Rosen stehen für Verkündigung Im Artland schmücken oft Ehrenamtliche die Altäre


Quakenbrück. Jede Woche ziert ein anderer Blumenstrauß die Altäre der Kirchengemeinden. In der Regel übernehmen Küster oder Küsterin diese Aufgabe oder aber ehrenamtliche Damen, die ein besonderes Händchen für Blumen und Dekoration haben. Oft arbeiten sie Hand in Hand wie in der St. Petrus-Kirche.

Hier hat sich vor einem Jahr um die Küsterin Irina Vorrat ein Team gebildet, das sich gegenseitig inspiriert und darin unterstützt den Altar zu schmücken. Seit zwei Jahren obliegt Ingrid Kramer diese ehrenamtliche Aufgabe in der St. Sylvester Kirche. Die 72-Jährige engagiert sich lieber kirchlich, als zum Seniorenkaffee zu gehen. Bei allen Akteurinnen gerät der Altarschmuck manchmal sogar zu einem kleinen Abenteuer.

„Jeden ersten Sonntag im Monat bin ich für den Altarschmuck verantwortlich. Ich achte darauf, dass der Strauß auch von hinten gut aussieht, weil die Gläubigen beim Abendmahl um den Altar herumgehen. In erster Linie wähle ich helle Farben, denn der üppigste Strauß wirkt nicht, wenn er nicht strahlt“, erzählt Brigitte Riedel, für die der Blumendienst Freude und Entspannung bedeutet.

„Man nimmt auch die Kirche und die Gemeinderäume ganz anders wahr und kann die Stille in dem großen Raum genießen“, gesteht Riedel. Sie verwendet gern florale Schätze aus dem eigenen Garten und vom Feldrain für ihre Sträuße. Oder sie watet durch einen Teich, um an die blaue Iris heranzukommen.

„Ich liebe Blumen und habe viel Fantasie. Im Sommer bietet mein Garten eine große Auswahl. Auf der Suche nach geeigneten Blumen bin ich schon über die Felder gezogen und habe mir Stromschläge an Elektrozäunen eingefangen. Die Natur bietet viel, sogar Unkraut und Gräser“, lacht Irina Vorrat. Sie hat als Küsterin in einer Schulung die Grundregeln für den Altarschmuck gelernt. „Helle Farben sind empfehlenswert und starke Düfte ausgeschlossen. Die Höhe der Blumen sollte nicht das Kreuz verdecken und man darf keine Töpfe mit Erde verwenden“, informiert Vorrat. „Ich mache auch privat viel Gestecke für bestimmte Anlässe, kaufe ungern fertige Sträuße. Manchmal schauen mich Blumen auf dem Wochenmarkt so an, dann lasse ich mich davon inspirieren“, schildert sie.

Wer Ingrid Kramer in ihrem kleinen Stadtgarten erlebt, spürt ihre Liebe zu den Pflanzen. Sie wachsen in der direkten Nachbarschaft zur St. Sylvester-Kirche, dessen Altar Ingrid Kramer in Vertretung des erkrankten Küsters jeden Samstag schmückt.

Schon jetzt freut sie sich auf das Erntedankfest, das eine Gestaltung mit Obst und Gemüse von ihr fordert. „Den Schmuck für besondere Anlässe wie Hochzeiten und Taufen haben die Gemeindemitglieder früher selbst gemacht. Heute stimme ich die Blumenwünsche beispielsweise mit den Brautleuten ab“, verweist Kramer auf eine neue Praxis.

Insgesamt verfahren die kreativen Altarschmückerinnen nach dem Grundprinzip „Ein Strauß ergibt sich aus dem, was ich finde“. Eine alternative Idee wäre, sich an den liturgischen Farben des Kirchenjahres zu orientieren. Auch könnte die Symbolkraft der einzelnen Pflanzen die Pfingst-, Oster- und Weihnachtsbotschaft unterstreichen.

Laut Expertenempfehlung symbolisiert eine Rose die Verkündigung, während die Anthurie für die Auferstehung steht. Um die Dreifaltigkeit darzustellen, könnte man immer drei, sechs, neun oder zwölf von einer bestimmten Blume in die Vase oder Schale stecken.

Weiße Lilien wären in den Marienmonaten Mai und Oktober ein passender Altarschmuck. Sonnenblumen haben ihren festen Platz beim Erntedankfest, sie gelten als Symbol der Gottesliebe und des Gebetes.