Verträge mit Kommunen gekündigt Gehölzmanagement liegt im Artland vorerst auf Eis

Von Katharina Preuth

Die Nachfrage nach Holzhackschnitzeln sei im Moment eher gering, berichtet Ingo Zapp. Foto: Katharina PreuthDie Nachfrage nach Holzhackschnitzeln sei im Moment eher gering, berichtet Ingo Zapp. Foto: Katharina Preuth

Altkreis Bersenbrück. Das Projekt Gehölzmanagement im nördlichen Osnabrücker Land liegt nach dreijähriger Testphase vorerst auf Eis. Fortwirst Ingo Zapp vom Forsthof Artland hat die Verträge mit den Kommunen zunächst gekündigt. Aus wirtschaftlicher Sicht hat sich die Pflege von regionalen Wallhecken und Grünstreifen, hier vor allem der Verkauf der dabei anfallenden Hackschnitzel, für Zapp nicht rentiert.

Der Erfolg des Projekts hängt am Preis der Hackschnitzel“, erklärt der Forstwirt. Ingo Zapp und ein Team von Mitarbeitern haben in den vergangenen drei Wintern 40 Kilometer Hecken gepflegt, davon 20 Kilometer „auf den Stock gesetzt“. Dies bedeutet zum Beispiel Weiden oder Erlen auf Kniehöhe zu beschneiden. Das dabei anfallende Holz haben sie in einem nächsten Schritt zu Hackschnitzeln verarbeitet, die unter anderem zum Heizen von Schweine- oder Hühnerställen benötigt werden.

Aufgrund des warmen Winters und anderer Faktoren sind die Lager der potenziellen Käufer voll und Zapp konnte in der vergangenen Saison kaum Holzschnitzel verkaufen. „Die Subunternehmer, die sich um die reine Pflege der Hecken kümmern, können finanziert werden, nur die Planungsseite lohnt sich für mich im Moment nicht“, sagt Ingo Zapp.

Seine Aufgabe besteht darin, die Verträge mit den Heckenbesitzern auszuhandeln – dies sind zumeist die Kommunen–, die Aufnahme der Hecken, die forstliche Planung, die Markierung der zu beschneidenden Hecken und die Schulung der Mitarbeiter. Die an dem Projekt beteiligten Gemeinden sind: Berge, Menslage, Badbergen, Nortrup und Kettenkamp. Zudem sind der Landkreis Osnabrück und als privater Eigentümer der Zweckverband Hasetal beteiligt.

Das Gehölzmanagement nehme viel Zeit in Anspruch, erklärt Zapp. „In der Saison bin ich mindestens einmal täglich draußen.“ Die Schnittsaison gehe laut Naturschutzverordnung vom 1. Oktober bis zum 28. Februar.

Die Pflege der Hecken wurde vor Anlauf des Projekts von den Bauhöfen übernommen. Die Bauhöfe hätten jedoch mehr die Straßen im Blick, die von Grünzeug befreit werden müssten, so Zapp weiter, und weniger die ökologische Beschaffenheit der Hecken.

Zapp ist auch in Zukunft an dem Erfolg des Projekts interessiert. Einzig aus betriebswirtschaftlichen Gründen habe er die Verträge mit den Kommunen kündigen müssen. Er befinde sich jedoch im Moment in der Diskussion mit den an dem Projekt beteiligten Parteien. Dazu gehören neben den Kommunen Flächeneigentümer, Naturschutz, Landwirtschaft und das Ilek-Regionalmanagement (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept).

„Wir wollen betonen, dass alle mit dem Projekt und mit der Arbeit, die Herr Zapp leistet, zufrieden sind. Es ist ein gutes Projekt, nur lässt es sich wirtschaftlich noch nicht tragen“, lässt Jonas Langenberg vom Ilek-Regionalmanagement verlauten. Langenberg geht davon aus, dass der Holzpreis in den nächsten Jahren steigen wird und das Management dann ohne Zuschüsse finanziert werden kann.

Bis dahin müsse ein Weg für die Übergangszeit gefunden werden, so Langenberg weiter. Er schließe eine stärkere finanzielle Beteiligung der Samtgemeinden ebenso wenig aus, wie eine Förderung vonseiten des Bundes.