Neubau war günstiger Quakenbrück: „Rote Schleuse“ in der Hase abgerissen

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Quakenbrück. 103 Jahre hat die „Rote Schleuse“ in der Hase beim Schützenhof dem Hochwasserschutz der Stadt Quakenbrück gute Dienste geleistet. Am Freitag hat ein Bagger das Bauwerk abgerissen.

1910 war das Wehr – im Volksmund „Rote Schleuse“ und im Sprachgebrauch des Wasser- und Bodenverbandes Artländer Melioration schlicht „Schleuse 3“ genannt – in Dienst gestellt worden. Das Hasewasser umspülte ein Jahrhundert lang die Fundamente – und hinterließ seine Spuren am Bauwerk aus Beton und Klinkersteinen. Der Zustand sei „bedenklich und sanierungsbedürftig“, lautete das Urteil der Experten. Weil die Schleuse für den Hochwasserschutz unverzichtbar ist, mussten die Verantwortlichen der Artländer Melioration und des Unterhaltungsverbandes U97 handeln.

Schon 2007 hatten sie das Bauwerk trockengelegt und eingehend inspiziert. Anfangs stand die Überlegung im Raum, das Wehr zu sanieren und technisch zu ertüchtigen. Bis eine endgültige Entscheidung fiel, dauerte es einige Jahre. Schließlich beschlossen die Verantwortlichen einen Neubau. „Das ist die günstigste Lösung“, hatte Georg Lucks, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes U97, Ende November beim Einbau der neuen Schleuse, die aus drei Betonfertigteilen besteht, gesagt.

Insgesamt investierte die Artländer Melioration 200000 Euro in den Neubau, 40000 Euro steuerte die Stadt bei. Die Planung übernahm der Unterhaltungsverband U97.


Die Artländer Melioration ist ein Wasser- und Bodenverband. Der Zusammenschluss der Grundstückseigentümer legte seit der Wende zum 20. Jahrhundert landwirtschaftliche Flächen im sumpfreichen Artland trocken und kümmerte sich um den Schutz vor Hochwässern aus der Hase. Die Artländer Melioration schuf dazu ein aufwendiges System vom Kanälen, Gräben und Schleusen zur Be- und Entwässerung, in Spitzenzeiten hielten bis zu 70 Schleusenwärter dieses System in Gang. Mittlerweile ist das System weitgehend zurückgefahren. Wie andere Wasser- und Bodenverbände beschränkt sich die Melioration darauf, die Entwässerung für die Verbandsflächen durch sogenannte Gewässer III. Ordnung sicherzustellen.

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