Niedersächsische Musiktage Singende Säge fällt bei der Jury in Menslage durch


nwey Menslage. Die 28. Niedersächsischen Musiktage finden nicht nur in Kirchen, Theatern und den unterschiedlichsten Sälen statt. Auch einige Open-Air-Veranstaltungen sind dabei, wie das Wandelkonzert „Das Glück dieser Erde...“ der Berliner Band ?Shmaltz! auf dem Hof Ramsbrock im Menslager Ortsteil Bottorf.

Das Programmthema der Musiktage lautet „Glück“, und frei nach dem Sprichwort „Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ war der Zucht- und Hengstausbildungsbetrieb ein ideales Umfeld für das Konzert. Die Organisatoren rund um die niedersächsische Sparkassenstiftung und des Stall Ramsbrock legten sich mächtig ins Zeug, und Konzept und Ergebnis überzeugten vollauf.

Große Nachfrage

Das Kontingent von zunächst 200 angebotenen Eintrittskarten fand so reißenden Absatz, dass das Angebot auf 260 Plätze aufgestockt wurde und ebenfalls bald ausverkauft war. Das lag nicht zuletzt daran, dass mehr geboten wurde als Open-Air-Musik auf Klappstühlen. So fand für interessierte Besucher nach der Begrüßung eine ausgiebige Führung durch die Stallanlagen statt, bei der die Besucher den Aufbau des Betriebes erklärt bekamen. Schnittchen, Wein und Stehtische luden zu lockeren Unterhaltungen ein, und auch das Wetter spielte mit.

Ein weiterer Höhepunkt, insbesondere für Pferdekenner und -freunde, war die Vorführung im Dressurgeviert. Pferde in unterschiedlichen Ausbildungsstadien und ihre Reiter präsentierten Dressurübungen, moderiert von Besitzer Heinrich Ramsbrock . So erfuhren die Zuschauer einiges über Alter, Herkunft und Abstammung der Tiere, wie auch über den Dressurreitsport.

Musik aus „Malwonien“

Mit leichter Verspätung begann der musikalische Teil des Nachmittags. Das Ensemble ?Shmaltz!, angereist aus Berlin, stellte sich vor als Bürger des schönen „Malwonien“ und lud mit Auszügen aus ihrem aktuellen Programm „Welcome to Malwonia“ seine Zuschauer ausdrücklich zum Mittanzen ein. Sitztanz, so Bassist Cosmo W. Pepper, sei aber auch erlaubt.

Begleitet wurde die Musik von einer speziellen Jury: Die fünf Pferdeboxen neben der Bühne waren besetzt, und je nachdem, wie viele der Tiere ihren Kopf zum Zuhören über die Stalltür reckten, gab es eine Pferdeskala mit bis zu fünf Punkten, die mehr als ein Mal erreicht wurden.

Mit Bass, Violine, Akkordeon, Posaune, Banjo und Drums spielte das Sextett „malwonische Volksmusik“, und das so energiegeladen, dass Banjospieler Dr. Itzbar Dschucka, laut seinem Bandkollegen Pepper ehemaliger Staatspräsident Malwoniens, bereits beim dritten Stück pausieren musste, um eine gerissene Saite an seinem Instrument zu ersetzen.

Zwei Zugaben

Neben den malwonischen Stücken gehörte unter anderen das Liebeslied „Yolanda“ an eine grünäugige Piratenbraut und die Ballade „Klodetta“ zum Programm. Letzteres erzählt von dem Eseltreiber Tschesam, der von einem Leben als Taxifahrer träumt, sich dabei aber gleichzeitig um die Zukunft seiner geliebten Eselin „Klodetta“ sorgt – schwere Kost also. Im Pferdeindex durchgefallen war nur der Beitrag „Yorgi Ba“ auf der singenden Säge, deren Qualitäten die vierbeinige Jury nicht zu schätzen wusste.

Das zweibeinige Publikum war von dem Konzert begeistert, so dass die Musiker sogar zwei Zugaben geben mussten.

Bei dem Erfolg unter Laien wie Kennern von Musik und Pferden stehen die Chancen gut, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art auf dem Hof Ramsbrock in Bottorf war, und die niedersächsische Sparkassenstiftung auch im kommenden Jahr den Menslager Ortsteil als Station für die Musiktage wieder mit einplant.


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