Für das Artland unentbehrlich Stadtstiftung Quakenbrück besteht 15 Jahre

Von Elisabeth Gadeberg


Quakenbrück. Heiter, herzlich, humorig: So feierte die „Stadtstiftung Quakenbrück – Bürger für ihre Stadt“ ihr 15-jähriges Bestehen. „Kein echtes Jubiläum“, wie 1. Vorsitzender August Averbeck in seiner Begrüßung erläuterte, dafür aber ein Geburtstag, zu dem die Verantwortlichen mit beeindruckenden Zahlen aufwarten konnten: 132 Projekte hat die Stadtstiftung in den eineinhalb Jahrzehnten gefördert. Die stolze Fördersumme: 310 000 Euro.

Was sich hinter den nackten Zahlen verbirgt, machte die Geburtstagsfeier eindrucksvoll deutlich: Sie wurde ausschließlich gestaltet von Vertretern einiger von der Stadtstiftung geförderten Projekte, angefangen bei der Theaterwerkstatt, in deren Räumen die fröhliche Feier stattfand, bis hin zu den Schülerfirmen „Kunst-Werk und Stulle“ der Hasetalschule und „Kuskus“ von „In Via“,die für den leckeren Pausenimbiss gesorgt und den Service übernommen hatten.

Bevor es allerdings so weit war, hatten Gastgeber und Gäste das Wort.

Nach dem musikalischen Startschuss durch die Streicherklassen des Artland-Gymnasiums unter Leitung von Markus Steiner, die staunen ließen, was sie in nur zwei Jahren gelernt hatten, erinnerte August Averbeck als 1. Vorsitzender des Vorstands der Stadtstiftung an deren Anfänge.

Die Idee der Bürgerstiftung als einer zeitgemäßen und demokratischen Form des gemeinschaftlichen Stiftens – die ursprünglichen Wurzeln reichten bis ins Mittelalter – sei eine Weiterentwicklung der seit 1914 in den Vereinigten Staaten entwickelten Stiftungsform.

1966 sei diese Idee von Reinhard Mohn, dem damaligen Chef von Bertelsmann, nach Deutschland transportiert und von dem Ehepaar Welker aufgegriffen worden.

Beide hätten den Löwenanteil des ersten Stiftungskapitals eingebracht. So habe man 1999 starten und nach wenigen Monaten bereits erste Projekte fördern können. „Inzwischen ist die Zahl unserer Zustifter auf 40 angewachsen“, appellierte August Averbeck an seine Zuhörer, Zustifter zu werden. Möglich sei dies bereits ab 500 Euro. Ein Appell, den die nachfolgenden Redner wiederholten.

„Ihre gemeinnützige Stiftung hat seit ihrer Gründung eine Vielzahl überwiegend karitativer, sozialer und kultureller Aktivitäten und Ideen in Quakenbrück und Umgebung gefördert und damit das Leben in der Samtgemeinde Artland lebenswerter gemacht, betonte Landrat Michael Lübbersmann.

Die Stiftung bilde mit ihrem uneingeschränkten Engagement einen ganz besonderen gemeindlichen Aktivposten und sei für das Artland längst unentbehrlich geworden.

Stiftungen und deren Stifter stellten „ein soziales Biotop“ in unserem Lande“ dar. Sie seien Vorbild „und ein Aktivposten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Ihre Gründer, Mitglieder, Unterstützer seien Menschen, die wüssten, wo Subsidiarität, Solidarität und soziales Verhalten ihre Wurzeln hätten. „Unsere Gesellschaft kann sich glücklich schätzen, dass sich immer wieder Menschen finden, deren Lebensentwurf sich nicht nur in der Verfolgung höchstpersönlicher Interessen erschöpft, sondern sich auch in einem Einsatz für das Gemeinwohl widerspiegelt“. All das treffe in besonders hohem Maße auch auf die Stadtstiftung Quakenbrück zu, so Lübbersmann, deren Mitgliedern, Unterstützern und Förderern seine Anerkennung, sein uneingeschränkter Respekt und sein großer Dank gäelten.

Wie schon der Namenszusatz „Bürger für ihre Stadt“ belege, fühle sich auch die Stadtstiftung dem Wohle der Bürgerschaft und des Gemeinwesens verpflichtet, zitierte Bürgermeister Claus Peter Poppe die Inschrift am Eingang des Quakenbrücker Rathauses, „Saluti civitatis sacrum“.

Sein besonderer Dank galt dem Stifterehepaar Mechtild und Günter Welker-Altegoer, das sich aufgrund seines christlichen Menschenbildes schon sehr lange und nicht erst seit Gründung der Stadtstiftung dem Gemeinwohl der Stadt Quakenbrück und des Artlandes verpflichtet fühle.

Als jemand, der von Anfang an in der Stadtstiftung habe mitgestaltend tätig sein dürfen, wage er die Behauptung, so Poppe, die Stadtstiftung sei „die vielseitigste Initiative, die das Artland je gesehen hat“, und sie umfasse wirklich alle Gemeinden des Artlandes. In seinen Dank schloss Poppe auch den 1. Vorsitzenden der Stiftung, August Averbeck, mit ein, bevor er die Bühne freigab für Natascha Ostermann-Korte, die das von der Stadtstiftung geförderte Projekt „Schiff ahoi der Hasetalschule vorstellte, für Mitglieder der Theaterwerkstatt, die das Publikum mit heiteren und nachdenklichen Texten über das Thema Ehrenamt unterhielten, und Lutz Penning, der schilderte, von welcher Bedeutung das von der Stadtstiftung gesponserte „Stage Piano “ nicht nur für das von ihm geleitete Chorforum ist. All das heiter kommentiert von Katharina Abeln, die das Publikum durch das kunterbunte, unterhaltsame Programm führte.

Das Schlusswort schließlich hatte der 2. Vorsitzende der Stiftung, Stefan Lübbe, der neben seinem Dank an die Stadtstiftung und das Ehepaar Welker auch dem Wunsch Ausdruck gab, man habe mit dieser Feier hoffentlich viele Menschen angestiftet, etwas für ihre Stadt zu tun.


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