricht erteilen.

Ein Schweigeseminar könne er sich gut in Thailand vorstellen. Der Buddhismus liegt ihm, da viele andere Religionen zu kriegerisch agierten, erklärt er weiter. Sein Fazit aus der Thailandreise: Nirgends auf der Welt habe er so herzliche Menschen wie in Thailand kennengelernt. „Denn sie würden sogar ihr letztes Hemd mit einem teilen.“ Vorbildliche Menschen, fügt er abschließend an.


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