Schauspiel über jüdischen Maler Artland-Gymnasium präsentiert „Nussbaum-Projekt“

Von Lena Stangenberg

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Auch im Exil taucht der Sargträger (Sönke Rolfes, Mitte) ständig auf: Ivo Krafft (links) als Felix Nussbaum und Marie Koopmann als Felka Platek. Foto: Lena StangenbergAuch im Exil taucht der Sargträger (Sönke Rolfes, Mitte) ständig auf: Ivo Krafft (links) als Felix Nussbaum und Marie Koopmann als Felka Platek. Foto: Lena Stangenberg

Quakenbrück. Großes Theater braucht keine große Bühne, große Kulisse oder große Ausstattung. Die Theater-AG des Artland Gymnasiums hat mehr als ein Jahr lang ein eigenes Schauspiel über das Leben des jüdischen Osnabrücker Malers Felix Nussbaum entwickelt. Daraus entstanden ist eine nachdenkliche und originelle Darstellung eines ernsten Themas, die auch die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen miteinbezieht.

Felix als Schuljunge, Felix in seiner Familie, Felix und seine Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Felka Platek, Felix im Exil. Beim „Nussbaum-Projekt“ gibt es keine lineare Handlung. „Es ist vielmehr eine große Collage“, erklärt Lehrerin Stefanie Westphal, die mit ihrem Kollegen Oliver Kleinsorge die Theater-AG des Gymnasiums leitet.

In 13 kurzen Szenen stellen die Schüler Episoden aus dem Leben des Osnabrücker Malers dar, der schon als kleiner Junge seine Leidenschaft für das Malen entdeckte, später ein geachteter Künstler mit erfolgreichen Ausstellungen wurde und als Jude schließlich vor den Nationalsozialisten in Exil nach Belgien floh. Das Theaterstück hört kurz vor der Deportation Nussbaums in das Konzentrationslager Auschwitz auf, wo er am 2. August 1944 stirbt.

Insgesamt neun Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren stehen auf der schlichten schwarzen Bühne. Im Hintergrund ist eine Leinwand, auf die bekannte Bilder Nussbaums projiziert werden, die von der Felix-Nussbaum-Gesellschaft zur Verfügung gestellt wurden. Auch Musik, beispielsweise in Form eines Marsches, wird eingespielt. Die Schauspieler tauchen in ständig wechselnden Rollen auf. So werden Felix Nussbaum und Felka Platek von verschiedenen Schülern dargestellt. Als roter Faden zieht sich einzig der „Sargträger“, dargestellt von Sönke Rolfes, durch das Stück. Das ist auch eine Figur, die sich auf Nussbaums Gemälde „Tanz an der Mauer“ wiederfindet.

Etwa ein Jahr habe die AG sich gemeinsam mit der Biografie und den Gemälden Felix Nussbaums auseinandergesetzt, das Nussbaum-Haus in Osnabrück besucht und daraus ein komplett neues Stück entworfen. Textvorlagen habe es keine gegeben, so Stefanie Westphal.

Neben den neun jungen Schauspielern wirkten auch ehemalige AGQ-Schüler hinter den Kulissen mit, kümmerten sich also um die Lichttechnik und den Einsatz von Medien.

Mit dem „Nussbaum-Projekt“ hat die Theater-AG des AGQ das Publikum nicht nur über ein sensibles Thema und eine interessante Persönlichkeit informiert, sondern – fernab vom normalen Schulunterricht – auch zum Nachdenken angeregt.


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