Gütesiegel für Kita „Kindersuppe“ Ein kleines „Bullerbü“ in Grönloh

Von Sascha Knapek

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Badbergen. Eine kleinere und sympathischere Kita, als die „Kindersuppe Grönloh“ zu finden, dürfte schwierig sein. Mitten in der Natur hat die Einrichtung ihre Nische gefunden und jetzt auch offiziell das Gütesiegel deutscher Kindergärten erhalten. Perfekte Betreuungsbedingungen und ein Konzept, das sich von anderen Kindergärten und Kindertagesstätten deutlich unterscheidet – denn ohne die tatkräftige Unterstützung aller Eltern würde es die Kita wohl gar nicht geben.

Angefangen hat alles mit einer Elterngruppe, die sich vor gut 20 Jahren regelmäßig in Gehrde traf. Da das Haus, in dem man die Treffen abhielt, jedoch stark baufällig war, suchte die Runde bald ein neues Zuhause. Dank des Badbergers Hermann Sickmann wurde die damals noch namenlose Gruppe in Grönloh fündig. Mitten im Grünen stellte Sickmann das Haus zur Verfügung, das der „Kindersuppe“ bis heute als Unterkunft dient.

„Unser kleines Bullerbü“, beschreibt Erzieherin Melanie Emken die Betreuungseinrichtung, die sich in den vergangenen 20 Jahren langsam aber stetig weiterentwickelte. Mitte der 90er-Jahre schloss sich die lose Elterngruppe zu einem Verein zusammen – seit 2009 ist man eine vom Jugendamt offiziell anerkannte Kleinstkita, deren pädagogische Arbeit vor Kurzem mit dem Gütesiegel deutscher Kindergärten ausgezeichnet wurde. „Aus dem Stand, ohne Nachbesserungen oder Ähnliches vornehmen zu müssen“, erzählt die zweite fest angestellte Erzieherin der „Kindersuppe“, Silke Marbold, stolz.

Zehn Kinder betreuen die beiden Erzieherinnen in Grönloh. Während Emken an fünf Tagen in der Woche vor Ort ist, arbeitet Marbold von montags bis mittwochs. Dass auch donnerstags und freitags zwei Betreuungspersonen anwesend sind, liegt am Elternengagement, ohne das es in Grönloh nicht funktionieren würde. „Jeder, der sein Kind hier anmeldet, weiß, dass die Mitarbeit der Eltern zu unserem Konzept gehört“, erklärt Marbold.

An zwei Wochentagen fungiert deshalb eine Mutter oder ein Vater als zweite Aufsichtsperson. Und auch sonst packen die Eltern rund um die „Kindersuppe“ mit an. Eine Putzfrau oder einen Hausmeister gibt es hier nicht – aber Eltern, die diese und viele andere Aufgaben gerne übernehmen.

„Jeder Elternteil bringt andere Stärken ein, das ist das Großartige am Konzept“, berichten Silke Marbold und Melanie Emken. Ein Vater baut mit den Kindern Nistkästen, ein anderer ist bei den Zwei- bis Sechsjährigen für seine Pfannkuchen berühmt. Manche Mütter kochen und basteln am liebsten mit den Kleinen, mit anderen geht es aufs Außengelände zum Toben und Herumtollen. Gerade diese Vielfalt macht die „Kindersuppe“ zu einem ganz besonderen Ort.

Dass das Konzept aufgeht und begehrt ist, zeigt die gute Auslastung der Kita. Die zehn vorhandenen Betreuungsplätze seien in der Regel immer belegt und der Begriff Warteliste bei der „Kindersuppe“ kein Fremdwort, so die beiden Erzieherinnen. Durch die begrenzte Anzahl an Plätzen komme sie bei der Platzvergabe häufig zum Einsatz. Der „Luxus“, den die Kita dabei bietet, ist vor allem die geringe Größe, die eine optimale Betreuungssituation zulässt. „Zwei Betreuer kommen auf maximal zehn Kinder. Das ist mehr wert, als immer die neuesten Spielsachen zu haben“, sind sich Emken und Marbold einig. Neben einem großen Außenspielplatz kann die Kita dabei auch mit ihren Räumen punkten. Viele kleine Zimmer eröffnen den Kindern die Möglichkeit zum Bauen, Toben, Verkleiden oder zum gemeinsamen Frühstück. „Das gehört jeden Tag mit dazu“, berichtet Silke Marbold.

Einen Punkt müssen wir am Ende dann allerdings noch klären. Woher nämlich der etwas ungewöhnliche Name „Kindersuppe“ kommt?

Die beiden Erzieherinnen lachen. „Der ist vor langer Zeit auf einem unserer Sommerfeste entstanden. Es gab einige Vorschläge über die abgestimmt wurde. Und Kindersuppe war am Ende der mit den meisten Stimmen“, erinnert sich Marbold.


Wer sich selbst einmal ein Bild von der etwas anderen Kita in Badbergen-Grönloh (Am Zuschlag 5a) machen möchte, hat dazu am Sonntag, 27. Juli, ab 14 Uhr ausgiebig Gelegenheit. Dann feiert die „Kindersuppe Grönloh“ nämlich Sommerfest und jeder Besucher ist herzlich willkommen. In diesem Jahr steht dabei alles unter dem Motto „Astrid Lindgren“.

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