Niemand wird allein gelassen Vor 20 Jahren Tagesstätte in Quakenbrück eröffnet

Von Alexandra Lüders

Das 20-jährige Bestehen feierten die Mitarbeiter zusammen Gästen wie dem stellvertretenden Bürgermeister Paul Gärtner im Garten der Tagesstätte Bethanien. Foto: Alexandra LüdersDas 20-jährige Bestehen feierten die Mitarbeiter zusammen Gästen wie dem stellvertretenden Bürgermeister Paul Gärtner im Garten der Tagesstätte Bethanien. Foto: Alexandra Lüders

Quakenbrück. Bei Rekordtemperaturen feierte die Tagesstätte Bethanien an der Jahnstraße 4 anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens ein Gartenfest. Zum runden Geburtstag gratulierten Delegierte der Stadt, der Diakonischen Stiftung, Freunde und Nachbarn mit Präsenten und guten Wünschen. Ein vergnügliches Programm wird Mitarbeitern, Teilnehmern und den Gästen in guter Erinnerung bleiben.

Im Anschluss an ihre Begrüßung ließ Christa Espelage, Leiterin der Tagesstätte, in einer Rückschau die Geschichte des Hauses Revue passieren. Mit einer finanziellen Zuwendung von der Landeskirche über 50000 DM sei das Projekt „Das betreute Arbeiten für Menschen mit einer seelischen Erkrankung“ 1993 an den Start gegangen.Ziel sei es gewesen, Krankenhausaufenthalte durch eine vorgegebene Tagesstruktur zu vermeiden oder zu verringern.

Zunächst seien ehemalige Klinikpatienten in der alten Käsefabrik Hanning einer Beschäftigung nachgegangen, die sich nach einem Jahr durch Auftragsarbeiten selbst hätte finanzieren sollen. Wegen der geringen Belastbarkeit der Teilnehmer jedoch sei alternativ 1994 die zweite Tagesstätte Niedersachsens in der ehemaligen Mersch-Apotheke an der Artlandstraße eingerichtet worden, schilderte Espelage die Entwicklung. Schon nach vier Monaten seien alle 15 Plätze besetzt gewesen, denn die Nachfrage war groß. Mittlerweile gebe es 61 Tagesstätten in Niedersachsen.

Mit dem Umzug von der Artlandstraße in die Jahnstraße sei die Teilnehmerzahl auf 20 und die Mitarbeiter auf acht Personen angewachsen. Espelage dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre langjährige Unterstützung.

Wie Anke Markus, Geschäftsführerin der Diakonischen Stiftung, darlegte, ist es dem Team um Christa Espelage ausgezeichnet gelungen, Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen zusammenzubringen, aber ihnen auch
wieder die Stärke und Möglichkeiten zu geben, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen.

„Der Weg zu einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben ist mitunter schwierig und allein, aber niemand wird in unserem Haus allein gelassen“, unterstrich Markus. Die Tagesstätte würde die Teilnehmer auffangen, ihnen Sicherheit und Orientierung geben. Wie wohl sie sich in diesem positiven Umfeld fühlen, schilderten Angelika Albers und Bärbel Kinski. Besonders viel Freude hätten sie jeden Donnerstag, wenn sie die Vorbereitungen und den Service im Café Vielfalt des Hauses Bethanien an der Lötzener Straße übernehmen.

Gratulationen im Namen der Stadt und Samtgemeinde richtete Claus Peter Poppe bei der Übergabe eines Glaswindlichtes aus. Auch das Kuratorium der Stiftung, Kooperationspartner und Freunde wünschten weiterhin ein erfolgreiches Wirken. Teilnehmer und Mitarbeiter gestalteten das Gartenfest mit einem Schätz- und Knobelspiel, einer Fotosession und anderen Aktionen.


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